2019-12-08
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Kohle verliert in den USA weiter an Boden

Laut einer Analyse von SUN DAY haben die Stromerzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energiequellen in den USA nun erstmals die von Kohle übertroffen.

Die Anteile an fossiler und erneuerbarer Energie am Strommix verschieben sich (Bild: Pixabay)Die Anteile an fossiler und erneuerbarer Energie am Strommix verschieben sich (Bild: Pixabay)

Da kann auch Donald Trump nicht mehr helfen, denn der US-Präsident und erklärte Kohleanhänger ist von der Realität eingeholt worden. Laut einer Analyse, über die Electric Energy Online berichtet, wurden die Stromerzeugungskapazitäten von Kohle in den USA erstmals von den erneuerbaren Energien (d.h. Biomasse, Geothermie, Wasserkraft, Solar und Wind) überholt. Die Daten basieren auf den monatlichen Veröffentlichungen der Federal Energy Regulatory Commission (FERC), der US-Bundesbehörde, die die Übertragung und den Großhandel mit Strom und Erdgas sowie die Beförderung von Öl durch Pipelines im zwischenstaatlichen Handel regelt. Analysiert wurden sie von SUN DAY, einer gemeinnützigen Forschungs- und Bildungsorganisation, die 1992 gegründet wurde, um nachhaltige Energietechnologien als kostengünstige Alternativen zu Kernkraft und fossilen Brennstoffen offensiv zu fördern.

Laut FERCs jüngstem monatlichen Bericht, dem ‚Energy Infrastructure Update‘, der Daten bis zum 30. April 2019 mit einbezieht, wurden in den ersten vier Monaten des Jahres 18 Windparks mit einer Kapazität von insgesamt 1.545 MW und 102 neue Solarparks mit 1.473 MW neu ans Netz gebracht. Zusammen mit vier ebenfalls neuen Wasserkraftwerken (29 MW) reicht diese Menge aus, so SUN DAY, um den Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten installierten US-Kraftwerksleistung auf 21,56% zu steigern. Im Vergleich dazu sank der Anteil an Kohle auf 21,55% (gegenüber 23,04 % im Vorjahr).

Die Kapazität ist allerdings nicht gleichbedeutend mit der tatsächlichen Erzeugung. Die Kapazitätsfaktoren für Kernkraft und fossile Brennstoffe sind meistens höher als bei den erneuerbaren Energien. Kraftwerke werden in der Regel nicht ständig unter Volllast, sondern zu bestimmten Zeiten auch unter Teillast betrieben oder zur Wartung außer Betrieb genommen. Die insgesamt in einem Jahr von der Anlage umgesetzte Arbeit ist deshalb kleiner als die im gleichen Zeitraum maximal mögliche, was den höheren, aus der Zahl der Volllaststunden abgeleiteten Jahresnutzungsgrad oder Kapazitätsfaktor für fossile Kraftwerke erklärt. So meldete die U.S. Energy Information Administration (EIA) für das letzte Kalenderjahr einen Anteil von 17,6 Prozent an erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung des Landes. Allerdings ist das etwas weniger als der Anteil an ihrer tatsächlichen Stromerzeugung im Jahr 2018, der bei über 21,2 Prozent lag. Der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung betrug im vergangenen Jahr 27,2%.

Nichtsdestotrotz nimmt der Anteil an Kohlestrom immer weiter ab, in den vergangenen Jahren etwa um einen Prozentpunkt pro Kalenderjahr. Gleichzeitig steigt der der erneuerbaren Energien unaufhaltsam. So ist der Beitrag der Windenergie inzwischen von 6,43% auf 8,25% gestiegen und damit auf dem besten Weg, die Wasserkraft (8,41%) in den nächsten Monaten zu übertreffen. Auch der Anteil der Solaranlagen steigt stetig, wobei in die offizielle Statistik nur kommerzielle Solarparks eingehen, während die vielen auf Privatdächern installierten Anlagen nicht gezählt werden.

Wenn sich die derzeitigen Prognosen von FERC als richtig erweisen, werden die erneuerbaren Energien in den kommenden drei Jahren fast ein Viertel (d.h. 24,15 %) der gesamten verfügbaren installierten Erzeugungskapazität des Landes ausmachen, wobei allein der Wind mehr als ein Zehntel (10,01 %) und die Sonne 4,32 % ausmacht. Hinzu kommen Wasserkraft (8,16%), Biomasse (1,33%) und Geothermie (0,33%).

Mitarbeiter für die Windbranche sind in den USA zur Zeit heiß begehrt (Bild: AWEA)

Die Voraussetzung dafür ist allerdings eine stabile Ausbaupolitik, die den Erneuerbaren keine Steine in den Weg legt. So stellt neben der Suche nach Arbeitskräften zur Zeit vor allem das aktuelle politische Umfeld die Branche vor eine gewisse Herausforderung. Zölle auf chinesische Importe sowie die Gefahr neuer Zölle auf mexikanische Importe werden das Wachstum dämpfen, machte kürzlich Tom Kiernan, Präsident des amerikanischen Windenergieverbandes AWEA, gegenüber CNBC deutlich. Trotz einer Vereinbarung, die Präsident Donald Trump letzte Woche bekannt gab, drohte er am Montag damit, Zölle gegen Mexiko zu erheben, wenn der mexikanische Gesetzgeber das Abkommen ablehne.

„Wir sind sehr besorgt über die Auswirkungen der Zölle auf die Arbeitsplätze“, so Kiernan. "Wir hätten mehr Leute eingestellt, gebe es die aktuellen Tarife nicht. Und wenn die Tarife (weiter) steigen, wie der Präsident vorschlägt, wird das entweder unser Wachstum verringern oder könnte irgendwann zu einem Rückgang der Arbeitsplätze in der Windindustrie führen."

Dabei sind die erneuerbaren Energien zur Zeit einer der Jobmotoren in den USA. Das Bureau of Labor Statistics prognostiziert allein für die Windenergie, dass die Arbeitsplätze der Anlagentechniker bis 2026 der am zweitschnellsten wachsende Beruf des Landes sein werden, mit einer Wachstumsrate von 96% auf mehr als 11.000 Stellen.

„Praktisch alle unsere Unternehmen stellen ein“, so Kiernan. „Wir suchen Leute, die eine Karriere aufbauen wollen, denn die Männer und Frauen, die einen Windpark betreuen - dieser Windpark wird für die nächsten 30 Jahre da sein.“

Der Verband betont außerdem, dass mehr als 99 Prozent der neuen Windprojekte in ländlichen Gebieten errichtet werden. Also genau dort, wo die Arbeitsplätze in der Kohle wegfallen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Kohle, erneuerbare Energie, SUN DAY, FERC, Analyse, Solar, Wind, Windprojekt, Arbeitsplätze, USA
Windenergie Wiki:
Windpark, Trump, MW



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