2019-12-10
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Meldung von REN21

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Neuer internationaler Referenzbericht stellt fest: Städte sind im Kampf gegen den Klimawandel und für erneuerbare Energien an vorderster Front

"Es mag für einige überraschend klingen, aber wir sehen heute weltweit dasselbe Muster: Städte treiben die Energiewende voran. Sie verstehen, dass erneuerbare Energien weniger Lungen- und Herzerkrankungen, mehr lokale Arbeitsplätze und Entlastung für den städtischen Haushalt bedeuten."

Bild: REN21Bild: REN21

Dies erklärte Rana Adib, Exekutivsekretärin von REN21, bei der Vorstellung des ersten Renewables in Cities 2019 Global Status Reports (REC-GSR) in Paris. "Wenn die Städte allein entscheiden würden, sähe die heutige Klima- und Energiepolitik ganz anders aus."

"Die auf Basis fossiler Brennstoffe errichteten Wirtschaftssysteme hindern nationale Regierungen daran, die Klimaproblematik in den Mittelpunkt zu stellen, mit dem Ergebnis, dass wir weltweit nicht auf Kurs sind, das Pariser Abkommen einzuhalten. Da wir eigentlich schnell handeln müssen, ist diese Wahrheit ist schwer zu ertragen. Der am heutigen Tage von unserem Partner UNEP veröffentlichte Emission Gap Report 2019 zeigt die harte Realität auf: kollektiv haben es die Staaten bisher nicht geschafft, das Wachstum an globalen Treibhausgasemissionen zu stoppen. Im Gegenteil, die Kluft zwischen Zielen und Realität vergrössert sich. Tiefere und schnellere Einschnitte sind erforderlich. Städte nehmen den Klimaschutz selbst in die Hand ", ist eine der Schlussfolgerungen von Rana Adib.

Bis November 2019 haben etwa 1.200 lokale Regierungen in 23 Ländern den Klimanotstand ausgerufen. Fast 10.000 Städte haben bereits Ziele zur Reduzierung der CO2-Emissionen festgelegt, viele verbunden mit dem Ausbau erneuerbarer Energien, wie der nun veröffentlichte Bericht zeigt.

Erste globale Bestandsaufnahme der Städte-Initiativen beim Übergang zu erneuerbarer Energie

Viele Länder gehen noch immer davon aus, dass es mehrere Jahrzente dauern wird, Energieysteme mit 100% erneuerbaren Eenergien aufzubauen. Weltweit gibt es jedoch zahlreiche Städte, die bereits heute 100% ihres Stroms aus erneuerbaren Energien beziehen. Derzeit unternehmen sie Schritte, ihre Ambitionen zu erweitern und die Nutzung fossiler Brennstoffe in den Bereichen Heizung, Kühlung, Verkehr und Industrie zu beenden.

Der Bericht zeigt, dass eine wachsende Anzahl europäischer Städte die Energieversorgung in die eigene Hand nehmen, indem sie die Energieversorgungsunternmen wieder kommunalisieren oder Stadtwerke neu gründen. Barcelona Energía, das küzlich gegründet wurde, um die Stadtbewohner und die städtischen Einrichtungen mit lokal produzierter erneuerbaren Energie zu versorgen, ist nur ein Beispiel. Barcelona war auch eine der ersten europäischen Städte, die bereits 2000, die Nutzung der Solarenergie in allen neuen und renovierten Gebäuden aufgelgt hat, um darüber mindesten 60% des Energiebedarfs für die Warmwasserversorgung abzudecken. Das nächste Projekt ist ein solares Kühlnetzwerk, welches ab Ende 2019 den Betrieb aufnehmen soll.

Erneuerbare Energien könnten Millionen von Menschen den vorzeitigen Tod ersparen

"Eine wichtige Botschaft des Berichts ist, dass vielen Städten bewusst ist, dass sie unmittelbar unter den Auswirkungen fossiler Brennstoffe leiden. Die Umstellung auf effiziente und erneuerbare Energiesysteme ist der einzige Ausweg", sagt Adib.

