2020-10-31
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Kommentar: PR-Posse von Vattenfall

Wie der schwedische Energiekonzern Vattenfall überraschend bekannt gab, hat man sich an der Kohle-Abschalt-Auktion der Bundesnetzagentur beteiligt, um das umstrittene Kraftwerk Moorburg in Hamburg stillzulegen.

Bild: PixabayBild: Pixabay

Der Kohleausstieg in Deutschland soll bis zum Jahr 2038 über die Bühne gehen. Um nach und nach die Kraftwerke abzuschalten, können sich Betreiber seit Kurzem an stillen Auktionen der Bundesnetzagentur beteiligen, die darüber entscheidet, welche Standorte zuerst vom Netz gehen. Heißt: Wer am wenigsten Kohle verlangt, bekommt als erster den Zuschlag für die Abschaltung. Und dann gibt's eine schicke Abfindung - in Milliardenhöhe.

Letzte Woche hat Vattenfall überraschend den Weg an die Öffentlichkeit gesucht und gegenüber der Süddeutschen Zeitung angekündet, dass man das Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg in diese Auktion gegeben hat - ein PR-Coup mit riesigem medialen Echo.

Das 1.730 MW starke Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg ist erst seit 2015 in Betrieb und stößt im Vergleich zu anderen, älteren 'Dreckschleudern' relativ geringe Emissionen aus. Es wäre also vielleicht eine Überlegung wert, wenn schon nicht gleich alle, dann zunächst mal diese älteren Kraftwerke vom Netz zu nehmen. Leider steht bei diesen Überlegungen aber nicht der Klimaschutz im Vordergrund, sondern? Genau, die mit der jeweiligen Abschaltung verbundenen Zuschüsse.
Die gab's erstmal, um die Kohlekraftwerke zu bauen, zu unterhalten, etc. Diese richteten und richten den mittlerweile nachgewiesenen Schaden an. Und die, die sich seit Jahrzehnten und auf Kosten aller an dieser Umweltsauerei bereichert haben, müssen nun nicht etwa Verantwortung übernehmen und irgendwas wieder gut machen. Nein, für diese Herrschaften gibt es jetzt eine schöne Belohnung in Höhe von insgesamt vier Milliarden vom deutschen Steuerzahler, damit sie mit der angerichteten Klimakatastrophe bitte wieder aufhören. Das ist doch wahre Logik.

Wenn das Gebot von Vattenfall angenommen wird, könnte Moorburg bzw. Teile davon bereits im kommenden Jahr abgeschaltet werden.

Das Kraftwerk in Hamburg stand schon in der Kritik, lange bevor es in Betrieb ging. Im Jahr 2005 sorgte der damalige CDU-geführte Hamburger Senat unter Bürgermeister Ole von Beust dafür, dass das Kraftwerk doppelt so groß wurde, wie eigentlich geplant. Seither gab es diverse Klagen und Versuche von verschiedenen Seiten, den umstrittenen Betrieb zu verhindern. Denn immerhin will man ja auch in Deutschland aus der Kohle aussteigen.

Nun möchte sich Vattenfall seinen Kohleausstieg offenbar vergolden lassen. Gepaart mit der laufenden PR-Kampagne, innerhalb einer Generation Strom ohne die Nutzung fossiler Energien produzieren zu wollen, müssen nun die Altlasten schnellstens weg. Und da kommt ein vorzeitiger Ausstieg gerade recht - wenn er viel Geld bringt.

Denn mittlerweile will auch die Stadt Hamburg nichts mehr von der Kohle wissen. So hat kurz vor der Bürgerschaftswahl im Februar die Hamburger SPD angekündigt, früher als geplant aus der Kohleverstromung aussteigen zu wollen – und dafür auch Moorburg den Hahn abzudrehen: Einer der zwei Blöcke sollte nach diesen Plänen stillgelegt, der zweite zu einem Gaskraftwerk umgebaut werden.

Bevor es aber so weit kommt, hat man bei Vattenfall offenbar beschlossen, sich noch mal ordentlich Kohle für die Kohle einzustecken.

Autor:
Windmesse Redaktion
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Vattenfall, Moorburg, Kommentar, Kohleausstieg, Hamburg, Senat, Kraftwerk, Bundesnetzagentur, Stillegung, Auktion
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