2019-11-13
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Kurzstudie: 65% Erneuerbare senken den Strompreis

Die Kurzstudie zur Stromkostensenkung durch den Ausbau der erneuerbaren Energien gibt einen Überblick über die Einsparungen, die für Industrie, Gewerbe und Haushalte in Deutschland entstehen werden, sollte die Bundesregierung ihr Ziel von 65 % Strom aus erneuerbaren Energien im Jahr 2030 erreichen.

Bild: PixabayBild: Pixabay

Die Kurzstudie wurde von arepo consult für die Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen erstellt.

Die Metastudie zeigt anhand von Rechenbeispielen auf, wie ein ambitionierter EE-Ausbau auch der bevorstehenden Strompreiserhöhung durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung effektiv entgegenwirken würde. Durch eine Gegenüberstellung der potenziellen Stromkosten mit und ohne ambitionierten Ausbau zeigen die Autorinnen auf, dass vor allem die Industrie durch den Merit-Order-Effekt von Einsparungen in Milliardenhöhe profitieren würde, und auch für die Verbrauchergruppen Haushalte und Gewerbebetriebe beläuft sich der Betrag der potenziellen Einsparung auf je über 120 Millionen Euro, selbst bei steigender EEG-Umlage. Nach dem aktuellen Stand des Ausbaus scheint die Erreichung des Zieles jedoch unwahrscheinlich.

Kurzzusammenfassung

Der Ausbau der erneuerbaren Energien auf 65% im Strombereich bis 2030 wird den Strompreis senken. Dieser strompreissenkende Effekt kann mögliche Kostensteigerungen auf dem Strommarkt durch den Kohleausstieg ausgleichen und für manche Gruppen deutlich überkompensieren. Falls die Ziele der Bundesregierung von 65% erneuerbarem Strom im Jahr 2030 jedoch nicht erreicht werden sollten, würde nach verschiedenen Szenariorechnungen der Strompreis an der Börse rund 8 Euro pro Megawattstunde höher liegen. Die Stromkund‘innen in Deutschland müssten auf die Bruttostromerzeugung bezogen 5,153 Milliarden Euro im Jahr mehr entrichten, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien weiterhin lahmt. Einzelne stromintensive Betriebe wären mit Mehrkosten in Millionenhöhe konfrontiert.

Für die Verringerung der Strompreise an der Strombörse durch den Ausbau von Wind-und Solarstromerzeugung ist der sogenannte Merit-Order-Effekt verantwortlich. Da Wind- und PV-Strom keine Brennstoffkosten haben, werden sie an der Börse zu sehr günstigen Preisen gehandelt, und senken somit auch die Zuschlagspreise an der Börse für die restlichen Strommengen aus fossilen Energien. Diese Absenkung ist deutlich höher als der von den Szenariostudien errechnete Anstieg der Strompreise durch den Wegfall der Kohle um 4 Euro pro Megawattstunde. Die EEG-Umlage wird auch mit einem ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung im Jahr 2030 deutlich niedriger liegen als heute.

Den Studien zufolge liegen daher die Strompreise auch mit voller EEG-Umlage im Jahr 2030 niedriger als heute. Umgekehrt führt der Verzicht auf den ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Energien zu höheren Kosten für Strom. Allein für die Industrie bedeutet er Mehrkosten von fast 2 Milliarden Euro. Für sehr stromintensive Betriebe wäre der Strom 17 % teurer als mit einem ambitionierten Ausbau. Die chemische Industrie wird mit reinen Mehrkosten für die Strombeschaffung von 410 Millionen Euro konfrontiert, die Metallerzeuger mit 344 Millionen Euro. Für ein durchschnittliches Unternehmen in der Aluminiumerzeugung könnten Mehrkosten an der Strombörse von mehr als 2 Millionen Euro anfallen. Dies kann für viele dieser Unternehmen existenzbedrohend sein.

Nach der aktuellen Lastenverteilung müssen auch die Verbrauchergruppen „Haushalte“, „Gewerbe-Handel-Dienstleistungen“ und die weniger stromintensive Industrie die Kosten des verminderten Ausbaus von erneuerbaren Energien tragen. Der kostensteigernde Effekt eines Verzichts auf den Ausbau der Erneuerbaren wird sich für diese zwar nicht ganz so stark auswirken. Tendenziell ergeben die Studien jedoch auch für diese Gruppen einen höheren Strompreis, wenn die erneuerbaren Energien nicht ausgebaut werden, beziehungsweise zumindest einen die Kosten stabilisierenden Effekt mit einem ambitionierten Ausbau.

Leider scheint dieser ambitionierte Ausbau nicht realisierbar. Die Bundesregierung hat ihn in dieser Legislaturperiode eher halbherzig betrieben. Zwar wurden im Koalitionsvertrag zusätzliche Ausschreibungen vereinbart, auch mit diesen würde jedoch bei gleichbleibendem Stromverbrauch nur eine Quote von etwa 55 –60% erreicht. Zudem bleibt die Umsetzung aufgrund verschiedener v.a. administrativer Hemmnisse weit hinter den Planungen zurück. Statt 4 Gigawatt Nettozubau im Windbereich können in diesem Jahr noch schätzungsweise 1,5 Gigawatt brutto zugebaut werden. Damit erscheint es nicht plausibel, dass die Bundesregierung ihr Ausbauziel von 65 % Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030 erreichen, und die Kosten für die Stromverbraucher dämpfen können wird.

Lesen Sie die komplette Studie hier.

Quelle:
arepo consult
Autor:
Pressestelle
Link:
www.arepoconsult.com/...
Keywords:
Kurzstudie, Studie, erneuerbare Energie, Strompreis, Einsparung, Wirtschaft, Industrie, Berieb, stromintensiv, Strompreis, Ausbau
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