2020-10-01
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Australien kämpft um seine Zukunft

Zu Beginn des Jahres wurde Australien von den schlimmsten Buschbränden heimgesucht, die der Kontinent je gesehen hatte – mit katastrophalen Auswirkungen, deren ganzes Ausmaß erst nach und nach deutlich wird. Dann kam Corona und sorgte für den Lockdown. Nun schwankt das Land zwischen Neustart und wieder steigenden Fallzahlen und stellt sich die Frage, wie die Zukunft aussehen soll.

Die Buschbrände zu Jahresbeginn hatten katastrophale Auswirkungen (Bild: Pixabay)Die Buschbrände zu Jahresbeginn hatten katastrophale Auswirkungen (Bild: Pixabay)

Noch immer zählt Australien zu den weltweit größten Nutzern von fossilen Energieträgern. In den letzten Jahren hat sich der Kontinent aber auch als Trendmarkt für erneuerbare Energien wie Wind und Solar oder die Batterieforschung erwiesen. Es sind vor allem die Landesregierungen der einzelnen Bundesländer und Territorien, die eigene Regeln zum Ausbau festgelegt haben.

Als Australien zu Beginn des Jahres von den verheerendsten Buschbränden heimgesucht wurde, die das Land je gesehen hatte und klar wurde, dass der Klimawandel eine erhebliche Rolle beim Ausmaß der Brände spielt, wurde deutlich, dass es künftig nur eine Richtung geben kann: Die Treibhausgasemissionen müssen schnellstmöglich gesenkt und die Energiewende vollzogen werden.

Das ganze Ausmaß der Brände zeigt sich indes erst nach und nach: Erst in dieser Woche erschien eine Studie des WWF Australien, wonach bei den Bränden fast drei Milliarden Tiere – Säugetiere, Reptilien, Vögel und Frösche – getötet oder aus ihren Lebensräumen vertrieben wurden. Diese Zahl ist fast dreimal so hoch wie eine frühere Schätzung aus dem Januar vermutete.

„Die Zwischenergebnisse sind schockierend. Es ist schwer, an ein anderes Ereignis irgendwo auf der Welt zu denken, das seit Menschengedenken so viele Tiere getötet oder vertrieben hat. Die Brände gelten als eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der modernen Geschichte“, erklärt Dermot O'Gorman, CEO des WWF-Australien. Die Forscher in der Studie vermuten, dass 143 Millionen Säugetiere, 2,46 Milliarden Reptilien, 180 Millionen Vögel und 51 Millionen Frösche in den Flammen umgekommen sind.

Nun soll sie anderen Ländern als Warnung dienen, denn extreme Brände werden aufgrund des Klimawandels immer häufiger auftreten. Daher ist es notwendig, die Umweltgesetze weltweit entsprechend anzupassen. Dabei sind die entscheidenden Fragen: „Wie schnell können wir dekarbonisieren? Wie schnell können wir die fast schon manische Rodung unseres Landes stoppen? Wir roden mit einer Geschwindigkeit, die eine der höchsten der Welt ist", betont Professor Dickman von der Universität Sydney, der die Studie geleitet hat.

Ein Ausweg aus der Krise: Der Umstieg auf erneuerbare Energie, um die CO2-Emissionen zu stoppen (Bild: Pixabay)

Und dann kam nach den Bränden auch noch Corona über das Land. Die Regierung setzte auf strenge Maßnahmen, der Lockdown brachte die Wirtschaft zum Erliegen. Nach dem Peak kamen die Lockerungen. Aktuell steigen die Fallzahlen allerdings wieder, nachdem man sich zeitweise schon für 'Corona-frei' erklärt hatte.

Auch Australien stellt sich nun die Frage, wie die Zukunft aussehen soll. Ein umfangreiches Konjunkturpaket ist nötig, um die Wirtschaft anzukurbeln. Und wie auch in Europa wird der Ruf nach einer nachhaltigeren, zukunftsorientierten Wirtschaft lauter – einer Wirtschaft, die für saubere Luft, mehr Arbeitsplätze und eine gesunde Umwelt sorgt.

„Um dies zu erreichen, müssen wir von kohlenstoffreichen Pfaden abrücken. Die öffentlichen Ausgaben müssen sich an den ehrgeizigsten Zielen des Pariser Abkommens orientieren – Begrenzung der globalen Erwärmung auf nicht mehr als 2 ºC, idealerweise auf 1,5 ºC bis zum Ende des Jahrhunderts, und das Erreichen von Netto-Null-Emissionen bis spätestens 2050“, fordert der WWF.

Dazu werden Anstrengungen von allen Menschen notwendig sein. Passend dazu geht Sydney, Hauptstadt von New South Wales und die größte Stadt Australiens, mit gutem Beispiel voran: Seit Anfang Juli wird die Stadt ausschließlich mit erneuerbaren Energien versorgt. Dazu zählen Straßenbeleuchtung, Schwimmbäder, Sportplätze, Depots, Gebäude und das historische Rathaus.

Das berühmte Opernhaus von Sydney (Bild: Pixabay)

Die Stadt erwartet, dass durch die Umstellung in den nächsten zehn Jahren bis zu einer halben Million Dollar pro Jahr eingespart werden und sich die Kohlendioxidemissionen um etwa 20.000 Tonnen pro Jahr reduzieren - das entspricht dem Stromverbrauch von 6.000 Durchschnittshaushalten.

Sydney bezieht seine Energie aus Stromabnahmeverträgen (PPA) mit zwei Solarparks und dem Windpark Sapphire bei Inverell, der allein drei Viertel der benötigten Energie liefern wird. Dadurch werden gleichzeitig Arbeitsplätze geschaffen, von der Covid-19-Pandemie betroffene Gemeinden unterstützt und neue Möglichkeiten in den von der Dürre betroffenen Regionen in New South Wales geschaffen.
Der Windpark Sapphire ist der größte Windpark in New South Wales mit einer Kapazität von 270 MW, die von 75 Turbinen in 200 m Höhe erzeugt wird. Teilweise im Besitz von CWP Renewables, hofft CEO Jason Willoughby auf eine Vorbildfunktion für andere Städte: „Wind ist eine natürliche Energiequelle, die eine dringend benötigte Alternative zu fossilen Brennstoffen bietet. Wir hoffen, dass dies andere Stadträte und Organisationen dazu inspiriert, dem Beispiel der Stadt Sydney zu folgen.“

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Australien, Klimaschutz, Buschbrand, Feuer, Wildtiere, Aussterben, Sydney, erneuerbare Energie, Wind, Windpark, Solar, PPA, Versorgung, Energieträger
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Turbine, MW, Energiewende



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