2020-10-19
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Viel Wind im Westen

Alternative Energien haben in Spanien eine glänzende Zukunft. Der steigende Energieverbrauch auf der Iberischen Halbinsel verlangt nach einem Ausbau der regenerativen Primärenergiequellen

Ein neuer Rekord: Am 20. März 2007 meldet der spanische Netzbetreiber Red Electrica, am späten Nachmittag des Vortages seien 8375 Megawatt (MW) Windenergie ins Netz gespeist worden. Dies entpricht einem Anteil von 27 Prozent des aktuellen Energiebedarfs.

Die Windnutzung hat auf der Iberischen Halbinsel Tradition: für den Vortrieb von Schiffen, für Landwirtschaft und Mühlen, später dann zur industriellen Stromerzeugung. Auf der internationalen Rangordnung der installierten Windenergieleistung steht Spanien heute nach Deutschland an zweiter Stelle. Zusammen produzieren beide Länder über 50 Prozent der Windenergie in Europa. Die spanischen Windenergieanlagen erzeugten 2006 fast 12 000 MW – Tendenz steigend. Allein im vergangenen Jahr wurden Anlagen mit einer Leistung von 1587 MW (+15,8 Prozent) errichtet. Damit zählt Spanien nach den USA, Deutschland und Indien zu den am stärksten wachsenden Windmärkten.

Symbol für Fortschritt

Die spanische Regierung rechnet in den kommenden Jahren mit einem weiteren starken Wachstum der installierten Windenergie. Der offizielle Renewable Energy Plan (PER) geht von einem Plus von 2000 MW pro Jahr aus – damit würde im Jahr 2010 die 20 000-MW-Marke erreicht. Das entspräche einem Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch von 12,1 Prozent und einer Steigerung auf 30,3 Prozent an der Stromerzeugung. Derzeit werden knapp neun Prozent des Energiebedarfs gedeckt. Die ertragreichste Windregion Spaniens ist Galizien an der Atlantikküste. Hier sind Anlagen mit einer Leistung von 2603 MW installiert. Auf Platz 2 und 3 folgen Castilla- La Mancha mit 2311 MW und Castilla de León mit 2120 MW. Beide Gegenden haben stark zugelegt und die ehemals führenden Regionen Aragón, Navarra und Andalusien überholt. Spanien verfügt über exzellente Windstandorte in kaum besiedelten Landstrichen. Die meisten Spanier betrachten Windparks nicht als Errungenschaft des Umweltschutzes – ebenso wenig ärgern sie sich aber über die „Verspargelung der Landschaft“. Auf die Idee, wie der traurige Held des Nationaldichters Miguel de Cervantes gegen Windmühlen zu kämpfen, kommt kaum jemand: Windparks stehen im Lande Don Quijotes für Fortschritt und Moderne. Und für Arbeitsplätze. Direkt und indirekt sorgen die Rotoren für 80 000 Jobs.

Aus betriebswirtschaftlichen Gründen rückt die Verlagerung der Energieerzeugung aufs Meer immer stärker in den Fokus. 31 Offshore-Projekte warten derzeit auf ihre Genehmigung. Insbesondere die Küstengewässer Galiziens und Andalusiens bieten beste Windbedingungen. Ab 2008 sollen die ersten Offshore-Windparks errichtet werden. Das spanische Potenzial an Offshore-Windenergie schätzen Experten auf 3000 MW. Das entspricht einem Viertel der zurzeit an Land installierten Anlagenkapazität.

Windenergie ist Klimaschutz

Die Neuauflage des PER sieht für 2008 bis 2020 einen Energiemix vor, der weit über den 20-prozentigen Anteil erneuerbarer Energie an der Stromversorgung hinausgeht, wie ihn die Europäische Kommission vorgibt. Die spanische Regierung führt spezielle Zielvereinbarungen für die Elektrizitätserzeugung im Zeitraum von 2012 bis 2020 auf: Der Anteil erneuerbarer Energien soll dann 32 bzw. 37 Prozent der Energieerzeugung betragen. Öffentliche Förderungen, staatliche Investitionen und steuerliche Vergünstigungen sollen Investoren einen Anreiz bieten, in erneuerbare Energien zu investieren. Derzeit wird ein Großteil des Energiebedarfs durch fossile Brennstoffe gedeckt. Erdöl und Erdgas werden aus der Golfregion sowie Nord- und Westafrika importiert.

Nah am Windmarkt

Gamesa Eólica gehört mit Ecotecnia und Acciona zu den Marktführern der Windenergieanlagen-Hersteller. 2006 konnte das Unternehmen mit Sitz in Pamplona und rund 5400 Mitarbeitern seinen weltweiten Marktanteil von 12,9 Prozent auf 15,6 Prozent erhöhen. Vor Enercon und GE Wind nimmt Gamesa Eólica Platz 2 unter den Top 10 der Anlagenhersteller weltweit ein. Marktführer ist Vestas mit 28,2 Prozent. Gamesa Eólica ist in 22 Ländern aktiv – überall dort, wo die Nachfrage nach Windenergie boomt. Im vergangenen Jahr wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 10 000 Megawatt errichtet. Die Zukunftschancen werden offensichtlich positiv eingeschätzt: Die nächste Generation von Gamesa-G10x-Anlagen entsteht schon auf dem Reißbrett.
Quelle:
Germanischer Lloyd / WINDTEST Kaiser-Wilhelm-Koog
Autor:
Christoph Thiel, Head of Energy Group
Email:
christoph.thiel@wtk.windtest.com
Link:
www.gl-group.com/...
Windenergie Wiki:
Windpark, Offshore, MW, Megawatt, Enercon




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