2019-12-10
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Feilschen bis zum Schluss!

In diesen Tagen laufen die Hiobsbotschaften fast im Minutentakt ein: Der neue Monitoringbericht der Bundesregierung belegt, dass auch in Deutschland die Folgen des Klimawandels bereits heute deutlich zu spüren sind. Zusätzlich belastet ein neuer Treibhausgasrekord die Atmosphäre der Erde. Nichtsdestotrotz will die Kohleindustrie der Regierung noch ein paar Milliarden für die Stilllegung ihrer alten Meiler abtrotzen.

Zukunft und Vergangenheit auf einem Bild (Bild: Pixabay)Zukunft und Vergangenheit auf einem Bild (Bild: Pixabay)

Es ist paradox, was momentan aus Berlin zu hören ist. Auf der einen Seite legen das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt gemeinsam den neuesten Monitoringbericht für Deutschland vor. Darin steht schwarz auf weiß, dass die Temperatur hierzulande allein in den letzten fünf Jahren um 0,3 Grad angestiegen ist. Dadurch kommt es unter anderem zu mehr Gesundheitsrisiken durch die Hitzebelastung, einem Anstieg der mittleren Oberflächentemperatur der Nordsee sowie zu stärkeren Ertragsschwankungen in der Landwirtschaft.

„Die Botschaft des Monitoringberichts lautet: Die Zukunft hat uns bereits erreicht. Deutschland steckt mittendrin in der Erderhitzung, mit weitreichenden Folgen für Umwelt, Gesellschaft und Gesundheit. Es muss dringend vorgesorgt werden, um diesen Folgen zu begegnen. Das Monitoring muss weiter verbessert werden und Klimawandelfolgen auf der einen und staatliche Investitionen auf der anderen Seite komplett erfassen“, betont UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.

Gestützt werden die Ergebnisse von der Weltorganisation für Meteorologie, die ebenfalls einen neuen Bericht vorgelegt hat. Das ‚WMO Greenhouse Gas Bulletin‘ deckt auf, dass die weltweit ermittelten Konzentrationen von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre im Jahr 2018 ein weiteres Rekordhoch erreicht haben.

Am Freitag, 29.11.2019, findet der nächste globale Klimastreik statt (Bild: Pixabay)

"Es gibt keine Anzeichen für eine Verlangsamung, geschweige denn für einen Rückgang der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre trotz aller Verpflichtungen im Rahmen des Pariser Übereinkommens über den Klimawandel", erklärt WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. "Wir müssen die Verpflichtungen in die Tat umsetzen und den Ehrgeiz im Interesse des zukünftigen Wohlergehens der Menschheit erhöhen."

Die globalen Emissionen werden allerdings weder bis 2030, geschweige denn bis 2020 (!) ihren Höhepunkt erreichen, wenn die derzeitige Klimapolitik und das Niveau der Ambitionen beibehalten wird.

„Die Ergebnisse des WMO-Treibhausgasbulletins und des UNEP-Emissionsgipfelberichts weisen uns in eine klare Richtung - in dieser kritischen Phase muss die Welt konkrete und verstärkte Maßnahmen zur Emissionsreduzierung ergreifen", betont Inger Andersen, Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP). "Wir haben eine klare Wahl: die radikalen Veränderungen in Gang setzen, die wir jetzt brauchen, oder die Folgen für einen Planeten erleben, der durch den Klimawandel radikal verändert wurde."

Gegenüber diesen Aussagen macht ein Bericht der F.A.Z. umso fassungsloser, in dem es um die Entschädigungsverhandlungen für deutsche Kohlekraftwerksbetreiber geht, die auf eine saftige Entschädigung für das Abschalten ihrer Kraftwerke hoffen. Das Ergebnis der Verhandlungen soll in das Kohleausstiegsgesetz einfließen, mit dem die Empfehlungen der sogenannten Kohlekommission umgesetzt werden. Ziel ist es, die Verstromung von Kohle in Deutschland bis spätestens 2038 „schrittweise und möglichst stetig auf null“ zu drücken.

Die Kohleindustrie fordert massive Entschädigungssummen von Deutschland (Bild: Pixabay)

Experten sind sich einig, dass das viel zu spät ist – bis spätestens 2030 müssten alle Meiler in Deutschland abgeschaltet sein, betont unter anderem Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin und wirft der Regierung zusätzlich noch eine Verschleppung des Abschaltdatums vor.

Die Grünen im Bundestag machen derweil auf eine andere Tatsache aufmerksam: Fraktionsvize Oliver Krischer wies gegenüber der F.A.Z. auf das Alter der Kraftwerke hin, die teilweise in den 1950er und 1960er Jahren gebaut wurden. Dafür dürften die Betreiber eigentlich überhaupt keine Entschädigung mehr bekommen, schließlich schreibe die EU in den kommenden Jahren massive Nachrüstungen für die Emissionen von Stickoxiden und Quecksilber vor. Eine Nachrüstung durch die Betreiber würde sich also kaum noch lohnen. Stattdessen wird nun versucht, für diese aussterbende Technologie noch möglichst viel Geld aus der Regierung zu pressen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Klimawandel, Deutschland, Emissionen, CO2, Kohlekraft, Kohleausstieg, Entschädigung, Temperatur, Treibhausgas, Betreiber, Regierung



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