2020-09-29
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Energy Transition Outlook 2020: Wohin geht die Reise?

Der jährliche Energy Outlook von DNV GL zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft. Daran kann auch Corona nichts ändern. Doch es gibt trotzdem Hoffnungsschimmer.

Welche Auswirkungen hat Corona auf die Energiewende? (Bild: Pixabay)Welche Auswirkungen hat Corona auf die Energiewende? (Bild: Pixabay)

Die zentrale Frage bei der Vorstellung des jährlich erscheinenden Energy Outlookvon DNV GL war in diesem Jahr, welchen Einfluss das Coronavirus samt Lockdown auf die Energiewende haben wird. Für mehrere Wochen, teilweise Monate, standen Produktionsstätten still, der globale CO2-Ausstoß ist signifikant gesunken. Schlägt sich das in den Auswirkungen des Klimawandels nieder?

Remi Erikson, Group President und CEO von DNV GL, gibt keine Entwarnung: „COVID-19 hat die globalen Energieaussichten verändert, dennoch bleibt die Klimakrise so dringlich wie vor der Pandemie. Der frühe Optimismus über eine geringere Luftverschmutzung ist durch die harsche Realität ersetzt worden, dass dies nicht auf einen stärker dekarbonisierten Energiemix zurückzuführen ist, sondern auf kurzfristige Veränderungen, die nur durch die Pandemie bedingt sind. Wir können mit der vorhandenen Technologie einen schnelleren Übergang herbeiführen, aber jetzt brauchen wir mehr als je zuvor nationale und sektorale politische Anreize, um die Ziele von Paris zu erreichen.“

Zur Zeit steuert die Welt auf eine Erderwärmung von 2,1 Grad Celsius bis 2050 zu – im Gegensatz zu den 1,5 Grad, die in den Pariser Klimazielen ausgegeben wurden. Nichtsdestotrotz hat Corona Spuren hinterlassen, sowohl kurzfristig als auch langfristig. Die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie werden der Weltwirtschaft für viele Jahre den Wind aus den Segeln nehmen – das Welt-BIP wird 2050 im Vergleich zu den Prognosen vor der Pandemie um 9% schrumpfen.

Der globale Energiebedarf sinkt (Bild: DNV GL)

Auch der Energiebedarf bis 2050 wird jährlich 6-8 Prozent niedriger ausfallen, als bislang vorhergesagt. Die Pandemie hat zu bedeutenden Verhaltensänderungen der Menschen geführt, wie die Verringerung von Langstreckenreisen und die Zunahme von Heimarbeitsplätzen zeigen, die beide für den Spitzenwert der Energienachfrage im Verkehr und der Ölbedarf im Jahr 2019 verantwortlich sind.

Die fossilen Energien werden eine immer geringere Rolle spielen. Einzig Gas wird auch weiterhin bedeutend bleiben, vor allem im Zusammenhang mit Wasserstoff. Unterdessen wird die Nachfrage nach Erneuerbaren weiter ansteigen. Entscheidend hierbei bleibt die konsequente Weiterentwicklung von innovativen Technologien und das Vorantreiben der Sektorkopplung. Nur wenn es gelingt, Bereiche wie Transport und Schiffahrt zu elektrifizieren und die Energieeffizienz weiter zu steigern, können die CO2-Emissionen entscheidend gesenkt werden.

Bis zu 3.000 Offshore-Windparks können bis 2050 in den Weltmeeren stehen, viele davon mit schwimmenden Anlagen (Bild: Pixabay).

Im Bereich des Windsektors erwarten die Experten vor allem bei den schwimmenden Windkraftanlagen einen großen Sprung: Bis 2050 können 250 Gigawatt an schwimmenden Anlagen installiert werden. Weltweit sehen die Prognosen 12.000 Onshore-Windparks und 3.000 Offshore-Windparks im Jahr 2050 voraus. Damit einher geht die Weiterentwicklung von Batterien und Speichermöglichkeiten, die für eine konstante Verteilung des Stroms sorgen.

Der Energy Outlook macht auch Hoffnung, denn die notwendigen Technologien, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen, existieren heute schon. Sie müssen nur entsprechend gefördert und schneller eingesetzt werden. Da passt es, dass aus Brüssel derzeit positive Beschlüsse in dieser Richtung erwogen werden. So will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Medienberichten nach ein stärkeres Klimaziel für Europa durchsetzen, als bislang im Gespräch war: Die 27 EU-Mitgliedsstaaten sollen bis 2030 ihren CO2-Ausstoß um 55 Prozent reduzieren. Bislang war nur von 40 Prozent die Rede.

Das wäre ein starkes Signal an den Rest der Welt und vor allem an die vielen lokalen Regierungen und Initiativen, die sich schon für schärfere Klimaziele einsetzen. Aber, so warnt DNV GL, all der Klimaschutz in Europa nützt nichts, wenn die Welt Asien nicht mit einbezieht: Wenn allein China und Indien zukünftig keinen massiven Klimaschutz betreiben, hat die globale Gemeinschaft keine Chance, ihre Ziele zu erreichen.

Aber wenn die Pandemie eines gezeigt hat, dann, dass die Menschheit in einem Boot sitzt und nur gemeinsam den Klimawandel stoppen kann.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
DNV GL, Energy Outlook, Vorhersage, Welt, Europa, Asien, Wind, Sektor, Corona, Pandemie, Wirtschaft, Nachfrage, Gas, fossil, erneuerbare Energie
Windenergie Wiki:
Windpark, Sektorkopplung, Offshore, Energiewende



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