2024-03-01
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Wettlauf gegen die Zeit: Wann kommt der Kipppunkt?

Während der Zeitpunkt für den entscheidenden Kipppunkt im Klimawandel erschreckend näher rückt, versucht die Weltgemeinschaft mit verschiedenen Maßnahmen, dagegen vorzugehen. Der Ausbau von erneuerbaren Energien läuft schneller denn je – aber reicht das?

Es ist nicht mal mehr fünf vor zwölf, was den Klimawandel angeht (Bild: Pixabay)Es ist nicht mal mehr fünf vor zwölf, was den Klimawandel angeht (Bild: Pixabay)

Die Welt nähert sich mit rasanten Schritten einem entscheidenden Punkt beim Klimawandel: Eine neue Studie von Forscher*innen der Standford University und der Colorado State University liefert Beweise dafür, dass die globale Erwärmung auf dem besten Weg ist, schon in den frühen 2030er Jahren 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Temperaturdurchschnitt zu liegen, unabhängig davon, wie stark die Treibhausgasemissionen in den kommenden zehn Jahren steigen oder sinken. Die neue Schätzung der „Zeit bis zum Schwellenwert“ ist das Ergebnis einer Analyse, bei der künstliche Intelligenz zur Vorhersage des Klimawandels auf der Grundlage aktueller Temperaturbeobachtungen aus aller Welt eingesetzt wird.

"Mit Hilfe eines völlig neuen Ansatzes, der sich auf den aktuellen Zustand des Klimasystems stützt, um Vorhersagen für die Zukunft zu treffen, bestätigen wir, dass die Welt kurz davor steht, den Schwellenwert von 1,5 °C zu überschreiten", so der Hauptautor der Studie, Klimaforscher Noah Diffenbaugh von der Stanford University. "Unser KI-Modell ist davon überzeugt, dass die Erwärmung bereits so weit fortgeschritten ist, dass die 2°C-Marke wahrscheinlich überschritten wird, wenn es noch ein halbes Jahrhundert dauert, bis die Netto-Null-Emissionen erreicht sind", erklärt Diffenbaugh.

Umso wichtiger ist daher der möglichst schnelle und vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien. Einen Hoffnungsschimmer liefern die neuen Zahlen aus Europa, wo Wind- und Solarenergie 2022 einen Rekordanteil von einem Fünftel (22 Prozent) des Stroms der EU erzeugt haben und damit zum ersten Mal fossiles Gas (20 Prozent) überholen. Dies geht aus dem European Electricity Review hervor, der von der Denkfabrik Ember veröffentlicht wurde. Der Anteil des Kohlestroms stieg dagegen nur um 1,5 Prozentpunkte und hat 2022 16 Prozent des EU-Stroms erzeugt, wobei der Anteil in den letzten vier Monaten des Jahres 2022 im Vergleich zum Vorjahr zurückging.

Europa begegnet der Energiekrise mit dem schnellen Ausbau von erneuerbaren Energien (Bild: Pixabay)

„Europa hat das Schlimmste der Energiekrise abgewendet", erklärt Dave Jones, Leiter der Abteilung Data Insights bei Ember. „Die Schocks von 2022 haben nur eine kleine Welle in der Kohleenergie und eine große Welle der Unterstützung für erneuerbare Energien verursacht. Alle Befürchtungen, dass die Kohleverstromung wieder zunehmen könnte, sind nun vom Tisch.“

Dabei hätten die Vorzeichen nicht schlechter sein können, denn die Europäer*innen sahen sich im Vorjahr einer dreifachen Krise im Stromsektor gegenüber: Gerade als Europa sich bemühte, die Beziehungen zu seinem größten Lieferanten von fossilem Gas – Russland – zu kappen, sah es sich mit dem niedrigsten Stand von Wasser- und Kernkraft seit mindestens zwei Jahrzehnten konfrontiert, was zu einem Defizit führte, das 7 Prozent des gesamten europäischen Strombedarfs im Jahr 2022 entsprach, so Ember.

Europa antwortete mit der schnellsten und günstigen Methode, dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Gleich 20 Länder stellten 2022 neue Rekorde in der Solarproduktion auf, überall entstanden neue Anlagen zur Nutzung von regenerativen Energien. Und auch im kommenden Jahr wird es keine Rückkehr zu fossilen Energieträgern geben, so die Expert*innen: Die Umstellung auf Wind- und Solarenergie als Antwort auf die Energiekrise wird sich weiter beschleunigen. So hat die EU bereits Notfallmaßnahmen in die Wege geleitet, die einen schnelleren Ausbau begünstigen. Erste Länder wie Deutschland sind bereits dabei, diese Maßnahmen umzusetzen.

Trotzdem droht weiteres Ungemach: Das Problem ist die Inflation, da die Kosten schneller steigen als die voraussichtlichen Einnahmen. Investoren in Europa werden außerdem durch wenig hilfreiche nationale Eingriffe in die Strommärkte abgeschreckt. Die EU muss Europa daher wieder zu einem attraktiven Standort für Investitionen in erneuerbare Energien machen, fordert der europäische Windenergieverband WindEurope.

„Die EU muss die Mechanismen einrichten und das Geld so schnell wie möglich auf den Weg bringen. Die Industrie für saubere Energie diskutiert derzeit, wo sie investieren soll, und braucht jetzt klare Signale, wenn es Europa sein soll", so WindEurope CEO Giles Dickson. Daher benötigt die EU jetzt einen Net-Zero Industry Act, um Europas saubere Energieindustrien zu stärken. Zusätzlich müssen die europäischen Lieferketten in neue Produktion und Logistik investieren, um wettbewerbsfähig zu werden und die Kapazitäten aufzubauen, die für die Produktion der für den Green Deal benötigten kohlenstoffarmen Anlagen erforderlich sind.

Als Vorbild sollten hierfür die USA dienen, die aktuell mit dem Inflation Reduction Act (IRA) vorgemacht haben, wie man schnell viel Geld in die entsprechenden Industriezweige lenken kann - damit es doch noch etwas länger dauert, bis der Kipppunkt erreicht ist.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Kipppunkt, Klimawandel, Europa, Investition, fossil, Rückgang, Kohle, Gas, erneuerbare Energie, Solar, Wind, Maßnahmen, Strom
Windenergie Wiki:
Giles Dickson



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