2020-04-03
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Die Ruhe vor dem Sturm: Top 10 der Turbinenhersteller stehen vor großem Umbruch

Es ist die Zeit der Bilanzen. Jedes Jahr im Frühling hilft der Blick zurück bei der Einordnung, wie das vergangene Geschäftsjahr zu bewerten ist. Nun hat Bloomberg New Energy Finance (BNEF) sein jährliches Top 10 Ranking der Windkraftanlagenhersteller veröffentlicht. Obwohl es einige Veränderungen gab, steht der große Umbruch erst im kommenden Jahr an, wenn alle Zusammenschlüsse wirksam werden.

Foto: krFoto: kr

Wie die Zahlen aus dem Jahr 2016 zeigen, ist es im Bereich der Turbinenhersteller zunehmend notwendig, möglichst breit aufgestellt zu sein, um ganz oben mithalten zu können. Das umfasst nicht nur ein möglichst großes Portfolio an speziellen Anlagen für verschiedenste Standorte, sondern auch die Länder, deren Märkte man bedient. Und während sich einige Unternehmen aus eigener Kraft am Markt halten können, stehen bei anderen weiterhin Joint Venture und Fusionen auf dem Programm.

Quasi frei von solchen Gedanken ist man bei den Dänen von Vestas. War man 2015 noch einigermaßen überraschend hinter die Chinesen von Goldwind auf Platz 2 zurückgefallen, konnte man dank einer weiteren Vergrößerung des Marktes 2016 den Spitzenplatz bei den Onshore-Installationen zurückerobern: 8,7 Gigawatt an neuen Turbinen wurden im letzten Jahr von Vestas errichtet. Das entspricht gut 16 Prozent aller weltweiten Onshore-Installationen. Dabei gelang es den Dänen erstmals, auch in den USA den heimischen Anbieter GE vom Spitzenplatz zu verdrängen. Vestas ist aktuell in 35 Ländern vertreten, darunter Exoten wie Honduras oder Jordanien – kein anderer Hersteller verfügt über eine ähnliche Bandbreite.

Offshore langt es in diesem Jahr allerdings nicht für einen Spitzenplatz: Zwar ist man dank des Joint Venture mit Mitsubishi sehr gut aufgestellt und verfügt über die aktuell leistungsstärkste Offshore-Turbine weltweit. Doch diese wurde noch nicht in kommerziell operierenden Windparks aufgestellt. Das ändert sich erst in den kommenden Jahren, wenn die bestehende Pipeline abgebaut wird.

Includes onshore turbines only. Ranking based on BNEF project data base and selected market sources. (Source: Bloomberg New Energy Finance.)

Auch bei GE hat eine Vergrößerung der Marktbreite dabei geholfen, mit dem zweiten Platz im Ranking ebenfalls einen Erfolg verbuchen zu können, denn 2015 lag man nur auf Rang 3. Die Amerikaner haben sich in den letzten Jahren ebenfalls breiter aufgestellt: Allein 2016 schafften sie den Markteintritt in sieben weiteren Ländern, sodass nun in 21 Nationen GE-Anlagen installiert sind. Zusätzlich gelang mit der Akquisition von Alstom und damit einhergehend der Haliade-Turbine endlich auch der Sprung auf den Offshore-Markt – pünktlich zum Markteintritt der USA, wo GE den ersten amerikanischen Offshore-Windpark Block Island mit Turbinen ausstatten durfte.

Die Chinesen von Goldwind sind im vergangenen Jahr auf Platz 3 zurückgefallen. Da sie fast ausschließlich auf dem Heimatmarkt tätig sind, wird es künftig schwieriger, sich auf den vorderen Plätzen zu halten, denn der chinesische Markt ist bereits letztes Jahr ins Trudeln geraten. Die extrem hohen Zubauraten der Vergangenheit werden sich nach aktuellen Plänen der Regierung nicht wiederholen, auch wenn weiterhin reichlich in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert werden soll.

