2024-03-03
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China als Motor der Energiewende

China hat dem Klimawandel gegenüber lange die Augen verschlossen, doch in den letzten Jahren wurde auch in der Volksrepublik die Notwendigkeit der Energiewende erkannt. Seitdem die Zentralregierung den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreibt, vermeldet das Land einen Rekord nach dem anderen.

Von Peking aus wird der Ausbau der erneuerbaren Energien im Rahmen des 14. Fünfjahresplans (2021-2025) gesteuert (Bild: Pixabay)Von Peking aus wird der Ausbau der erneuerbaren Energien im Rahmen des 14. Fünfjahresplans (2021-2025) gesteuert (Bild: Pixabay)

Bis 2030 will die Volksrepublik China den Höhepunkt ihrer Kohlendioxidemissionen erreichen und 20 Prozent der Energie aus nicht-fossilen Energieträgern beziehen. Bis 2060 steht dann das Ziel auf dem Plan kohlenstoffneutral zu werden. Der Ausbau der Erneuerbaren boomt daher seit einigen Jahren. Im Batterie- und Solarbereich hat man europäische Player schnell aus dem Markt gedrängt und selbst die USA wissen sich nur mit Schutzzöllen zu helfen, um gegen die übermächtige Konkurrenz anzukommen.

Und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Bis Ende Mai stieg laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinghua die installierte Kapazität der Windenergie im Vergleich zum Vorjahr um 12,7 Prozent auf etwa 380 Millionen Kilowatt, während die der Solarenergie bei etwa 450 Millionen Kilowatt lag, was einem Anstieg von 38,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die installierte Stromerzeugungskapazität Chinas belief sich in diesem Zeitraum auf insgesamt 2,67 Milliarden Kilowatt, was einem Anstieg von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Kein Wunder, dass allein der globale Windenergiemarkt bis Ende 2023 die Schwelle von einer Terawatt (TW) installierter Leistung überschreiten wird, wie der jüngste Marktausblick von Wood Mackenzie prophezeit. „Nachdem die Windindustrie mehr als 40 Jahre gebraucht hat, um 1 TW an Installationen zu erreichen, wird sie die nächste TW an Installationen innerhalb der nächsten acht Jahre erreichen, was eine erhebliche Wachstumsbeschleunigung darstellt“, erklärt Luke Lewandowski, Forschungsdirektor bei Wood Mackenzie.

Klarer Spitzenreiter: China. „Der chinesische Windenergiemarkt wird sich 2023 stark erholen, wobei die Entwickler die jährliche Kapazität im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppeln werden, da das Land ein Rekordjahr für neue Windturbinenaufträge verzeichnet. Über die 10-Jahres-Prognose wird der jährliche Kapazitätszuwachs in China durchschnittlich 80 GW betragen und 50 % der weltweiten Neukapazität ausmachen“, blickt man bei Wood Mackenzie in die Zukunft.

Globale Bestellungen von Windkraftanlagen im 4. Quartal 2022 nach Region (Bild: Wood Mackenzie)

Diese Entwicklung konnte bereits in den vergangenen Jahren beobachtet werden, wo sich in den jährlichen Charts der größten Windkraftanlagenhersteller immer mehr chinesische Hersteller tummelten, während vor allem die europäischen Anbieter im harten Konsolidierungskampf steckten. Die Verschiebung der Dominanz Richtung Osten wurde erst kürzlich durch eine Mitteilung des chinesischen Turbinenherstellers Three Gorges Group getoppt, der die mit 16 MW ausgestattete größte Offshore-Windkraftanlage der Welt errichtet hat – ein Privileg, das in der Vergangenheit europäischen Unternehmen wie Vestas oder Siemens Gamesa vorbehalten war.

Dass China, um seinen gigantischen Strombedarf zu decken, auch weiterhin fleißig Kohlekraftwerke baut und der größte Emittent von Treibhausgasen ist, wird mittlerweile gerne in den Hintergrund gestellt. Denn die Erfolgszahlen sprechen für sich: So verzeichnete die zentralchinesische Provinz Hubei Ende Juni erstmals eine installierte Gesamtstromerzeugungskapazität von über 100 Millionen Kilowatt, wobei 64,4 Prozent des erzeugten Stroms aus sauberer Energie stammten.

Hubei, dessen größte Stadt Wuhan mehr als 10 Millionen Einwohner*innen hat, verfügt neben reichlich Wind- und Solarenergie allerdings auch über das größte Wasserkraftwerk der Welt, die Drei-Schluchten-Talsperre am Jangtse-Fluss (siehe Bild links. Quelle: Pixabay). Kein Wunder, dass die Provinz mit insgesamt 37,84 Millionen Kilowatt mehr als ein Drittel ihrer gesamten Stromerzeugungskapazität aus der Wasserkraft bezieht. Wind- und Sonnenenergie tragen mit etwa 27 Millionen Kilowatt zur Stromerzeugung bei, während konventionelle Wärmekraftwerke laut State Grid Hubei Electric Power fast 36 Millionen Kilowatt erzeugen. Trotzdem wurde am 28. Juni ein neuer Rekord aufgestellt, als Wind und Solar mehr als 40 Prozent der gesamten Stromlast in der Provinz abdeckten.

Um die zugesagten Klimaschutzziele zu erfüllen und die Dekarbonisierung der Wirtschaft voranzutreiben, reicht allerdings auch der Rekordzubau an Erneuerbaren bei Weitem nicht aus, weshalb Expert*innen erwarten, dass China auch im kommenden Trendmarkt ganz vorne mitmischen wird: Wasserstoff und Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung (CCUS). Dem Energiehunger Chinas sind also weiter keine Grenzen gesetzt.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
China, Energiewende, Ausbau, Wind, Solar, Hersteller, Turbine, onshore, offshore, Strom, erneuerbare Energie, Provinz, Wasserstoff
Windenergie Wiki:
MW, Dekarbonisierung



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