2019-04-21
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Meldung von juwi AG

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„Der Aufwand lohnt sich“

Mit umfangreichen Markteinschätzungen bereitet juwi sich individuell auf jede Ausschreibungsrunde vor. Mit Erfolg: In jeder Runde gewann juwi Zuschläge: Über 130MW bei den Wind- und rund 100MW in den Solarausschreibungen.

Meinrad Wagenschwanz (Bild: juwi)Meinrad Wagenschwanz (Bild: juwi)

Wir sprachen mit dem Leiter des Geschäftsbereichs „Erneuerbare Energien Deutschland“, Meinrad Wagenschwanz*, über die Gründe für diesen Erfolg, und wie juwi den Wandel vom alten zum neuen EEG gemeistert hat.

Herr Wagenschwanz, juwi hat in diesem Jahr in den Ausschreibungen für Windenergie Onshore 15 Zuschläge mit einer Gesamtleistung von über 130 Megawatt gewonnen. Was waren die Highlights?
Meinrad Wagenschwanz: Zu den Highlights zähle ich auf jeden Fall zwei größere Projekte in Brandenburg, bzw. Hessen sowie auch zwei Zuschläge im Saarland. Diese sind etwas Besonderes: Immerhin gelang es uns als erstem Unternehmen, im Saarland erfolgreich im Ausschreibungssystem zu sein. Letztlich freuen wir uns natürlich über alle Zuschläge und insbesondere über die Tatsache, einer der erfolgreichsten Projektentwickler Deutschlands bei den Ausschreibungsrunden des Jahres 2018 gewesen zu sein.

Wie kommt es, dass juwi bundesweit so erfolgreich ist? Die Umstellung vom garantierten Netzzugang mit festem Einspeisetarif zum Ausschreibungssystem war sicher nicht ohne.
Wagenschwanz: Das ist richtig. Schon Anfang 2015 haben wir an der Pilotausschreibung PV teilgenommen, um dort erste Erfahrungen mit dem neuen System zu sammeln. Wir haben uns dann frühzeitig mit unserem Mutterkonzern, der MVV Energie AG, und unserer Schwester Windwärts zusammengesetzt und überlegt, wie wir unser Knowhow bei den erneuerbaren Energien mit der energiewirtschaftlichen Expertise eines klassischen Energieversorgers erfolgreich zusammenbringen können. Schließlich verfügt die MVV über ein umfangreiches Wissen zur Einschätzung der Energiemärkte und viel Erfahrung in Ausschreibungssystemen, zum Beispiel für Regelenergie. Gemeinsam mit der MVV und Windwärts sowie dank unserer tiefgehenden Marktkenntnisse sind wir daher in der Lage, den Markt vor jeder Ausschreibungsrunde aufs Neue sehr detailliert einzuschätzen.

Wie muss man sich das vorstellen? Wo kommen die Daten für die Markteinschätzung her? Wie aufwändig ist das?
Wagenschwanz: Wir haben eine umfangreiche Datenbank aufgebaut, in der neben den Daten aus dem Anlagenregister der Bundesnetzagentur auch viele Datensätze zu laufenden Genehmigungsverfahren enthalten sind. Basierend darauf arbeiten wir mit detaillierten Ertragssimulationen, die unter anderem Zuschlagswahrscheinlichkeiten für bestimmte Gebotshöhen und mehrere Folgerunden berechnen. Dabei berücksichtigen wir auch psychologische Komponenten: Bietet wirklich jeder mit, der dazu berechtigt ist? In welcher Runde? Zu welchem Preis? All das lassen wir auf mehreren Rechnern simulieren und bewerten dann die Ergebnisse in einem Expertenkreis, unserem sogenannten „Gebotsgremium“. Bei den letzten Wind-Ausschreibungsrunden lag wegen der im Vorfeld absehbar geringen Menge an Gebotsberechtigten natürlich der Focus der Recherche auf der Frage: Wie viele werden überhaupt bieten?

Lohnt sich dieser Aufwand? Ähnelt das Ganze nicht ein bisschen dem unsicheren Blick in die Kristallkugel?
Wagenschwanz: Das mag einem auf den ersten Blick so erscheinen. Aber unsere bisherigen Erfolge bei den Aus-schreibungen geben uns Recht: Immerhin lagen wir bei den Wind-Ausschreibungen mit 14 von 15 Zuschlägen über dem Durchschnittswert der jeweiligen Runde. Wenn man das in Euro umrechnet, so sprechen wir über mehrere Millionen Euro, die wir durch unsere weitgehend richtige Markteinschätzung für uns und unsere Kooperationspartner generieren konnten. Es geht uns also nicht alleine darum, irgendwie einen Zuschlag zu bekommen, sondern vor allem darum, das optimale Gebot in der für uns optimalen Ausschreibungsrunde abzugeben.

Das heißt, Sie schauen sich nicht nur die aktuelle Ausschreibungsrunde, sondern auch die nach-folgenden Runden an?
Wagenschwanz: Richtig. Mit Hilfe unserer Datenbank schätzen wir auch ab, wie viele neue Genehmigungen bis zu den nächsten Ausschreibungsrunden voraussichtlich erteilt werden und wie stark der Wettbewerb in den Folgerunden voraussichtlich sein wird. Wir schätzen aber immer auch die Marktpsychologie ein. Bieten die Wettbewerber in dieser Runde oder warten sie auf eine der Folgerunden? Welche politischen Veränderungen können kurzfristig eintreten? Wir wirken sich diese auf die Ausschreibungsrunden aus? Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, um auf mögliche kurzfristige Veränderungen schnell reagieren zu können. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass wir auch für kleinere regionale Projektentwickler der richtige Partner sind, wenn es darum geht, gemeinsam ein Projekt optimal in der neuen Ausschreibungswelt zu platzieren.

Anmerkung der Redaktion: Das Interview hat juwi auf seiner Homepage veröffentlicht. Morgen folgt der zweite Teil hier bei Windmesse.

 

*Meinrad Wagenschwanz ist seit Februar 2018 Geschäftsbereichsleiter Erneuerbare Energien Deutschland bei juwi. Der 54-jährige Diplom-Ingenieur wechselte vom Technologiekonzern Siemens zum Wörrstädter Projektentwickler für Wind- und Solarparks. Bei der Siemens AG in Erlangen war er zuletzt für das Geschäftsfeld Energy Management tätig. Davor war er für Siemens unter anderem in Großbritannien, der Schweiz und Kanada aktiv.

Quelle:
juwi
Autor:
Pressestelle
Keywords:
juwi, Interview, Geschäftsbereichsleiter, Ausschreibung, Zuschlag, Deutschland, Vorbereitung, Wind, Solar, Projektierer
Windenergie Wiki:
Megawatt, Bundesnetzagentur, Ausschreibungen



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