2022-06-29
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Offshore-Windparks und Fischerei?

Während in Europa und Asien immer mehr Offshore-Windparks errichtet werden, tun sich die Amerikaner bislang damit schwer. Im Fokus der Bedenken, die in Maine sogar in Verbote für den Bau von Offshore-Windparks münden, stehen dabei oftmals Umweltschutz und Fischerei. Doch nun kommt Bewegung in die Sache.

Europäische Studien belegen, dass Offshore-Windparks sogar zur Artenvielfalt am Meeresboden beitragen können (Bild: Pixabay)Europäische Studien belegen, dass Offshore-Windparks sogar zur Artenvielfalt am Meeresboden beitragen können (Bild: Pixabay)

Zwar sind an der amerikanischen Ostküste seitens der Regierung in den vergangenen Monaten verschiedene Auktionen abgehalten worden, um den Meeresboden - und damit das Recht, einen Windpark errichten zu dürfen - zu versteigern, aber noch immer gibt es neben dem 30 MW kleinen Offshore-Windpark Block Island keinen weiteren Offshore-Park in kommerzieller Größe vor den US-Küsten.

Neben hausgemachten Problemen wie dem Jones Act, der dafür sorgt, dass der Schiffsverkehr zwischen US-Häfen grundsätzlich auf Schiffe beschränkt ist, die in den USA hergestellt wurden, US-Staatsangehörigen gehören und von US-Bürgern betrieben werden, kommen weitere Bedenken verschiedenster Art hinzu, die andere Teile der Welt bereits hinter sich gelassen haben.

So warnen Umweltschützer immer wieder vor Auswirkungen auf die Flora und Fauna vor Ort. Auch die Fischer haben Angst um ihren Fang. Nicht nur eine Einschränkung des Fischfangs drohe dann, so die Befürchtung, auch ein Verschwinden des Artenreichtums treibt die Proteste an.

Nun gibt es aber ebenfalls erste US-Studien, die diese Thesen widerlegen. So wurde Ende März im ICES Journal of Marine Science eine Studie veröffentlicht, die sieben Jahre lang die Gewässer rund um den einzigen US-Offshore-Windpark Block Island überprüft hat, wie Electrek berichtet.

Die Forschenden untersuchten dabei Daten, die zwischen 2012 und 2019 bei monatlichen Fahrten zum Offshore-Windpark mit einem kommerziellen Trawler gesammelt wurden, der zwischen den Turbinen unterwegs war. Die Windturbinen von Block Island sind jeweils eine halbe Seemeile voneinander entfernt, während die derzeit geplanten Projekte an der US-Ostküste sogar eine ganze Seemeile voneinander entfernt sein sollen. Im Rahmen der Studie wurden fast 664.000 Fische aus 61 Arten gesammelt. Die Forschenden stellten fest, dass es während des Baus und des Betriebs von Block Island keine signifikanten negativen Auswirkungen auf Fische, die in der Nähe des Meeresbodens leben – sogenannte Grundfische – und auf die Populationen wirbelloser Tiere gab.

Block Island ist bis heute der einzige Windpark in den USA. (Bild: Ionna22, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Ganz im Gegenteil, es konnten sogar positive Effekte entdeckt werden, die der Boston Globe erklärt: „In der Nähe des Windparks Block Island versammelten sich mehr Schwarzbarsche, wahrscheinlich weil sie sich gerne in der Nähe von physischen Strukturen wie den Fundamenten der Windturbinen aufhalten. Die Wissenschaftler fanden dort auch mehr Kabeljau, aber nicht oft genug, um eindeutige Schlussfolgerungen zu ziehen.

Bei der Studie wurde nicht nur untersucht, welche Fische gefangen wurden, sondern auch, in welchem Zustand sie sich befanden und was in ihren Mägen war. Einige Fische fraßen mehr Muscheln, was darauf hindeutet, dass sie sich von Muscheln ernähren, die auf den Turbinen selbst wachsen.

Ein Phänomen, das auch an anderen Windparks weltweit beobachtet werden konnte. So gibt es in den Niederlanden mittlerweile sogar den Versuch, die bereits ausgestorbene Auster im Umfeld von Windparks neu anzusiedeln, da die Fundamente der Parks als künstliche Riffe fungieren. Auch viele andere Fischarten nutzen das ruhigere Umfeld um die Fundamente, was dazu führt, dass der Artenreichtum innerhalb der Windparks ganz besonders hoch ist. Die europäischen Forschenden haben die Hoffnung geäußert, dass sich dadurch der Fischbestand langfristig sogar erholen könnte, auch weil kommerzieller Fischfang in Europa direkt zwischen den Turbinen verboten ist.

Auch in den USA hofft die Windindustrie, dass solche Studien dazu beitragen, Bedenken auszuräumen und Fischerei und Umweltschutz auf die Seite der Windenergie zu holen, damit der gesamte Industriezweig, der in den USA seit Jahren in den Startlöchern steht, endlich loslegen kann.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
USA; offshore, Windpark, Umweltschutz, Fischerei, Studie, Fischarten, Austern, Fundament, Windkraftanlage, Forschende
Windenergie Wiki:
Turbine, Offshore, MW



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