2024-06-16
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Bessere Arbeitsbedingungen in der Windbranche nötig

Neben mehr Flächenausweisungen und schnelleren Genehmigungsverfahren sind vor allem bessere Arbeitsbedingungen zentral, um die benötigten Fachkräfte für den Ausbau der Windenergie in Deutschland gewinnen zu können, so eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung.

Bild: PixabayBild: Pixabay

Obwohl der IPCC-Bericht noch einmal verdeutlicht hat, wie dringlich der Kampf gegen die Klimakrise ist, ist die Windbranche weit entfernt von einem Boom. Warum das so ist, ergründet eine neue Untersuchung, die die Hans-Böckler-Stiftung in Kooperation mit der IG Metall gefördert hat, und in der es heißt: „Der deutsche Markt ist seit dem Jahr 2017 massiv eingebrochen. Die Ausbauzahlen sind sowohl an Land als auch auf See in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. In der Folge hat auch die Windindustrie in Deutschland deutlich an Substanz verloren. Ein signifikanter Teil der Unternehmen der Branche ist in den vergangenen Jahren vom Markt verschwunden.“

Schon in den Jahren vor der Pandemie hat die Windbranche in Deutschland 40.000 Arbeitsplätze verloren. Produktionsstätten wurden dicht gemacht und ins Ausland verlagert, andere Unternehmen haben die schwache Auftragslage und die Pandemie gar nciht überstandne und sind insolvent gegangen.

Um der deutschen Windbranche zum Aufschwung zu verhelfen, sind laut der Untersuchung verschiedene Faktoren nötig: Neben mehr Flächenausweisungen und schnelleren Genehmigungsverfahren sind vor allem bessere Arbeitsbedingungen zentral. Staatliche Unterstützung und weitere Forschungsförderung wäre auch bei der Entwicklung neuer Technologien wie schwimmende Windkraftanlagen und Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff hilfreich. Allianzen zwischen Windbranche und Werftindustrie für Offshore-Bereiche werde ebenso benötigt, wie die Förderung der Recyclingwirtschaft.

Der letztlich entscheidende Faktor ist der Untersuchung zufolge aber die menschliche Arbeit: Die Branche braucht hoch qualifizierte Beschäftigte, die sie nur bekommt, wenn sie gute Arbeitsbedingungen bieten kann. In dieser Hinsicht steht die Windindustrie jedoch eher bescheiden da. Es ist zu konstatieren, „dass Tarifverträge und Mitbestimmung in der Branche nicht die Regel sind“. Nach einer Befragung von Betriebsräten liegt die Tarifbindung unter 40 Prozent. Auch bei der Qualifizierung und Nachwuchsgewinnung hapert es. Die Ausbildungsquote liegt bei gerade einmal 3,6 Prozent – verglichen mit rund 6 Prozent im gesamten Maschinenbau.

Um dies zu ändern, wird eine „Arbeitsmarktstrategie zur Erreichung der Energiewende-Ziele“ vorgeschlagen: Neben Aus- und Weiterbildung müsste es dabei um eine Stärkung der Tarifbindung gehen. Zum Beispiel könnte die Bezahlung nach Tarif als zusätzliches Kriterium bei Ausschreibungen von Windkraftanlagen berücksichtigt werden. Ein weiteres Kriterium könnte der Anteil regionaler Wertschöpfung sein – als Reaktion auf „local-content“-Bestimmungen in vielen anderen Ländern. Auch im Service-Bereich sind bessere Arbeitsbedingungen vonnöten, um mehr Menschen dafür zu interessieren.

Quelle:
Hans-Böckler-Stiftung
Autor:
Windmesse Redaktion
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Hans Böckler Stiftung, IG Metall, Arbeit, Tarif, Ausbau, Energiewende, Ausbildung, Facharbeiter, Deutschland, Windbranche, Versäumnis
Windenergie Wiki:
Offshore, Ausschreibungen



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