2024-03-01
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Energiesystem vor fundamentalen Veränderungen

Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet damit, dass sich das Energiesystem bis zum Jahr 2030 fundamental verändern wird im Vergleich zu heute. Auch wenn es mit dem Erreichen des 1,5 Grad-Ziels eng wird, ist der Siegeszug der sauberen Energien nicht mehr zu stoppen. Aber wie der Weg dorthin aussieht, ist offen.

Die Klimakrise kann nur global bekämpft werden. Aber wer besitzt diese Weitsicht aktuell? (Bild: Pixabay)Die Klimakrise kann nur global bekämpft werden. Aber wer besitzt diese Weitsicht aktuell? (Bild: Pixabay)

Die Liste der Probleme in der europäischen Windindustrie ist lang: schwankende Nachfrage, langsame Genehmigungsverfahren, fehlende Rohstoffe, hohe Inflation, unzureichende Ausschreibungsmodelle, Fachkräftemangel. Die Liste ließe sich beliebig erweitern. Aus diesem Grund sah sich die EU-Kommission in dieser Woche zum Handeln genötigt und hat den ‚European Wind Power Action Plan‘ vorgelegt, „mit dem gewährleistet werden soll, dass die Energiewende und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie Hand in Hand gehen und die Windkraft eine europäische Erfolgsgeschichte bleibt“, wie es von der EU hieß.

Mit diesem Plan will die EU endlich Ordnung ins Chaos bringen und gleichzeitig den Wettbewerbern den Wind aus den Segeln nehmen. Denn die Zeit drängt: Bis 2030 will Europa eigentlich auf einen Anteil erneuerbarer Energie von mindestens 42,5 Prozent kommen. Allein der Windsektor soll von 204 GW im Jahr 2022 auf über 500 GW im Jahr 2030 anwachsen. Und das möglichst mit vor Ort hergestellten Windkraftanlagen, die von europäischen Unternehmen aufgebaut und betrieben werden sollen.

Aber der Markt ist umkämpfter denn je. Die europäischen Unternehmen spüren zunehmend Druck aus China, wo in den vergangenen Jahren die große Aufholjagd bei der Energiewende begonnen hat. Längst führen chinesischen Unternehmen die Liste der größten Windkraftanlagenhersteller an, immer neue Rekorde bei den Turbinengrößen werden vermeldet. Erst in dieser Woche kündigte Mingyang Energy an, an einer 22 MW-Turbine zu arbeiten, vor einigen Wochen erst wurde mit der 18 MW-Windkraftanlage H260-18MW von CSSC Haizhuang einer neuer Prototyp vorgestellt.

China dominiert die globalen Bestellungen von Windkraftanlagen im 4. Quartal 2022 (Bild: Wood Mackenzie)

Und auch die USA drücken aufs Gas beim grünen Umbau ihrer Wirtschaft. Nach den verlorenen Jahren unter Donald Trump sorgte Präsident Joe Biden dafür, dass mit dem im letzten Jahr vorgestellte Inflation Reduction Act die heimische Produktion von grüner Energietechnologie beflügeln wurde. Eine Maßnahme, die sich mittlerweile als eine einzigartigen Erfolgsgeschichte herausgestellt hat.

Der IRA trägt dazu bei, was die Internationale Energieagentur (IEA) in dieser Woche für ein Szenario für 2030 aufgemalt hat: Das globale Energiesystem wird sich bis 2030 fundamental verändern. „Der phänomenale Aufstieg sauberer Energietechnologien wie Solar- und Windenergie, Elektroautos und Wärmepumpen verändert die Art und Weise, wie wir alles von Fabriken und Fahrzeugen bis hin zu Haushaltsgeräten und Heizsystemen mit Energie versorgen“, heißt es vollmundig im frisch veröffentlichten ‚World Energy Outlook 2023‘.

Die IEA schätzt, dass 2030 weltweit fast zehnmal so viele Elektroautos unterwegs sind wie heute und dreimal mehr Investitionen in neue Offshore-Windprojekte fließen als in neue kohle- und gasbefeuerte Kraftwerke. All diese Zuwächse beruhen allein auf den derzeitigen politischen Vorgaben der Regierungen in aller Welt.

Und genau dort liegt auch das Problem. Zum einen setzen die Berechnungen voraus, dass alle Länder ihre nationalen Energie- und Klimazusagen auch pünktlich und vollständig einhalten, was derzeit nicht der Fall ist. Und zum anderen würde selbst dann die Zielvorgabe von einer maximalen Erderwärmung von 1,5 Grad Celsius aus dem Pariser Klimaabkommen verpasst. Trotzdem zeigt sich IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol optimistisch: „Der Übergang zu sauberer Energie findet weltweit statt und ist unaufhaltsam. Es ist keine Frage des 'ob', sondern nur des 'wie bald' - und je früher, desto besser für uns alle.“

Allerdings ist auch er nicht so naiv, darauf zu hoffen, dass die sich etwas ändert: „Regierungen, Unternehmen und Investoren müssen den Übergang zu sauberer Energie unterstützen, anstatt ihn zu behindern. […] Jedes Land muss seinen eigenen Weg finden, aber die internationale Zusammenarbeit ist entscheidend für die Beschleunigung des Übergangs zu sauberer Energie. Wie schnell die Emissionen zurückgehen, hängt vor allem davon ab, ob wir in der Lage sind, nachhaltige Lösungen zur Deckung des steigenden Energiebedarfs der schnell wachsenden Volkswirtschaften der Welt zu finanzieren. All dies zeigt, wie wichtig es ist, die Zusammenarbeit und Kooperation zu verdoppeln und sich nicht von ihr zurückzuziehen.“

Die EU versucht mit ihrem Aktionsplan, die europäische Windindustrie wieder anzuschieben (Bild: Pixabay)

Dabei kommt der Appell in einer Zeit, die weiter weg von einem friedlichen Zusammenleben ist als je zuvor. Neben dem andauernden russischen Krieg gegen die Ukraine hat der Überfall der Hamas auf Israel die Gefahr eines Flächenbrands in Nahost greifbar nah rücken lassen. Und auch Programme wie die Europas und der USA, die auf protektionistische Wirtschaft zielen, tragen nicht dazu bei, dass es realistisch scheint, dass der anstehende Weltklimagipfel von Erfolg gekrönt sein wird.

Dabei kommt es jetzt mehr denn je auf Diplomatie und Politik an. Søren Lassen, Leiter der Offshore-Windforschung bei Wood Mackenzie, macht es am Beispiel der strauchelnden Offshore-Windindustrie deutlich: „Die Branche steht an einem Wendepunkt. Werden die Politiker bereit sein, die für die Offshore-Windenergie erforderliche Unterstützung zu leisten? Wenn ja, könnte sich die Branche in einer stärkeren Position als je zuvor befinden. Wenn nicht, wird es sehr eng werden."

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Energiesystem, global, national, Europa, China, USA, EU, offshore, Windindustrie, Ausbau, grün, Wachstum, Politik, Krise
Windenergie Wiki:
Turbine, Trump, MW, Energiewende



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