Die Bekämpfung der Luftverschmutzung ist eine der stärksten Motivationen. Städte ersticken buchstäblich an Partikeln und anderen Luftschadstoffen, die aus fossilen Brennstoffen stammen. Sie messen kaum einen Bruchteil des Durchmessers eines menschlichen Haares, doch, laut Studien der Weltgesundheitsorganisation, ist ihre Präsenz in der Stadtluft verantwortlich für Millionen von vorzeitigen Todesfällen und milliardenschweren Kosten. So entstehen der Europäischen Union aufgrund der Gesundheitsschäden alleine durch den Straßenverkehr jährliche Kosten von rund 62 Milliarden Euro.

Ban Ki-Moon, ehemaliger UN-Generalsekretär und Vorsitzender des koreanischen Nationalrats für Klima und Luftqualität, unterstreicht den Zusammenhang zwischen der Verbrennung fossiler Brennstoffe und der Gesundheit der Bürger. "Ein nicht nachhaltiger und leichtfertiger Energieverbauch führt zu einem Grad an Luftverschmutzung, der sehr beunruhigend ist; welweit, handelt es sich um die viertgrösste Bedrohung für die menschliche Gesundheit und das grösste gesundheitliche Umweltrisiko, dem wir heute ausgesetzt sind. Vor diesem Hintergrund ist der Übergang zu einem saubereren und nachhaltigen Energiesystem keine Wahl, sonder eine Notwendigkeit. Städte können bei der Bekämpfung der  Luftverschmutzung eine Vorreiterrolle spielen, indem sie kreative Politiken umsetzen und innovative Lösungen unterstützen, wie es die Metropole Seoul tut. Wir verfügen über die notwendigen Mittel, um die Energiewende voranzutreiben. Wir brauchen nur den politischen und institutionellen Wille für diese neue Realität."

Wie in Seoul, Barcelona, Berlin, Kopenhagen, Heidelberg, Lissabon, London, Madrid, Paris, Rotterdam, Stockholm und Warschau haben sich alle verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren neue Luftqualitätsstandards festzulegen, die die bestehenden nationalen Ziele mindesten erreichen oder übertreffen. Bei der Unterzeichnung der Erklärung im Oktober erklärte der Bürgermeister von Kopenhagen Frank Jensen: "Die Luftverschmutzung ist ein globales Problem, mit einer lokalen Lösung. Bis 2025 will Kopenhagen die erste klimaneutrale Hauptstadt der Welt sein. In diesem Jahr haben wir 400 Elektrobusse auf die Straße gesetzt, und bis zum nächsten Jahr sollen die Fähren elektrifiziert werden. Wir wollen, dass unsere Bürger zu jeder Jahreszeit tief durchatmen können, ohne um ihre Gesundheit fürchten zu müssen".

Viele Städte in Entwicklungsländern sind führend bei dem Ausbau erneuerbarer Energien

"Viele Vorteile der erneuerbaren Energien sind auf der ganzen Welt gleich ", erklärt Adib. "Aber es gibt auch Unterschiede. Für Städte in Entwicklungsländern sind erneuerbare Energien häufig der einzige Weg, den Energiezugang für alle Einwohner auszubauen, insbesondere für diejenigen, die in städtischen Slums und informellen Siedlungen, sowie in Vororten und im städtischen Randgebieten leben."

Kapstadt ist die südafrikanische Stadt mit der höchsten Zugangsrate zu einer Stromversorgung. Allerdings können tausende von Haushalten nicht elektrifiziert werden, weil sie das Land illegal nutzen oder sie in überschwemmungsgefährdenten Gebiete angesiedelt sind. Die Armut zwingt zahlreiche Haushalte, Strom nur einen Teil des Monats zu nutzen. „Obwohl wir uns bemühen, Zugang zu Wohnraum zu verschaffen, bleibt der informelle Wohnraum eine Realität. Kerzen und Paraffinöfen werden genutzt und führen immer wieder zu zerstörerischen Hüttenbränden, Verletzungen und Umsiedelung. Solar Home Systeme sind eine sichere und kostengünstige Alternative zu offenen Feuern“, sagt Dan Plato, Bürgermeister von Kapstadt.

