2019-11-21
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Vom Holländer zur Haliade-X: Windenergie in den Niederlanden

Demnächst werden die Niederlande Heimat der aktuell größten Windkraftanlage der Welt. Allerdings spielt die Windenergie im Land der Windmühlen tatsächlich bislang eine eher untergeordnete Rolle.

Die Mühlen von Kinderdijk gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in den Niederlanden (Bild: Pixabay)Die Mühlen von Kinderdijk gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in den Niederlanden (Bild: Pixabay)

Ausgerechnet in den Niederlanden will GE Renewable Energy mit Partner Future Wind im Sommer die bislang größte Windkraftanlage der Welt aufstellen. Zwar ist die Haliade-X mit einer Kapazität von 12 Megawatt eigentlich eine Offshore-Anlage, der Prototyp soll allerdings zunächst an Land errichtet werden. Im Hafen von Rotterdam, um genau zu sein.

Wind und Wetter stimmen

Die Nordsee kann vor allem im Winter rau und ungemütlich werden. Die Idee dahinter war also, den Ingenieuren während der fünfjährigen Testphase den Zugang zur Anlage zu erleichtern. Trotzdem kann die Turbine auch auf dem flachen Land in Rotterdam „unter drastischsten Wetterbedingungen“ getestet werden, erklärte John Lavelle, Vize-Präsident bei GE Renewable Energy und CEO der Offshore Wind Unit, bei der Vorstellung der Pläne mit dem Hinweis auf das windige Klima in Holland.

Beeindruckende Maße kann die Windkraftanlage aufweisen (Bild: GE Renewable Energy)

Die Ausmaße der neuen Windkraftanlage aus dem Hause GE Renewable Energy sind gigantisch: Die Turbine hat einen Rotordurchmesser von 220 Metern – das ist doppelt so lang wie ein Fußballfeld – und erstreckt sich bis in eine Höhe von 260 Metern von der Basis bis zu den Rotorblättern. Das ist fast dreimal so hoch wie die New Yorker Freiheitsstatue, gemessen vom Boden bis zur Spitze der Taschenlampe.

Man sollte meinen, gerade die Niederländer wären an diesen Anblick gewöhnt, Holland ist schließlich berühmt für seine Windmühlen, quasi die Vorgängermodelle der modernen Windkraftwerke. Es gibt sogar eine eigens nach diesem Landstrich benannte, klassische Windmühle, den Holländer.

Vom Pionier zum Nachsitzer

Schaut man sich allerdings die heutigen Ausbauzahlen an wird deutlich, dass die Niederländer den Trend der modernen Windkraftanlagen verschlafen haben. Zwar wurden hier in den Anfangsjahren der 'neuen' Windenergie gerade von kleinen Unternehmen einige Anlagen entwickelt und aufgestellt, doch diese Unternehmen sind fast alle längst von der Konkurrenz geschluckt worden. Die Größe der Windkraftanlagen ist dagegen parallel mit der Leistung um ein Vielfaches gestiegen – doch die frühen Turbinen der Niederländer sind noch längst nicht alle durch Repowering ersetzt. Auch deshalb ist der Anlagenpark nicht sonderlich leistungsstark.

Zwar macht das Land in den letzten Monaten regelmäßig durch die Ankündigung großer Offshore-Projekte von sich reden, doch diese Windparks werden die Bilanz frühestens ab dem kommenden Jahr verbessern, wenn die ersten Parks Strom liefern.

In der EU unter ferner liefen

Bislang liegen die Holländer bei der Produktion von erneuerbaren Energien daher nur auf den hinteren Plätzen in der EU. Im vergangenen Jahr stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch des Landes im Vergleich zum Vorjahr von 15 auf 17 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch stieg von 6,6 auf 7,3 Prozent. Kein Vergleich zu anderen Nationen, die bereits heute teilweise über 40 Prozent ihrer Energie aus Erneuerbaren beziehen.

Einen Ausbau der Erneuerbaren konnte in Holland in den letzten Jahren vor allem die Solarbranche verzeichnen. Allein im vergangenen Jahr wuchs die PV-Leistung des Landes um 50 Prozent.

Dieses Ungleichgewicht im Vergleich zum Onshore-Wind hat vor allem mit dem niederländischen Fördersystem (SDE+) zu tun, wie der Journalist Karel Beckman bei Cleantechnica erklärt: Es basiert auf Ausschreibungen, die Zuschüsse an die kostengünstigsten Bieter vergeben, gemessen an der CO2-Reduktion. Solarprojekte haben die Ausschreibungen jeweils mit überwältigender Mehrheit gewonnen, weshalb im Land der Windmühlen zur Zeit vor allem große Solarprojekte umgesetzt werden.

Grachtentour in Amsterdam (Bild: Pixabay)

Sonne statt Wind

"Die Niederlande sind dicht besiedelt, was die langfristigen Möglichkeiten für die Entwicklung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien an Land einschränkt", erklärt Anders Marcus, CEO bei Obton, einem Unternehmen, das Solar- und Windprojekte entwickelt. Allein in Holland hat Obton drei der sechs größten Solar-Anlagen gebaut. Er warnt jedoch davor, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung sowohl für Onshore-Wind als auch für Solaranlagen künftig schwinden wird. Aber "wir sind immer noch in der Lage, geeignete Standorte für landgestützte Solaranlagen zu finden" - vor allem auf den Dächern der Einwohner.

Vielleicht sieht man also künftig auf den Dächern von Amsterdam während der Grachtentour viele kleine Solaranlagen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Niederlande, Holländer, Haliade, GE, Windmühle, Windkraft, Pionier, Anteil, Europa, EU, erneuerbare Energien, Solar
Windenergie Wiki:
Windpark, Turbine, Repowering, Offshore, Megawatt, Ausschreibungen



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