2020-03-28
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Meilensteine und Konsolidierungen: So lief 2016 für die Turbinenhersteller

2016 war vielerorts erneut ein Jahr der Windrekorde. Neben den etablierten Märkten, die auch weiterhin auf einen Ausbau der Windenergie setzten, rückten auch neue Länder in den Fokus, wo erste Anlagen und Windparks installiert wurden. Bei den Anlagenherstellern setzte sich im vergangenen Jahr unterdessen die Phase der Konsolidierung fort.

Weltweit wird Windkraft mittlerweile zur Energieversorgung eingesetzt (Foto: Katrin Radtke)Weltweit wird Windkraft mittlerweile zur Energieversorgung eingesetzt (Foto: Katrin Radtke)

Während der chinesische Marktführer Goldwind relativ unbeobachtet von der Welt den heimischen Markt belieferte, stritten sich im letzten Jahr auf den folgenden Plätzen die internationalen Turbinenhersteller um Marktanteile. Und während teilweise die Mitarbeiter bereits damit beschäftigt waren, ihren Weihnachtsurlaub zu planen, wurde bei einigen bis zur letzten Minute im Akkord gearbeitet.

Den Rekord hat dabei wohl Vestas eingefahren: Die aktuelle Nummer 2 unter den Herstellern konnte in den letzten zwei Wochen des Jahres Aufträge mit einer Leistung von mehr als 2 Gigawatt unter Dach und Fach bringen. Darunter sind alleine aus den USA Bestellungen von mehr als 1,5 GW. Damit ist die Turbinen-Fabrik in Colorado auch in den kommenden Jahren gut ausgelastet und leistet genau das, was auch der designierte amerikanische Präsident Donald Trump so gerne fordert: Arbeitsplätze und Investitionen im amerikanischen Markt.

"Durch den Einsatz von Windenergie wird das Wind XI-Projekt saubere, inländische und kostengünstige Energie an MidAmerican-Kunden liefern, sowie Hunderte Millionen von Dollar in wirtschaftliche Vorteile für Iowas Gemeinden spülen und gleichzeitig langfristige amerikanische Arbeitsplätze in Produktion, beim Bau und Betrieb von Wind XI schaffen", kommentierte Chris Brown, Präsident der Vestas Vertriebs-und Service-Abteilung in den Vereinigten Staaten und Kanada.

Allerdings ist man bei Vestas flexibel, was den Lieferort angeht, denn wie kaum ein anderer Hersteller agierten die Dänen global. In Brasilien knackte Vestas im letzten Jahr seine eigene 1,5 Gigawatt-Marke, und das, obwohl sich der ansonsten recht aufgeregte südamerikanische Markt im Jahr 2016 merklich abkühlte. So wurde in Brasilien eine gegen Ende des Jahres geplante Auktion sogar noch verschoben, was der guten Bilanz aber keinen Abbruch tat.

Auch Aufträge aus Honduras, Jordanien und der Ukraine sorgten für Feierstimmung zum Jahresabschluss bei Vestas. Nach Costa Rica, die sich im vergangenen Jahr zu fast 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen konnten, setzen nun weitere Länder in Mittelamerika auf Windenergie: So errichtet Honduras zum ersten Mal überhaupt einen Windpark.

Grenzenloser Horizont für Vestas (Bild: Vestas)

Aber auch die Ukraine ist ein Markt mit Potenzial. In den vergangenen Jahren verhinderte die Auseinandersetzung mit Russland einen Ausbau des Windmarktes. Doch die Ukraine will weg von russischen Öl- und Gasimporten, um sich unabhängig mit Energie zu versorgen. In Russland selbst ist Windenergie bisher kaum ein Thema, einzig der deutsche Hersteller FWT hat bisher mit ersten Projekten im Raum der ehemaligen Sowjetunion auf sich aufmerksam gemacht.

Neben den erfolgreichen Onshore-Anlagen kann sich Vestas auch weiterhin auf seine Offshore-Anlagen verlassen. Im Joint Venture mit Mitsubishi liefert man derzeit eine der leistungsstärksten Turbinen überhaupt. Die 8,4MW-Turbine wird u.a. in Belgiens größtem Offshore-Park zum Einsatz kommen.

Allerdings ist Offshore-Marktführer Siemens auch weiterhin rein zahlenmäßig nicht zu schlagen. Erneut konnten im Lauf des Jahres lukrative Aufträge vor allem in Europa verbucht werden.

