2019-07-21
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Offizieller Spatenstich für großes Windprojekt in der Ortenau

Startschuss für Kambacher Eck

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Nach über zwei Jahren Planung und Vorbereitung ist es nun soweit: Am 9. September lud badenova zum Spatenstich auf das Kambacher Eck in der Ortenau ein. badenova errichtet dort vier Windkraftanlagen, die ab Juni 2016 Ökostrom für 10.000 Haushalte produzieren sollen – ein bedeutender Schritt für die Energiewende in der Region.

„Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien, besonders von dieser Größenordnung, sind nur mit engagierter Unterstützung der Kommunen zu stemmen“, betonte Dr. Thorsten Radensleben, Vorstandsvorsitzender von badenova anlässlich des Spatenstichs. Er bedankte sich bei den Bürgermeistern von Steinach, Schuttertal und Biberach für ihre große Unterstützung und ihr Vertrauen. „Die Energiewende in der Ortenau nimmt Fahrt auf“, so unisono Frank Edelmann (Bürgermeister von Steinach), Carsten Gabbert (Bürgermeister von Schuttertal) und Daniela Paletta (Bürgermeisterin von Biberach).

Auf rund 500 Metern Höhe wird die von badenova gegründete „Windpark Kambacher Eck GmbH & Co. KG“ vier Windkraftanlagen vom Typ Enercon E-115 errichten. Dies ist das bislang größte Vorhaben dieser Art in der badenova-Unternehmensgeschichte. Mehr als zwei Jahre lang haben Badenova und die Ökostrom Consulting Freiburg GmbH im Vorfeld geplant, projektiert, Windmessungen durchgeführt sowie die für die Baugenehmigung notwendigen Umweltverträglichkeitsgutachten eingeholt. Mit dem Erhalt des „roten Punkts“ am 31. Juli konnte das interkommunale Windprojekt offiziell starten. Aktuell ist bereits eines von vier Fundamenten der Windanlagen gebaut. Die badenova-Tochter Wärmeplus setzt das 22 Millionen Euro teure Vorhaben um. Partner bei der Projektentwicklung ist die Ökostrom Consulting. Gemeinsam haben beide unter dem Namen „regiowind“ in den vergangenen Jahren insgesamt 15 Windanlagen in der Region errichtet – im Raum Freiburg, in St. Peter und Hornberg sowie in Seelbach. Dahinter stehen über 30 Megawatt Windleistung. Auf dem Kambacher Eck werden vier Mal 3.000 kW, insgesamt also zwölf Megawatt, installiert. „Dies entspricht einem voraussichtlichen Stromertrag von 28 Millionen Kilowattstunden jährlich – so viel wie 10.000 Haushalte im Jahresmittel verbrauchen“, erklärt Klaus Preiser, Geschäftsführer von badenovaWärmeplus. Die Windhöffigkeit am Kambacher Eck liegt bei knapp über sechs Meter pro Sekunde, was die Windmessung mit modernster „Lidar-Technik“ im Frühjahr 2014 ergeben hat.

Doch bis die vier Windmühlen mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einen Rotordurchmesser von 115 Metern Ökostrom produzieren, hat badenovaWärmeplus noch viele Herausforderungen zu meistern. U. a. gilt es die tonnenschweren, sperrigen Windflügel auf das Kambacher Eck zu bringen. Nur mit Hilfe eines Spezialtransporters, der das 57 Meter lange Rotorblatt „aufstellen“ kann, sind die Windflügel überhaupt zu ihrem späteren Einsatzort zu bringen. Beim Transport ist mitunter Millimeterarbeit zu leisten, deshalb wird der Spezial-LKW mit einer Fernsteuerung manövriert. Teil der Projektentwicklung war eine detaillierte „Zufahrtprüfung“ mit dem Ziel eines reibungslosen Transports vom Talort Steinach zum Kambacher Eck zu gewährleisten: Straßen und besonders die Radien des Straßenverlaufs müssen z. T. verbreitert, eine Telefonleitung abgehängt sowie ein Schuppen abgeschlagen werden. Den Originalzustand, auch des Straßenbelags, wird badenova wieder herstellen. Um die großen Materialmengen zu lagern, wird in Steinach ein „Basislager“ errichtet. Im Zuge des Großbauprojekts erhält Steinach eine Behelfsausfahrt von der B33 zwischen Steinach und Lachen. „Dies alles sind Beispiele, die die große Komplexität des Bauvorhaben belegen.“, so Klaus Preiser.

Für den Windkraftbau ist – wie für alle derartigen Projekte - eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BlmSchG) erforderlich. Wichtige Kriterien sind hier Schall, Schattenwurf sowie jene Maßnahmen, die Badenova zum Schutz der Tierwelt zu ergreifen hat. Aufforstungen, Ausgleichsflächen für Fledermäuse, das Anbringen von 100 Fledermauskästen und das Umsiedeln von Waldameisen sind ebenso benannt wie Zusatzflächen für das „Braune Langohr, eine seltene Fledermausart. Eine weitere Herausforderung ist die netztechnische Anbindung der Windräder: Zum Umspannwerk Seelbach wird eine sieben Kilometer lange 20-kV-Leitung gebaut. Weitere Kilometer an Stromleitungen sind zwischen den Anlagen selbst zu errichten. Im nahe gelegenen Seelbach baut badenova eine Übergabestation für den Strom. Um den Netzstrang anzubinden müssen das Steinbächle sowie die Landesstraße L102 unterkreuzt werden.

Bis zum Jahresende sollen die vier Fundamente sowie zwei von vier Türmen fertig gestellt sein. Nach der Winterpause, voraussichtlich März, folgt der Bau der Türme drei und vier sowie der spektakuläre Transport der Gondeln und der 12 Rotorblätter. Der Netzanschluss wird parallel errichtet. Im zweiten Quartal 2016 sollen die Windkraftanlagen erstmals Ökostrom produzieren.

Wenn das Windkraftvorhaben erfolgreich abgeschlossen ist, können sich Kommunen und Bürger aus der Region beteiligen. badenova und die drei Gemeinden erarbeiten gemeinsam ein Modell, um Bürgern in der Region die Teilhabe zu ermöglichen. „Dass die Bevölkerung die Baumaßnahme mehrheitlich mit großem Interesse verfolgt und hinter der Energiewende steht ist sehr erfreulich. Für unseren dezentralen Weg der Energiewende braucht es engagierte Mitstreiter“, so Dr. Thorsten Radensleben.

 

Fakten rund um das Windprojekt:

  • Bauherr: Windpark Kambacher Eck GmbH & Co. KG, badenova-Tochter
  • Projektleitung: badenova-Tochter Wärmeplus
  • Projektentwicklung: Ökostrom Consulting Freiburg GmbH
  • Vier Windkraftanlagen des Typs E-115 von Enercon
  • Nabenhöhe 149 m
  • Rotordurchmesser 115
  • Nennleistung je 3.000 kW, insgesamt 12 Megawatt
  • Voraussichtlicher Stromertrag: 28 Millionen kWh/a (entspricht dem Verbrauch von rund 10.000 Haushalte/a)
  • Ende des Projekts: 2. Quartal 2016
  • Investitionen: ca. 22 Millionen Euro
Quelle:
badenova
Link:
www.badenova.de/...
Windenergie Wiki:
Windpark, Nabe, Megawatt, Gondel, Energiewende, Enercon



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