2024-03-01
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China zieht im Rennen um Erneuerbare auf und davon

Das einstige ‚Schmuddelkind’ hat sich innerhalb weniger Jahre zum Vorreiter für den Ausbau der erneuerbaren Energien gewandelt. In diesem Jahr wird China eine neue Rekordmenge an Wind- und Solarparks installieren – und Europa und die USA alt aussehen lassen.

China hat viel Platz und große Ressourcen für den Ausbau von erneuerbaren Energien (Bild: Pixabay)China hat viel Platz und große Ressourcen für den Ausbau von erneuerbaren Energien (Bild: Pixabay)

Direkte staatliche Subventionen für den Ausbau von Erneuerbaren? Abgeschafft. Und trotzdem boomt in diesem Jahr der Ausbau für saubere Energien in China mehr denn je. Während in Europa und den USA immer noch und immer wieder darüber gestritten wird, wie viel Unterstützung die EE-Industrie braucht, ist China schon einen Schritt weiter.

Das zeigt der jüngste Bericht ‚How China became the global renewables leader‘ von Wood Mackenzie eindrucksvoll. Investitionen in Höhe von 140 Mrd. US-Dollar und eine massive Ausweitung des Inlandsmarkts sorgen für Chinas Vorsprung, der in dieses Jahr in einem neuen Rekord von 230 GW Installationen ausfallen wird. Das ist mehr als doppelt so viel wie die Anzahl der Installationen in den USA und Europa zusammen.

„China hat 2020 sein Ziel der Kohlenstoffneutralität bis 2060 bekannt gegeben und seitdem den gesamten Energiesektor in aller Stille umstrukturiert, um die rasche Elektrifizierung und den Ausbau der erneuerbaren Energien zu unterstützen. Als wir in diesem Jahr aus der COVID-19-Sperre herauskamen, war es beeindruckend zu sehen, wie weit China wirklich voraus ist. Während einige andere Märkte ihre Ziele für erneuerbare Energien zurückschrauben, hat China seine Prognosen für Wind- und Solarenergie für 2025 in nur wenigen Jahren um 43 % oder 380 GW erhöht“, erklärt Alex Whitworth, Vizepräsident und Leiter des Forschungsbereichs Energie und erneuerbare Energien im asiatisch-pazifischen Raum bei Wood Mackenzie.

China wird 2023 mit einem neuen Rekord im Ausbau von erneuerbaren Energien beenden (Grafik: Wood Mackenzie)

Scheiterte die chinesische Energiewende in den vergangenen Jahren noch oftmals am fehlenden oder langsamen Ausbau der Stromnetze, die den sauberen Strom aus teilweise entfernten Regionen zu den großen Ballungs- und Industriezentren transportieren konnten, hat China auch auf diesem Gebiet dazu gelernt und investiert massiv in den Netzausbau. China hat für den Zeitraum von 2021-2025 Netzinvestitionen in Höhe von 455 Milliarden US-Dollar vorgesehen, das sind 60 Prozent mehr als in den zehn Jahren zuvor, wie Wood Mackenzie ausführt. Darunter fallen auch Fernübertragungsleitungen mit einer Länge von mehr als 1.000 km, die die Entwicklung von mehr als 100 GW an erneuerbaren Energien im Landesinneren ermöglicht haben.

Bei allem Lob ist China trotzdem noch weit davon entfernt, ein Vorzeigestaat zu sein. Der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung beträgt noch immer etwa 55 Prozent – weit mehr als in anderen Industrienationen wie den USA (2022: 20%) oder Deutschland (2022: 32,8%) oder einem Vorzeigeland wie Dänemark, wo im Vorjahr allein 55 Prozent des Stroms aus Windenergie stammen. Allerdings ist der Kohleanteil in China in den letzten fünf Jahren bereits um 10 Prozent gesunken.

Und auch die oftmals kritisierte Pipeline an Kohlekraftwerken mit einer Leistung von 200 GW sieht mittlerweile diverser aus, da eine Flotte von mehr als 100 GW flexibler Kraftwerke geschaffen wurde, die weniger Kohle verbrennt und so ausgelegt ist, dass sie zur Unterstützung schwankender erneuerbarer Energien hochgefahren werden kann.

China hat sich dadurch einen Standortvorteil geschaffen, der für andere Industrienationen schwer zu knacken sein dürfte. „Chinas Endverbraucherpreise für Strom sind weniger als halb so hoch wie die in Europa oder Australien, was zu einem starken Wettbewerbsvorteil im globalen Handel führt. Der chinesische Strommarkt ist heute größer als der von Europa und den USA zusammen. Wenn es also gelingt, den Übergang zu einem hohen Anteil an intermittierenden erneuerbaren Energien zu schaffen und gleichzeitig die Preise stabil zu halten, wäre das eine historische Leistung", erklärt Whitworth von Wood Mackenzie. Erst der Krieg Russlands gegen die Ukraine haben in anderen Ländern wie den EU-Staaten dazu geführt, künftig wieder einen größeren Fokus auf die heimische Produktion zu legen und gegen die Übermacht aus Fernost anzugehen. Doch die konkurrierenden Förderungsmechanismen wie zum Beispiel der Green Deal der EU und der Inflation Reduction Act aus den USA sorgen weiterhin für einen harten Kampf um Industriestandorte. Der lachende Dritte könnte daher China werden, das mit niedrigen Energiepreisen lockt.

Chinas Metropolen, hier die 32 Millionen-Einwohner-Stadt Chongqing, benötigen viel Strom (Bild: Pixabay)

Anlässlich des bevorstehenden Weltklimagipfels COP28, zeigt IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol aber noch einen weiteren Punkt auf, der verbesserungsbedürftig ist: „Die Klimaziele der Welt hängen von unserer Fähigkeit ab, das globale Energiesystem wesentlich effizienter zu gestalten. Wenn die Regierungen das 1,5 °C-Ziel in Reichweite halten und gleichzeitig die Energiesicherheit gewährleisten wollen, ist eine Verdoppelung der Energieeffizienz in diesem Jahrzehnt von entscheidender Bedeutung.“

Es gibt also auch für China noch jede Menge zu tun, um die Energiewende weiter voranzubringen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
China, Ausbau, erneuerbare Energie, Kohle, Kraftwerk, Wind, Solar, USA, Europa, Deutschland, Anteil, Netz, Investition, Leistung, Kapazität, Effizienz
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