2021-12-02
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Tempo, Tempo, Tempo!

Seit Januar 2021 ist Joe Biden offiziell Präsident der USA. Groß waren die Hoffnungen und bang die Frage, ob er seine ambitionierten Projekte überhaupt umsetzen kann, denn dabei ist er auf die Unterstützung der Republikaner angewiesen. Nun werden erste Projekte angeschoben. Aber reicht das aus?

Die größte Herausforderung, um den Klimawandel aufzuhalten: Geschwindigkeit (Bild: Pixabay)Die größte Herausforderung, um den Klimawandel aufzuhalten: Geschwindigkeit (Bild: Pixabay)

In der vergangenen Woche gab es in der US-Politik einen ersten historischen Durchbruch: Die US-Senatoren erzielten eine parteiübergreifende Einigung über ein 550-Milliarden-Dollar-Infrastrukturgesetz. Am Sonntag erklärte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, dass über das Gesetz „in wenigen Tagen“ abgestimmt werden könne, wie unter anderem BNN Bloomberg berichtete.

Ob das Paket letztlich so angenommen wird ist dabei eine Frage. Die andere lautet: Reicht es überhaupt aus? Die eindeutige Antwort eines neuen Berichts des Andlinger Center for Energy and the Environment der Princeton University und des australischen Energieunternehmens Worley lautet: Nein!

Aus ihrem am Montag veröffentlichten Bericht geht hervor, dass das Tempo der Infrastrukturinvestitionen deutlich erhöht werden muss, um das Ziel von Präsident Biden zu erreichen, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Null zu reduzieren. „Wenn wir die Energieinfrastruktur so entwickeln, wie wir es immer getan haben, werden wir bis 2050 nicht netto null erreichen. Wir schaffen vielleicht nicht einmal die Hälfte. Um unser Ziel zu erreichen, müssen wir das Tempo und den Umfang unserer Arbeit drastisch beschleunigen. Jeder, der an der Schaffung von Infrastruktur beteiligt ist, muss seinen Ansatz überdenken – von Regierungen und Investoren bis hin zu Bauunternehmen und Ingenieuren“, so die Forscher*innen.

Dabei hat sich in den letzten Jahren zwar schon einiges getan, aber eben nicht genug. Regierungen auf der ganzen Welt haben ihr Engagement gezeigt, indem sie dem Pariser Abkommen beigetreten sind. China, die USA, Großbritannien, Japan, Frankreich und Schweden – die Liste umfasst laut Vereinten Nationen mehr als 100 Länder – haben mittlerweile offiziell das Ziel „Netto-Null“ ausgerufen. Einige Länder schreiben auch bereits an Gesetzen, um dies zu erreichen.

Dazu müssen die Energiesysteme umfassend umgestaltet werden: „Wir brauchen eine riesige Menge an neuer Infrastruktur... Und all diese Projekte brauchen Jahre - oder Jahrzehnte. Zeit, die wir nicht haben. Um die Welt kohlenstofffrei zu machen und das Ziel der Nettonullstellung Mitte des Jahrhunderts zu erreichen, müssen wir die Art und Weise, wie wir die Energieinfrastruktur bereitstellen, neu erfinden“, so die Analyse. Dabei konzentrieren sich die Autor*innen zwar auf das Geschehen in den USA, betonen aber den globalen Charakter des entscheidenden Problems.

Bis ein Kraftwerk gebaut werden kann, dauert es gegenwärtig viel zu lange. (Bild: Pixabay)

Und das lautet: Tempo. Gegenwärtig dauert es je nach Komplexität, Wirtschaftlichkeit und Standort einige Jahre bis Jahrzehnte, bis ein großes Energieprojekt vom Konzept bis zum ersten Betrieb umgesetzt ist. Die Beschaffung von Grundstücken und die Erfüllung der Bauvorschriften – die für den Beginn des Projekts entscheidend sind – können viele Jahre dauern. Bei nuklearer Infrastruktur und Speicherung von Kohlenstoff (Carbon Capture and Storage, CCS) sind die Fristen sogar noch länger. Als Beispiel nennt der Bericht den Bau eines Solarkraftwerks: „Die USA müssten in den nächsten 30 Jahren jede Woche zwei 400-MW-Photovoltaik-Kraftwerke bauen, die jeweils etwa der Fläche von 130 Olympiastadien in Tokio entsprechen.“ Momentane Bauzeit für ein einziges Projekt dieser Größe: drei Jahre.

Knappe 30 Jahre hat die Welt insgesamt noch Zeit, die Netto-Null zu erreichen. Aber die sind schnell um: „Wenn Sie an die Zeit vor dreißig Jahren zurückdenken, sei es in Ihrem eigenen Leben oder in der Geschichte, werden Sie feststellen, wie schnell die Zeit vergeht: die Erfindung des Hubble-Teleskops, Nelson Mandelas Entlassung aus dem Gefängnis, der Fall der Berliner Mauer. Im Großen und Ganzen sind dies alles Ereignisse der jüngsten Vergangenheit. Denn dreißig Jahre sind nicht lang. Netto-Null muss nicht in einer fernen Zukunft erreicht werden. Es muss in den meisten Fällen noch zu unseren Lebzeiten geschehen“, so die Analysten.

Energie ist der Treibstoff, den die Welt braucht, um zu funktionieren. Sie ist der Treibstoff, der so viele Errungenschaften und Aktivitäten auf der ganzen Welt antreibt. Und einen Weg zu finden, all die verschiedenen Fäden, über die wir gesprochen haben, miteinander zu verweben - wobei jeder eine Rolle bei der Schaffung einer Welt mit sauberer Energie spielt - ist jetzt unsere dringendste Herausforderung.“

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Netto Null, Emissionen, Analyse, bericht, USA, Joe Biden, Infrastruktur, Tempo, Geschwindigkeit, Ausbau, erneuerbare Energie, Solar, Wind, Stromnetz, Energie
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