Auf dem vierten Rang folgen die Spanier von Gamesa, deren Stärke aber nicht – wie zu erwarten wäre – in den spanischsprachigen Ländern liegt, sondern vor allem in Indien, wo das Unternehmen bereits seit vielen Jahren intensiv tätig ist. Ein Drittel von Gamesas Neuinstallationen wurde im letzten Jahr auf dem Subkontinent getätigt.

Rang fünf besetzt der erste deutsche Hersteller: Enercon, wiederum noch immer stark vom heimaischen Markt profitierend. Mit der Umstellung auf Ausschreibungen und einer Deckelung des Windenergiezubaus in Deutschlands wird es in den kommenden Jahren aber schwieriger für das Unternehmen, diesen Platz zu halten. Zwar erwarten Experten für 2017 noch einen Rekordzubau in Deutschland aufgrund voller Pipelines, aber spätestens 2018 könnte sich das ändern. So sagt Övermöhle Consult & Marketing GmbH gar einen Markteinbruch von 40 Prozent voraus.

Darauf haben die beiden anderen deutschen Hersteller in den Top 10 bereits reagiert und sind entsprechende Fusionen eingegangen: Auf Platz 6 folgt Nordex, die künftig zusammen mit den Spaniern von Acciona agieren, während Platz 8 von Siemens gehalten wird, die im Vergleich zum Vorjahr im Ranking sogar um vier Plätze gefallen sind. Allerdings wird die Zusammenlegung der beiden (Onshore-) Windenergiesparten von Siemens und Gamesa dafür sorgen, dass – zumindest auf dem Papier – ein neuer Spitzenreiter entsteht.

"Das Ranking dieser Jahre zeigt, warum sich 2016 alles um Fusionen im Herstellerbereich drehte", sagte David Hostert, Leiter der Studie für BNEF. "Es gibt jetzt eine starke Gruppe von drei Unternehmen an der Front, die sich vorne abgesetzt haben, mit einem ziemlich engen Feld dahinter. Die bevorstehende Fusion von Siemens Wind und Gamesa wird es diesem Unternehmen errmöglichen, aufzuholen und eine Gruppe der "Big Four" von marktbeherrschenden Herstellern zu schaffen. Um dort vorne dabei zu bleiben, muss man sowohl über bedeutende Größe als auch eine ausgewogene Präsenz in den richtigen Märkten verfügen.“

Includes offshore turbines only. (Source: Bloomberg New Energy Finance)

Hinzu kommt bei Siemens die traditionell starke Offshore-Sparte: Dort liegt mit Sewind zwar ein chinesisches Unternehmen im Ranking vorne, das allerdings mit Siemens-Lizenzen ausschließlich in Asien produziert – vor Siemens selbst, die den Rest der Welt bestücken.

Auch die weiteren Plätze im On- und Offshore-Ranking dominieren Asiaten: Chinas Guodian United Power auf Rang 7 liegt vor Ming Yang und Envision, die sich den neunten Platz teilen. Im Offshore-Bereich kommen noch Doosan, CSIC und XEMC dazu.

2017 dürfte also ein Jahr des Umbruchs werden, zumal in einigen Märkten noch nicht vorherzusehen ist, wie sich die Lage entwickelt. Der südamerikanische Markt etwa hat sich bereits 2016 merklich abgekühlt, ebenso wie der chinesische. Dafür sorgten die Amerikaner im vergangenen Jahr für konstant starke Zuwachsraten. Ob die Wahl des Windkraftgegners Donald Trump zum US-Präsidenten nun tatsächlich direkten Einfluss auf die Situation in den USA haben wird, bleibt ebenso abzuwarten.

(Source: Bloomberg New Energy Finance)

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Windenergie Wiki:
Windpark, Turbine, Trump, Offshore, Enercon, Ausschreibungen



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