2018-07-20
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Interview vom 02.05.2011 mit Dr.Volker Buddensiek, Chefredakteur SONNE WIND und WÄRME, SUN and Wind Energy im Windmesse Newsletter

Windmesse: Herr Dr. Buddensiek, wir freuen uns, Sie als ersten Chefredakteur eines Fachmagazins in unserem neuen Newsletter zu einem Interview begrüßen zu dürfen. Viel ist in Bewegung bei den Erneuerbaren Energien, besonders vor dem Hintergrund der Ereig

Volker BuddensiekVolker Buddensiek
Volker Buddensiek: Ich bin skeptisch, ob den markigen Aussagen zu einem Kurswechsel in Sachen Atomenergie in Deutschland tatsächlich in ausreichendem Maß Taten folgen. In der Vergangenheit haben Politiker gelernt, dass öffentlicher Druck sehr davon abhängt, wie stark ein Thema in den Medien vertreten ist. In dem Maß, wie Fukushima aus den Schlagzeilen verschwindet, werden die altbekannten Argumente vom Anstieg des Strompreises, den Milliardenkosten für den Netzausbau und der wetterabhängigen Einspeisung von Regenerativstrom wieder in die Talkshows und Kolumnen Einzug halten. Wer genauer hinschaut, kann beobachten, dass das große Relativieren bereits wieder angefangen hat.
Die Onshore-Windenergie muss sich da auch auf einiges gefasst machen. Wenn ich in einer Talkshow über Energiesicherheit höre - wohlgemerkt: nach Fukushima - dass Windenergie ja umweltfreundlich sein mag, aber wegen Lärmbelästigung nicht menschenfreundlich sei und obendrein das Landschaftsbild zerstöre, dann weiß ich, dass die Propagandisten der konventionellen Energieerzeuger zwar kurz abgetaucht sein mögen, ihre Truppen aber durchaus noch bereit stehen.
International hat die Reaktorkatastrophe insgesamt noch weniger zu einem Umdenken geführt als in Deutschland. Zeitgleich erleben wir in Europa gerade in vielen Ländern ein Ausbremsen des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren.
Aber vielleicht sollten wir uns auch klar machen: Ein Paradigmenwechsel in der Energiepolitik sollte nicht von einer Reaktorkatastrophe und deren Folgen abhängen. Die Diskussion darüber, wie wir weltweit eine ausreichende Energieversorgung für alle Menschen sicher stellen wollen, ohne konventionelle durch regenerative Energieversorgung zu ersetzen, wäre meiner Meinung nach die wichtigere und nachhaltigere Diskussion. Leider wird diese Diskussion kaum in der Öffentlichkeit geführt.


Windmesse: Kommen wir zu Ihrem Magazin SONNE WIND & WÄRME und der internationalen Ausgabe, SUN & WIND ENERGY. Die deutsche Ausgabe ist ja seit vielen Jahren ein wichtiger Begleiter der Erneuerbaren. Wann ist die Zeitschrift zum ersten Mal erschienen? Und wie sahen und sehen die Auflagenzahlen aus?

Buddensiek: SONNE WIND & WÄRME erscheint jetzt bereits im 35. Jahr, ist also selbst ein echter Pionier in der deutschen Regenerativ-Landschaft. Zwar hat sich der Name der Zeitschrift in der Vergangenheit geändert, aber der Anspruch, eine unabhängige Wissens- und Informations-Plattform für alle erneuerbaren Energien zu sein, ist der gleiche geblieben. Unsere Leser wissen das zu schätzen. Seit 2008 erscheinen wir mit 18 Ausgaben im Jahr und seit dem vergangenen Jahr mit einer Druckauflage von jeweils 30.000 Heften.
Das Schwester-Magazin SUN & WIND ENERGY ist 2003 erstmals erschienen. Auch da haben wir Pionierarbeit geleistet und parallel zu einer wachsenden Internationalisierung des Marktes der Erneuerbaren einen selbstständigen internationalen Titel mit eigenen Schwerpunkten entwickelt. SUN & WIND ENERGY wird heute jeden Monat mit einer Auflage von 25.000 Exemplaren weltweit vertrieben.
Beide Titel gibt es übrigens nicht nur in Print-Form, sondern seit geraumer Zeit auch als E-paper zum Download oder zum „Blättern“ im Internet.


Windmesse: Wie hat sich der Anteil der Windenergie in Ihrem Magazin entwickelt?

Buddensiek: Windenergie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Zeitschriften. Wir haben in den letzten Jahren intensiv am redaktionellen Profil im Windenergiebereich gearbeitet und bekommen heute uneingeschränkte Anerkennung für die hohe Kompetenz und Aktualität unserer Berichterstattung.
Während wir in der SUN & WIND ENERGY in jeder der zwölf Ausgaben einen umfangreichen Windteil haben und uns dort besonders intensiv um Anlagentechnik und Logistik im On- und Offshore-Bereich kümmern, verfolgen wir in der SONNE WIND & WÄRME ein anderes Konzept. Jeweils zwei der vier Regenerativ-Technologien Windenergie, Photovoltaik, Solarwärme und Bioenergie stehen im Fokus einer Ausgabe. Diese beiden Branchen werden ausführlich in ihrer gesamten Breite dargestellt. Hier kommen also auch Themen wie Service und Wartung, Finanzierung und Versicherung, Genehmigungspraxis und Projektmanagement zum Tragen.
In jeder Ausgabe bringen wir in einem umfangreichen Panorama-Teil aktuelle Nachrichten, Messeberichte und Ähnliches aus der Windenergie. Man kann also sagen, dass unsere Leser alle drei Wochen auf den neusten Stand in Sachen Windenergie gebracht werden.
Mit unserem Offshore-Special in englischer Sprache und internationaler Verbreitung haben wir im vergangenen Jahr einen neuen Weg beschritten. Diesen Weg werden wir weiter verfolgen. Wir machen das mit ruhiger Hand und westfälisch gelassen – dafür aber mit dem Ziel einer dauerhaften Lösung.