Die Exekutivdirektorin des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Inger Andersen, ist der Ansicht, dass " erneuerbare Energien offensichtlich ein starker Motor für soziale und wirtschaftliche Entwicklung sind, da sie die Nutzung wertvoller Ressourcen und Umweltverschutzung vermeiden und Arbeitsplätze schaffen. Unsere Städte wachsen und Städte, die auf eneuerbare Energie bauen, werden erfolgreich sein.“

Erneuerbare Energien machen Städte widerstandsfähig

Daten aus dem Bericht zeigen, dass zunehmender Wohlstand und Lebensstandard in den Städten einen schier unersättlichen Energiehunger verursachen. Der Bericht von REN21 zeigt, dass 70% aller Städte bereits heute von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Adib sagt: "Falls Städte nichts an der Art und Weise ändern, Energie zu produzieren und zu verbrauchen, werden sie zu ihrer eigenen Zerstörung beitragen. Der Zusammenhang ist einfach und sie wissen es. Weltweit leben mehr als eine Milliarde Menschen in städtischen Slums und informellen Siedlungen, so dass die Ärmsten am stärksten betroffen sein werden. Selbst in Europa werden tropische Stürme immer häufiger auftreten. Wir haben einen Vorgeschmack darauf bekommen, als im vergangenen Jahr der Sturm Leslie Nord- und Zentralportugal mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h traf und starke Niederschläge in Spanien und Frankreich brachte".

Die Funktionsfähigkeit der Energieinfrastruktur nach Eintreten der Flut oder des Sturms aufrechtzuerhalten ist für den weiteren Betrieb von Rettungsdiensten, Krankenhäusern und Informationssystemen unerlässlich. Unternehmen und Industrie investieren in erneuerbare Energien, um Störungen zu vermeiden. Die Städte entwickeln dezentrale, erneuerbare Energiesysteme, weil sie flexibler sind und zentralen Schocks sind, die mit dem Klimawandel immer häufiger auftreten, wiederstehen, betont der Bericht.

Partizipation auf lokaler Ebene macht den Unterschied

"Ein Vorteil der erneuerbaren Energien ist, dass sie den Bürgern eine Rolle bei der Gestaltung der Infrastruktur geben", sagt Adib. "Unser Bericht zeigt, dass die Zahl der kommunalen Energieprojekte, die erneuerbare Energien nutzen, in den letzten Jahren stark gestiegen ist, was bestätigt, dass die Demokratie neben dem Klimawandel ein wichtiger Antrieb für die Energiewende ist." Dänemark, Deutschland und das Grossbritannien sind bei dieser Entwicklung führen. Doch auch in anderen Teilen der Welt, darunter Thailand, Japan und Kanada, beginnen Bürgerenergieprojekte zu entstehen, heißt es im Bericht.

"Städte können den Kampf gegen den Klimawandel auf nationaler und globaler Ebene aktiv vorantreiben. Ihnen bieten sich Gelegenheiten, die andere Regierungsebenen nicht haben, darunter auch direktere Beziehungen zu Bürgern und Unternehmen vor Ort", sagt die deutsche Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Svenja Schulze. "Das Engagement der Bürger und der öffentliche Druck haben die Ambitionen der Städte in Bezug auf erneuerbare Energien an vielen Orten der Welt erhöht und wirtschaftliche, soziale und ökologische Vorteile gebracht."

„Dennoch ist es wichtig zu betonen, dass selbst die größten Städte der Welt mit der stärksten dezentralen Entscheidungsbefugnis in keinster Weise in die Verantwortung nationaler Regierungen treten können. Nationale Regierungen sind für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen unter dem Pariser Abkommen voll verantwortlich. Vor der fortschreitenden Klimakrise kann sich niemand verstecken", schließt Adib.

Der Renewables in Cities 2019 Global Status Report ist die erste Augabe einer jährlichen globalen Bestandsaufnahme zur Energiewende und der Entwicklung erneuerbarer Energien in Städten. Ziel ist es, Daten zur Verfüngung zu stellen, diese standardisierter, auswertbarer und vergleichbarer zu machen. "Wir rechnen damit, dass dieser Bericht ein wichtiges Instrument sein wird, um die Entwicklungen und die Auswirkungen der Nutzung erneuerbarer Energien und der weltweiten Energiewende darzustellen. ", sagt Adib.

Regionale Fakten können hier heruntergeladen werden: https://rebrand.ly/ren21cities

 

Quelle:
REN21
Autor:
Pressestelle
Link:
www.ren21.net/...
Keywords:
REN21, Städt, Klimawandel, erneuerbare Energie, Bürger, Gemeisnchaft, Krankheit, Infrastruktur, Entwicklungsland, Vorreiter
Windenergie Wiki:
Svenja Schulze, Energiewende



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