Schlagzeilen machte unterdessen die Fusion mit Gamesa. So wurde das weltweit größte Turbinen-Imperium überhaupt erschaffen: Zählt man die Marktanteile der Deutschen und der Spanier zusammen, wird es nächstes Jahr wohl einen Wechsel an der Spitze der Top-Hersteller geben. Vor allem der spanischsprachige Markt bietet Siemens in Zukunft weitere Investitionsmöglichkeiten.

Die hat auch der deutsche Hersteller Nordex im Visier, weshalb die Fusion mit dem spanischen Unternehmen Acciona Windpower im letzten Jahr fixiert wurde. Gegen Ende des Jahres zahlte sich diese Kombination bereits durch Aufträge in Mexiko und Argentinien aus und auch in den kommenden Jahren dürfte Lateinamerika ein Fokus sein, da man auch über eine Produktionsstätte in Brasilien verfügt.

Mitte des Jahres machte dann ein weiteres Joint Venture Schlagzeilen, als plötzlich ein weltweiter Bieterkampf um den Offshore-Hersteller Adwen entbrannte. Das Unternehmen, das je zur Hälfte Gamesa und Areva gehörte, stand zur Disposition, da Siemens zunächst kein Interesse an der Übernahme der Offshore-Turbinen zeigte. Das wiederum rief den amerikanischen Misch-Konzern General Electric und den deutschen Anlagen-Hersteller Senvion auf den Plan. Letztlich entschloss man sich in München aber doch dazu, die Anteile selbst zu übernehmen, wohl auch, um sie nicht der Konkurrenz zu überlassen.

Einen Meilenstein konnten die Amerikaner von GE unterdessen mit ihrer Haliade-Turbine feiern, denn auf dem bisher noch nicht erschlossenen Offshore-Markt in den USA wurde von Deepwater Wind (siehe Bild links) endlich der erste Park in Betrieb genommen. Seit Anfang Dezember produziert Block Island nun Strom für knapp 17.000 Haushalte. Im Vergleich zu den Erfolgen an Land dürfte der Park in der Bilanz für GE zwar keine Rolle spielen, aber er schafft ein wichtiges Momentum, denn auch bei den Amerikanern wird offshore in Zukunft eine gravierende Rolle spielen.

Senvion hat sich im letzten Jahr ebenfalls offshore behaupten können und liefert demnächst Turbinen für den deutschen Park Borkum II. Auch onshore waren die Hamburger erfolgreich und konnten neue Märkte erschließen. So bekommen u.a. zwei Windparks in Serbien Senvion-Turbinen und man hat durch den Erwerb von Kenersys den indischen Markt noch stärker ins Visier genommen, wo man den Einheimischen von Suzlon Konkurrenz machen will. Jürgen Geißinger, CEO von Senvion, sagte dazu: "Die indische Regierung hat einen Ausbau der Windenergie auf 60 Gigawatt kumulierter Installationen bis zum Jahr 2022 in Aussicht gestellt und wir können daran unseren Beitrag leisten, da wir zusätzliche Arbeitsplätze in Indien schaffen, um dort unsere State-of-the-Art Technologie für Indien und weitere Zielmärkte zu liefern."

In Indien erfolgreich: Senvion (Bild: Senvion)

Ein großer Zielmarkt des deutschen Herstellers ENERCON ist dagegen auch weiterhin die Heimat, wo zum Ende von 2016 ein Meilenstein erreicht werden konnte: Mehr als 20 Gigawatt installierte Leistung hat bislang kein anderes Unternehmen in Deutschland geschafft, selbst wenn der Marktanteil in den vergangenen Jahren etwas geschrumpft ist. Weltweit kann das Unternehmen aus Aurich aber mittlerweile auch bereits über 40 GW für sich verbuchen.

Es ist also nicht damit zu rechnen, dass der Leistungsdruck unter den Anlagenherstellen in den kommenden Jahren kleiner wird, selbst wenn insgesamt mehr Länder auf Windenergie setzen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
kr@windmesse.de
Keywords:
2016, Windenergie, Windkraft, Windturbinenhersteller, Turbinenhersteller, Windanlagenhersteller, Anlagenhersteller, Windrekord, Konsolidierung
Windenergie Wiki:
Windpark, Turbine, Trump, Offshore, Hamburg, Enercon



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