2024-03-01
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Meldung von Deutscher Wetterdienst (DWD)

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16. Klimatagung beim DWD

Prognose für den Winter 2023/2024 im Kontext von "Klimadienstleistungen für die Energiewende" vorgestellt

Bild: PixabayBild: Pixabay

Letzte Woche fand die jährliche Klimatagung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach statt. Unter dem Leitthema "Klimadienstleistungen für die Energiewende" versammeln sich Expertinnen und Experten, um verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit der Energieentwicklung zu diskutieren. Im Rahmen dieser Tagung wird auch eine Prognose für den bevorstehenden Winter 2023/2024 präsentiert, die auf saisonalen Klimavorhersagen basiert.

Diese Tagung legt ihren Fokus auf bedeutende Themen wie den Stand und Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland, Klimasimulationen, Versorgungssicherheit unter meteorologischen Gesichtspunkten und die Herausforderungen im Netzbetrieb. Die Prognose für den Winter 2023/2024 ist in diesem Kontext von besonderem Interesse, da die Wintermonate die Zeit sind, in der der Bedarf an Heizenergie deutlich ansteigt.

Daten deuten auf normalen bis wärmeren Winter hin

Der diesjährige meteorologische Winter beginnt am 1. Dezember 2023 und endet am 29. Februar 2024. Für diesen Zeitraum zeigt die aktuelle DWD-Temperaturvorhersage für Deutschland eine moderate Wahrscheinlichkeit für einen normalen bis wärmeren Winter im Vergleich zum selben 3-Monatsmittel im Zeitraum 1991-2020. Das entspricht einem 3-Monatsmittel mit Temperaturen im Durchschnitt höher als 0,9 °C. Für den Spätwinter (Januar bis März 2024) deutet sich ebenfalls die Tendenz „normal bis wärmer“ im Vergleich zum selben Zeitraum 1991-2020 an. Hier rechnen die Klimaexperten vom DWD damit, dass die Temperaturen im Durchschnitt höher als 2,0 °C liegen werden. Die Vorhersagequalität der saisonalen Klimavorhersage ist für diese beiden Zeiträume relativ gut. Dabei wird der Winterstart als eher mild vorhergesagt und zum Ende des Winters steigt die Möglichkeit für Kaltlufteinbrüche.

Der Einfluss von Wetter- und Klimaverhältnissen auf den Energieverbrauch

Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt beim DWD, kommentiert die Prognose: "Die Aussicht auf einen vergleichsweise milden Winter hat zwei Seiten. Einerseits ist ein milder Winter ein weiteres Indiz für den fortschreitenden Klimawandel auch in Deutschland. Auf der anderen Seite ist es eine positive Nachricht für alle Energieverbraucher. Wenn sich die Prognose bewahrheitet, könnten wir dadurch Heizenergie einsparen."

Der Energieverbrauch wird maßgeblich durch Wetter- und Klimaverhältnisse beeinflusst. Insbesondere zur Abschätzung des Heiz- und Gasbedarfs waren im zurückliegenden Winter saisonale Temperaturvorhersagen von großem Interesse.

Für den sicheren Betrieb des Energiesystems sind zuverlässige Wettervorhersagen von entscheidender Bedeutung. Der Energiesektor benötigt Informationen über verschiedene Zeiträume sowohl für Wetter- als auch Klimadienstleistungen. Der Deutsche Wetterdienst kann daher die Energiewende mit vielfältigen Leistungen unterstützen und arbeitet dazu bereits mit vielen Akteuren erfolgreich zusammen. Der aktuelle Stand der Energiewende und die Rolle von Klimadienstleistungen werden auf der 16. Klimatagung des Deutschen Wetterdienstes diskutiert.

Saisonale Klimavorhersagen nicht so genau wie Wettervorhersagen

Die Prognose für den Winter 2023/2024 basiert auf saisonalen Klimavorhersagen des DWD, die in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg und dem Max-Planck-Institut für Meteorologie entwickelt wurden. Diese Prognosen berücksichtigen komplexe Wechselwirkungen zwischen der Atmosphäre und trägeren Bestandteilen des Klimasystems wie dem Ozean, dem Meereis und der Landoberfläche. Es ist wichtig zu beachten, dass die saisonalen Klimavorhersagen für größere Zeiträume und größere geografische Gebiete gelten und nicht die Genauigkeit einer Wettervorhersage aufweisen.

"Saisonale Klimavorhersagen geben uns einen Überblick über klimatische Tendenzen über längere Zeiträume, im Gegensatz zu spezifischen Wettervorhersagen für einen bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt", so Fuchs. Wenn für drei Monate bestimmte klimatische Bedingungen vorhergesagt werden, können einzelne Tage oder Wochen dennoch anders ausfallen.

Auswirkungen von El Niño

Zusätzlich zur Temperaturprognose werden großräumige klimatische Bedingungen berücksichtigt. Die saisonalen Vorhersagen berechnen ein Maximum der El-Niño-Aktivität im Winter mit abschwächender Tendenz zum Frühling hin, was jedoch nach heutigem Wissen keine direkten Auswirkungen auf die Temperaturen in Deutschland hat. Indirekt geht mit El Niño im frühen Winter typischerweise ein stabiler polarer Wirbel einher, welcher zu Westwindlagen und einem milden Winterbeginn führen kann. Dies wird aktuell von mehreren internationalen Modellen vorhergesagt. Im späten Winter sind Störungen des polaren Wirbels und Kaltlufteinbrüche möglich. Letztere können allerdings nur wenige Wochen im Voraus konkret vorhergesagt werden. Entsprechend zeigen sich aktuell noch Unterschiede zwischen den Klimavorhersagen der verschiedenen Modelle.

Die aktuellen Informationen zu klimatischen Bedingungen sowie zu El Niño und anderen Variablen werden kontinuierlich beobachtet und in die laufenden Klimavorhersagen integriert.

Für weitere Informationen verweisen wir auf das Erklärvideo zur Vorhersagequalität des DWD:
https://www.dwd.de/DWD/klima/beratung/klimavorhersagen/Tutorial_Ampel_final_070622.mp4

Die aktuellen Klimavorhersagen des DWD können auf der Website www.dwd.de/klimavorhersagen eingesehen werden.

Quelle:
DWD
Autor:
Pressestelle
Link:
www.dwd.de/...
Keywords:
DWD, Wetter, Prognose, Winter, Energie, Verbrauch, Klima, Deutschland, Expoerte, Ausbau, erneuerbare Energie
Windenergie Wiki:
Versorgungssicherheit, Hamburg, Energiewende



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