2019-09-18
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Hausgemachte Probleme – Indiens Windmarkt bricht ein

Indiens Windmarkt hat großes Potenzial, allerdings sorgen in den letzten Monaten hausgemachte Probleme für Unruhe. Die Folge sind abgesagte Ausschreibungen, ein Stagnieren des Ausbaus – und dann kommt auch noch der Klimawandel hinzu.

Indien sorgt mit hausgemachten Problemen für Chaos auf dem Windmarkt (Alle Bilder: Pixabay)Indien sorgt mit hausgemachten Problemen für Chaos auf dem Windmarkt (Alle Bilder: Pixabay)

Dass der indische Windmarkt kein leichter ist, mussten in der Vergangenheit schon einige schmerzhaft feststellen. In den letzten Jahren sorgen allerdings vor allem hausgemachte politische Probleme für einen Einbruch der Ausbauzahlen. Innerhalb von nur vier Jahren ist das Marktwachstum von 5.500 Megawatt pro Jahr auf nur noch 1.600 MW gesunken.

Wie The Hindu berichtet, ist daran vor allem eine verfehlte Energiepolitik Schuld. Von den 29 Bundesstaaten Indiens eignen sich nur acht, um wirtschaftlich Windenergie gewinnen zu können. In den vergangenen 20 Jahren errichteten Windenergieunternehmen die Anlagen dort an passenden Standorten und verkauften ihren Strom per Einspeisevergütung an die Stromversorgungsunternehmen zu Preisen, die von den jeweiligen staatlichen Stromregulierungsbehörden festgelegt wurden. Der Bauherr erhielt diese Vergütung für die gesamte Laufzeit des Stromkaufvertrags, damit normalerweise für 25 Jahre.

Da nur acht Staaten den eigentlichen Markt bildeten, lagen die Zubauzahlen bei 1.500 MW – 3.000 MW. Allerdings wollte die 2014 neu gewählte indische Regierung den Markt vergrößern und weiteren Bundesstaaten den Zugang ermöglichen. Da es bis dahin aufgrund regulatorischer Probleme schwierig war, den Windstrom in einem Bundesstaat zu produzieren und in einem anderen zu verkaufen, schaltete sich nun die Regierung unter Premierminister Narendra Modi zwischen. Es wurde eine neue Gesellschaft in Staatshand gegründet, die künftig als Zwischenhändler fungierte: Sie kaufte Strom von den Entwicklern und verkaufte ihn auch an die Nicht-Windstaaten, was den Markt tatsächlich vergrößerte.

Die Projektentwickler, die ihren Strom für den niedrigsten Preis anboten, konnten so langfristige Stromabnahmeverträge mit der Gesellschaft der Regierung schließen und ihre Windparks überall aufstellen, solange sie den Strom an ein Umspannwerk liefern konnten. Dann begann der Wandel von festen Einspeisevergütungen zu marktbestimmten Tarifen. Doch damit begannen auch die Probleme.

Immer weniger Land steht für die Entwickler zur Verfügung

In den folgenden Auktionen sanken die Preise immer weiter, was dazu führte, dass die Entwickler vor allem in die beiden windreichsten Staaten – Gujarat und Tamil Nadu – gingen, um dort ihre Anlagen zu errichten. Da dort letztlich mehr als 70% aller versteigerten Kapazitäten gebaut wurden, kam allerdings das örtliche Stromnetz an seine Grenzen.

Außerdem setzte in Gujarat und Tamil Nadu ein Umdenken ein: Warum sollten Anlagen mit einer Kapazität von 5.400 MW bei ihnen entstehen, aber die gesamte Energie an die Bundesstaaten gehen, in den es nicht windig genug für eigene Projekte ist? Diese Einstellung führte dazu, dass es immer schwieriger wurde, Bauland für Anlagen zu finden.

Nachdem das beste Bauland vergeben war, stiegen die Preise in den Ausschreibungen allerdings wieder – die Regierung vermutete dahinter ein Kartell der Entwickler und begann unter anderem Auktionen wieder abzusagen.

All das hat in den vergangenen Monaten zu einer tiefen Verunsicherung in der indischen Windbranche geführt. Unterdessen nahen noch von einer ganz anderen Seite Probleme. So sagt eine neue Studie der Harvard John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences (SEAS) und des Harvard China Project, dass die Erwärmung des Indischen Ozeans, verursacht durch den globalen Klimawandel, in Indien zu einem langsamen Rückgang des Windpotenzials führen könnte.

Der indische Monsun verliert in den vergangenen Jahren zunehmend an Stärke

So ist die Stärke des Windes und damit auch die Menge der gewonnenen Energie an die Stärke des indischen Sommermonsuns gebunden. „Tatsächlich stammen 63 Prozent der jährlichen Energieproduktion aus Wind in Indien von den Monsunwinden im Frühjahr und Sommer", heißt es dort. In den letzten 40 Jahren ist dieses Energiepotenzial um etwa 13 Prozent gesunken, was darauf hindeutet, dass mit der Schwächung des Monsuns die Windkraftanlagen weniger produktiv wurden.

„Obwohl Indien stark in die Windenergie investiert, um den Klimawandel und die Luftverschmutzung zu bekämpfen, sind die Vorteile dieser umfangreichen Investitionen durch den Klimawandel gefährdet“, so Meng Gao von der School of Engineering and Applied Sciences an der Harvard University, einer der Autoren der Studie. Also insgesamt keine guten Aussichten für Indien.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Indien, Windmarkt, Wachstum, Zubau, Strom, Bundesstaat, Händler, Einspeisevergütung, Ausschreibung, Klimawandel
Windenergie Wiki:
Windpark, MW, Megawatt, Ausschreibungen



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