Windmesse: Wie sieht es mit der Internationalisierung aus? In wie vielen und in welchen Ländern wird SUN & WIND ENERGY hauptsächlich gelesen?

Buddensiek: Im vergangenen Jahr sind Hefte in insgesamt rund 150 Länder verschickt worden. Ein Schwerpunkt unserer Verbreitung liegt natürlich in Europa. Rund 45 Prozent unserer Auflage wird hier gelesen. In die ebenfalls wichtigen neuen Märkte in Nordamerika gehen rund 22 Prozent der Hefte, und 20 Prozent werden in den Ländern des südlichen und östlichen Asiens vertrieben. Der Rest verteilt sich mit 6, 4 und 3 Prozent auf Afrika mit dem Mittleren Osten, Latein- / Südamerika sowie Australien. Innerhalb unserer weltweiten Verbreitung wollen wir immer dort sein, wo sich zukunftsträchtige Märkte entwickeln.


Windmesse: Arbeiten Sie mit internationalen Partnern zusammen? Wenn ja, mit welchen?

Buddensiek: Wir bauen kontinuierlich unser weltweites Korrespondentennetz aus, und haben inzwischen in den wichtigsten Ländern Journalisten, die uns mit Texten oder Informationen zuarbeiten. Wir werden diesen Ausbau weiter vorantreiben, weil wir in unseren Berichten in SUN & WIND ENERGY einen Markt und seine Spielregeln nicht nur mit dem Blick „von außen“ beschreiben wollen. So wie Projektierer und Hersteller in der Regel nur mit lokalen Partnern im Ausland erfolgreich sein können, so nutzen auch wir die Kenntnisse von Insidern, um adäquat und kompetent berichten zu können.


Windmesse: Was würden Sie als die größte Herausforderung Ihres Magazins innerhalb der letzten Jahre beurteilen?

Buddensiek: Die Herausforderungen für uns als Redaktion und Verlag sind nicht so sehr unterschiedlich von denen, die andere Unternehmen aus dem regenerativen Sektor meistern müssen: Wachstum und Internationalisierung des Marktes. Im Jahr 2009 hatte eine Ausgabe der SUN & WIND ENERGY im Durchschnitt 170 Seiten, die aktuelle Ausgabe 5/2011 hat grade zum ersten Mal mehr als 300 Seiten. Zusätzlich produzieren wir inzwischen unsere Special Editions zu Zielmärkten wie Italien, Frankreich und China, aber auch zu Themen wie Offshore-Windenergie. Da geht es uns wie vielen Unternehmen: Wir wachsen, aber Wachstum will auch geplant und organisiert sein.


Windmesse: Einer neuen BWE Studie zufolge besteht in Deutschland weiterhin ein immenses Potential für Onshore Anlagen. Bis zu 70 Prozent des landesweiten Strombedarfs könnten laut dieser Studie allein durch Onshore Windenergie abgedeckt werden, eine entsprechende Genehmigung der Flächennutzung vorausgesetzt, versteht sich. Das trifft sicher auch für andere Länder zu.
Welche Chancen räumen Sie vor diesem Hintergrund national wie international dem Ausbau des sehr kostenintensiven Offshore Marktes ein?

Buddensiek: Offshore-Windenergie erhält eine viel stärkere politische Unterstützung als die Windenergie onshore. Die Unterstützung der Offshore-Industrie ist auch notwendig, wenn man einen schnellen Ausbau und hohen Anteil von Windstrom im Netz will. Andere Länder sind da deutlich weiter als Deutschland. Allerdings darf man dabei die Onshore-Windkraft nicht abkoppeln. Onshore-Wind hat den großen Vorteil, dezentral und näher am Verbraucher erzeugt zu werden. Es ist eine Mär zu behaupten, es gäbe keine geeigneten Standorte mehr in Deutschland. Wenn politisch motivierte Blockaden in der Genehmigungspraxis fallen, dann kann Windenergie im Binnenland sogar noch in erheblich stärkerem Maß ausgebaut werden – zu weit geringeren Kosten als die Offshore-Windkraft. Und schauen wir über die Grenzen, dann sieht es für die Windkraft noch viel besser aus. Der Hunger auf Energie ist riesig und wird weiter wachsen, Flächen gibt es genug, die Technik steht bereit – es fehlt der ausreichende politische Wille. Womit wir wieder beim Anfang des Interviews angekommen wären.
Quelle:
Windmesse.de
Autor:
Windmesse Onlineredaktion
Email:
redaktion@windmesse.de
Link:
www.windmesse.de/...
Windenergie Wiki:
Offshore, BWE



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