2022-08-20
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Überraschung aus Indien

Obwohl Indien über 7000 Kilometer Küstenlinie verfügt, gibt es bislang keine Offshore-Windkraft in dem energiehungrigen Land. Das soll sich nun ändern – und zwar möglichst schnell, wie die indische Regierung überraschend bekannt gegeben hat.

Die indische Regierung hat sich überraschend für den Ausbau der Offshore-Windenergie entschieden (Bild: Pixabay)Die indische Regierung hat sich überraschend für den Ausbau der Offshore-Windenergie entschieden (Bild: Pixabay)

Die damalige Regierung Indiens hatte bereits 2015 eine nationale Offshore-Windenergiepolitik angekündigt: So sollten bis 2030 30 Gigawatt an Windkraftkapazität verpachtet werden. Und die Weltbank hatte schon 2017 sogar eine noch weitaus höhere Prognose abgegeben: Bis zu 174 Gigawatt wären möglich, wenn man neben den fest installierten Turbinen auch schwimmende Windparks errichten würde, hieß es damals bei der Vorstellung des Global Wind Atlas, ein kostenloses webbasiertes Hilfsmittel, das politischen Entscheidungsträgern und Investoren dabei helfen sollte, überall auf der Welt vielversprechende Gebiete für die Windenergieerzeugung zu finden.

„In vielen Ländern gibt es ein großes Potenzial für die saubere, kostengünstige Energiegewinnung aus Windkraft, aber es mangelt an guten Daten“, sagte Riccardo Puliti, Senior Director und Leiter der Global Practice Energy & Extractives der Weltbank, in 2017. „Durch die kostenlose Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Ressourcendaten auf so detaillierter Ebene hoffen wir, mehr private Investitionen zu mobilisieren, um den Ausbau von Technologien wie der Windenergie zu beschleunigen und den dringenden Energiebedarf zu decken.“

Allerdings hat sich seitdem trotz der Unterstützung für internationale Investor*innen im indischen Offshore-Sektor so gut wie nichts getan. Nun scheint aber endlich Bewegung in das Thema zu kommen, denn in der vergangenen Woche hat die indische Regierung überraschend angekündigt, eine neue Offshore-Windstrategie einführen zu wollen. Indien hatte sich erst kürzlich und mit großer Verspätung ein Klimaschutzziel gesetzt: Premierminister Narendra Modi hatte sich nach dem Weltklimagipfel COP-26 verpflichtet, bis 2070 einen Netto-Null-Emissionsausstoß zu erreichen. Viel zu spät, lautete die einhellige internationale Kritik.

Bislang gibt es keine indischen Offshore-Windparks, obwohl das Land über große Kapazitäten verfügt (Bild: Pixabay)

Aber nun soll die indische Energiewende Fahrt aufnehmen. Wohl auch unter dem Eindruck des russischen Kriegs in der Ukraine und mit Blick auf Europa, das seit dem Beginn der Angriffe versucht, sich von Importabhängigkeiten im Bereich der fossilen Energien loszumachen, hatte der indische Minister für neue und erneuerbare Energien, R.K. Singh, laut dem Onlineportal mint im April noch angekündigt, dass die Regierung bald Angebote für 2 GW Offshore-Windkraft ausschreiben werde. „Unsere Reise ist ohne Offshore-Windenergie unvollständig. Wir werden Angebote für 1.000 MW in Gujarat und danach für 1.000 MW in Tamil Nadu einholen.“

Offenbar nicht genug Tempo, denn die neuen Pläne sehen einen schnelleren und größeren Ausbau vor: Die ersten Auktionen werden bereits in den kommenden drei bis vier Monaten erwartet, um in einer ersten Phase bis 2030 einen Ausbau von mindestens 10 bis 12 GW zu erzielen.

„Während eines Treffens wurde die Übertragungs- und Versorgungsinfrastruktur diskutiert, die für Offshore-Windprojekte mit einer Gesamtkapazität von 10 GW vor den Küsten von Gujarat und Tamil Nadu erforderlich ist“, teilte das Energieministerium letzte Woche laut dem Portal Reve mit. „Nach eingehender Prüfung wurde beschlossen, Offshore-Windkraftblöcke auszuschreiben.“

Ab diesem Jahr werden in den kommenden drei Jahren jeweils 4 GW an Kapazität angeboten. Danach sollen für die nächsten fünf Jahre dann insgesamt 5 GW pro Jahr versteigert werden. Angesichts der Kürze der Zeit erwarten Expert*innen, dass Indien auch ausländische Bieter zulassen wird, da so schnell kaum einheimische Finanziers zu finden sind. Als zusätzlichen Anreiz plant die Regierung, in den ersten beiden Jahren bis zu 8 GW an grünen Attributen wie Kohlenstoffgutschriften anzubieten. Außerdem soll der Netzanschluss für die Offshore-Entwickler kostenlos sein.

Bestätigen sich die Pläne, dürfte durch die Unterstützung der Regierung endlich auch der indische Offshore-Windsektor in Schwung kommen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Indien, offshore, Sektor, Regierung, unterstützung, Plan, Ausbau, Klimaschutz, Anreiz, Gigawatt, Weltbank, Emissionen, Windenergie, Windkraft
Windenergie Wiki:
Windpark, Turbine, MW, Energiewende



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