2018-12-12
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Amerikanisches Militär entdeckt erneuerbare Energien für sich

US-Präsident Donald Trump hat im Lauf seiner Amtszeit bereits verschiedene Versuche unternommen, um die amerikanische Kohleindustrie vor dem Untergang zu retten – allerdings ohne Erfolg. Zuletzt hieß es, dass die Regierung darüber nachdenkt, Kohlekraftwerke im Namen der nationalen Sicherheit direkt zu subventionieren. Widerstand kommt allerdings gerade vom amerikanischen Militär.

Windkraftanlagen für die Militärbasis Otis Air National Guard Basis in Cape Cod (Bild: EPA)Windkraftanlagen für die Militärbasis Otis Air National Guard Basis in Cape Cod (Bild: EPA)

Die aktuelle amerikanische Regierung lässt nichts unversucht, die angeschlagene heimische Kohleindustrie zu retten. Neueste Idee: Im Namen der nationalen Sicherheit sollen Kohlekraftwerke direkt subventioniert werden, da sie für die Netzsicherheit unerlässlich seien. Als einzige Energiequelle überhaupt seien sie in der Lage, einem Cyberangriff oder einer Naturkatastrophe standzuhalten und dann weiterhin Strom zu erzeugen. Gerade für Militärbasen in immer unsicherer werdenden Zeiten also eine unerlässliche Unterstützung.

Der Vorschlag kommt tatsächlich in einer Zeit, in der das Verteidigungsministerium deutlich macht, dass es bei kritischen nationalen Verteidigungseinsätzen zunehmend auf elektrische Energie angewiesen ist. Die einheimischen Militärbasen sind an das zivile Stromnetz angeschlossen, das durch immer häufigere und extremere Wetterereignisse wiederholt außer Gefecht gesetzt wird. Hinzu kommt eine veraltete Infrastruktur und immer häufiger auch Attacken auf die Stromversorgung selbst, zum Beispiel durch Hackerangriffe. In der Vergangenheit ist es russischen und chinesischen Hackern bereits gelungen, in verschiedene Stromnetze einzudringen.

Die Gefahr für die sogenannte „kritische Infrastruktur“ ist dabei kein rein amerikanisches Phänomen. So verhinderte in Deutschland kürzlich die Bundesregierung durch finanzielle Hilfe die Übernahme des deutschen Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz durch die Chinesen.

Als Reaktion auf die ständige Bedrohung hat das amerikanische Verteidigungsministerium daher schon vor einiger Zeit zusammen mit dem Militär in der nationalen Verteidigungsstrategie festgehalten, dass die Energieunabhängigkeit der Militärbasen ein immens wichtiger Faktor ist und begonnen, verschiedene Energieprojekte zu entwickeln, um dies auch in Krisenfällen zu gewährleisten.

Im Gegensatz zur Vorstellung des Präsidenten setzt das Militär allerdings im Katastrophenfall nicht auf Kohle, sondern gerade auf lokal erzeugten, erneuerbaren Strom. Diese Strategie der Microgrids wird in dem kürzlich erschienenen Bericht der Association of Defense Communities (ADC) beschrieben.

Der Bericht mit dem Titel ‚Beyond the Fence Line: Strengthening Military Capabilities Through Energy Resilience Partnerships‘ stellt dabei exemplarisch verschiedene Projekte vor, in denen das Militär erfolgreich auf eine lokale Stromversorgung mit Hilfe von erneuerbarer Energie setzt. Dabei kommen diese Energieprojekte oft auch der im Umland der Basis lebenden Bevölkerung zugute, indem der überschüssige Strom den umliegenden Gemeinden zur Verfügung gestellt wird.

Luftwaffenpersonal bei der Inspektion der Rotorblätter in Otis (Bild: EPA)

Die Otis Air National Guard Basis in Cape Cod, Massachusetts, verfügt zum Beispiel über das erste windbetriebene Mikronetz des Militärs. Die Anlage, zu der eine Windturbine, ein Dieselgenerator und ein Batteriespeicher gehören, kann die Basis im Falle eines Stromausfalls bis zu 120 Stunden mit Energie versorgen. Das Projekt wurde teilweise vom Staat Massachusetts finanziert, der sich für die Entwicklung erneuerbarer Energien auf Militärbasen einsetzt.

Im Naval Construction Battalion Center in Gulfport, Mississippi, kommen dagegen Solaranlagen in Kombination mit Dieselgeneratoren und Batteriespeichern zum Einsatz, ebenso wie bei der Marine Corps Air Station Miramar in San Diego, Kalifornien.

Wie Jeremy Deaton in seinem Artikel bei Nexus Media deutlich macht, steht das US-Militär damit in vielerlei Hinsicht an der Spitze des Übergangs zu erneuerbarer Energie. Amerikanische Truppen im Auslandseinsatz nutzen schon länger Solarenergie und Batterien, um ihre Abhängigkeit von Öl und Gas zu verringern, Geld zu sparen und sich vor Angriffen zu schützen. Treibstoffkonvois sind häufige Ziele von Straßenbomben, und auch Dieselgeneratoren können im Belagerungsfall eine Belastung sein. Zudem etabliert sich die Branche der Erneuerbaren in den USA immer mehr als Arbeitgeber für Veteranen nach Ende ihrer Dienstzeit.

Der Bericht ermutigt mehr Bundesstaaten und Städte, bei solchen Projekten mit Militärbasen zusammenzuarbeiten. „Die in diesem Bericht hervorgehobenen Partnerschaftsmodelle stärken militärische Missionen und können so skaliert werden, dass sie den umliegenden Gemeinden und der lokalen Wirtschaft zugute kommen“, betont Wilson Rickerson, einer der Autoren des Berichts.

Micro Grids für saubere Energie können Arbeitsplätze schaffen und dazu beitragen, die Umweltverschmutzung zu begrenzen. Zumindest Letzteres können Kohlekraftwerke mit Sicherheit nicht.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
USA, Militär, Kohle, erneuerbare Energie, Basen, Militärbasen, Mikronetz, Micro Grid, Ausbau, Energieunabhängigkeit, Veteran
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