2024-02-22
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Australien hat Angst, den Anschluss zu verlieren

Lange haben Australiens Regierungen an den fossilen Brennstoffen festgehalten, die zahlreich im Boden des Landes lagern. Erst seit Anthony Albanese vor knapp einem Jahr zum Premier gewählt wurde, unternimmt Australien ernsthafte Anstrengungen, endlich aktiv im Kampf gegen den Klimawandel zu werden und die Energiewende voranzutreiben. Doch nun droht das Land, abgehängt zu werden.

Australien hat erst spät angefangen, auf die Energiewende zu setzen. Nun droht das Land, den Anschluss gleich wieder zu verlieren (Bild: Pixabay)Australien hat erst spät angefangen, auf die Energiewende zu setzen. Nun droht das Land, den Anschluss gleich wieder zu verlieren (Bild: Pixabay)

Seit ihrem Amtsantritt im Mai 2022 hat die Regierung Albanese die Ambitionen Australiens bei der Emissionsreduzierung signifikant erhöht und sich verpflichtet, eine Reihe von Programmen zur Förderung des beschleunigten Einsatzes erneuerbarer Energien durchzuführen. Seitdem boomt der Ausbau von Wind-, Solar- und Speicherprojekten in dem weitestgehend dünn besiedelten Land. Die Erneuerbaren-Branche hat Australien für sich entdeckt, aktuell laufen die ersten Tests für den Bau von Offshore-Windparks.

Doch nun warnt der Branchenverband Clean Energy Council (CEC) davor, dass Australien ins Hintertreffen geraten könnte. Schuld daran sind die Ambitionen der USA. Seit Präsident Joe Biden den Inflation Reduction Act (IRA) auf den Weg gebracht hat, geht im Rest der Welt die Angst um. Selbst in Europa ruft das massive Subventionsprogramm ein mulmiges Gefühl hervor.

Der CEC ist besorgt darüber, dass die bisherigen Pläne der australischen Regierung nicht ausreichen werden, um das Potenzial als Supermacht für erneuerbare Energien auszuschöpfen. Das befürchtete Wettrüsten um saubere Energien ist in vollem Gang und könnte die australischen Wirtschaft schädigen.

„Australien hat die einmalige Chance, eine Supermacht für saubere Energie zu werden, aber die klügsten Köpfe und die dicksten Geldbörsen schauen jetzt in die USA, um ihre beste Chance zu nutzen“, so Kane Thornton, Geschäftsführer des Clean Energy Council. „Es ist sofort klar, dass das US-Paket die Unterstützung der australischen Regierungen für den Übergang zu sauberer Energie in den Schatten stellt.“

Dafür verantwortlich macht er vor allem die lange Untätigkeit der vorherigen Regierungen, unter anderem von dem auch als Kohlefreund bekannten ehemailigen Premier Scott Morrison. „Die Folgen der Untätigkeit haben das Potenzial, die australische Wettbewerbsfähigkeit in allen Branchen auf Jahrzehnte hinaus zu schädigen“, verdeutlicht Thornton das Ausmaß der aktuellen Krise.

Das Potenzial für Erneuerbare in Australien ist gigantisch groß (Bild: Pixabay)

Im Mai entscheidet die Bundesregierung Australiens über einen neuen Haushalt. In einer Eingabe hat der CEC die Regierung Albanese nun dazu aufgerufen, Australiens Unterstützung für erneuerbare Energien deutlich zu erhöhen, damit das Land nicht ins Hintertreffen gerät.

Dabei geht es nicht nur um Investitionen für Projekte aus den Erneuerbaren in Millionenhöhe, sondern auch um Arbeitsplätze. Um die, die bei einem weiteren Ausbau der Branche noch entstehen könnten, aber auch um die Arbeiter/innen, die schon im Land sind.

Ryan Carroll, Leiter der Personalabteilung des globalen Personaldienstleisters Airswift, der sich auf die Energiebranche spezialisiert hat, erklärt, die eigenen Untersuchungen von Airswift hätten gezeigt, dass die meisten Arbeitskräfte im Energiesektor bereit seien, für einen Job ins Ausland zu gehen, insbesondere in Länder mit einer unterstützenden Politik. In dieser Hinsicht hinke Australien derzeit hinter den USA und Europa hinterher, wo längerfristige Karrierechancen besser gesichert seien. „Das erste, was wir wirklich verstehen müssen, ist, dass es ein gewisses Ungleichgewicht zwischen der Größe der Chance und der Verfügbarkeit von Talenten gibt."

Der australische Minister für Klimawandel und Energie, Chris Bowen, hofft dagegen laut dem australischen Medium ABC News auf eine Zusammenarbeit mit den USA. Australien könne im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, darunter auch Europa, im Rahmen des IRA ein wichtiger Lieferant für die USA werden. „In meinen Gesprächen mit den Vereinigten Staaten haben sie mir deutlich gemacht, dass sie wissen, dass sie es nicht allein schaffen können“, so Bowen. „Australien ist jetzt zum ersten Mal mittendrin in diesem Rennen und holt schnell auf.“

Der Clean Energy Council warnt dagegen vor Behäbigkeit. Ein Ausruhen auf den Lorbeeren sei nicht angebracht, warnt der CEC und fordert die australische Bundesregierung auf, in ihrem Haushalt im Mai entsprechende Maßnahmen zu ergreifen: „Umfangreiche Konjunkturpakete, die dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der Energiespeicherung Vorrang einräumen, sind genau das, was für die Dekarbonisierung des Planeten erforderlich ist. Australien läuft Gefahr, ohne ein bedeutendes Engagement im Mai-Haushalt zurückgelassen zu werden.“ Carroll fügt hinzu: „Die Regierung sollte von Joe Biden lernen und den Haushalt im Mai nutzen, um Investitionen und Unternehmertum zu fördern. Dies wird den führenden Köpfen der Energiewirtschaft signalisieren, dass Australien der richtige Ort für eine Karriereentwicklung und innovative Projekte ist.“

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Australien, Energiewende, Klimawandel, Regierung, IRA, Joe Biden, Maßnahme, Clean Energy Council, erneuerbare Energie, Politik, Arbeitsplatz
Windenergie Wiki:
Windpark, Offshore, Dekarbonisierung



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