2022-07-07
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Genug ist genug!

Die Staats- und Regierungschefs der Welt versäumen es bislang, sich auf eine neue Ära komplexer und oft unvorhersehbarer Friedensrisiken vorzubereiten, da tiefgreifende Umwelt- und Sicherheitskrisen zusammenkommen und sich verschärfen, so eine neue, düstere Prognose des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI).

Sidney ist die größte Stadt Australiens (Bild: Pixabay)Sidney ist die größte Stadt Australiens (Bild: Pixabay)

„Unser neuer Bericht für politische Entscheidungsträger geht über den einfachen Nachweis hinaus, dass Umweltveränderungen die Risiken für Frieden und Sicherheit erhöhen können. Denn das ist erwiesen", erklärt SIPRI-Direktor und Autor von Environment of Peace, Dan Smith.

Die Forschenden listen in ihrem Bericht auf, dass heute schon etwa ein Viertel aller Arten vom Aussterben bedroht ist, die Zahl der bestäubenden Insekten rapide abnimmt und die Bodenqualität sinkt, während die Ausbeutung natürlicher Ressourcen wie Wälder oder Fischbestand in nicht nachhaltigem Umfang weitergeht. Der Klimawandel führt zusätzlich dazu, dass extreme Wetterereignisse wie Stürme und Hitzewellen häufiger und intensiver auftreten, wodurch die Erträge der wichtigsten Nahrungsmittelpflanzen sinken und die Gefahr von großflächigen Ernteausfällen steigt.

Auch in den Industrienationen sind diese Auswirkungen bereits heute deutlich zu spüren. So in Australien, das in den letzten zehn Jahren von verschiedenen Premierminister*innen der Konservativen regiert wurde, zuletzt von Scott Morrison. Das Land ist einer der größten Kohleproduzenten der Welt. Doch während die Zentralregierung lange an dem fossilen Energieträger festhielt, fand in den Bundesstaaten und Territorien in den vergangenen Jahren ein bemerkenswerter Wandel statt. Während Premier Morrison mit einem Kohleklumpen in der Hand im Parlament Werbung für die Ausbeutung dieser Ressource machte und mit Angus Taylor einen ausgewiesenen Windkraftgegener als Minister für Energie und Emissionsverringerung einsetzte, sorgten die Bundesstaaten auf regionaler Ebene dafür, dass auch in Australien die Energiewende startete.

Mit bemerkenswerten Erfolgen: In den vergangenen Jahren wurden sehr viele Solaranlagen auf Dächern im ganzen Land installiert, der Anteil von Wind- und Solarenergie im Bundesstaat South Australia liegt bei 64 Prozent, große Batterieanlagen wurden gebaut und es besteht die Erwartung, dass das australische Stromnetz innerhalb von drei Jahren zu bestimmten Zeiten zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden könnte.

Trotzdem bekam das Land in den vergangenen drei Jahren massiv die Verfehlungen von früher zu spüren: 2019/2020 breiteten sich verheerende Waldbrände im Osten und Südosten Australiens aus, die unfassbar viele Tieren aufs grausamste töteten, Tausende von Häusern zerstörten und auch auf menschlicher Seite Dutzende Tote forderten. Die Anzahl der toten Tiere durch diese Buschfeuer wird auf über eine Milliarde geschätzt. Zu Beginn von 2022 – nach mehreren Jahren extremer Dürre – erlebte der Osten Australiens wegen des Wetterphänomens La Nina einen außergewöhnlich feuchten Sommer. Die Folgen: die schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten mit mehreren Toten.

In Australien wird noch immer sehr viel Kohle abgebaut (Bild: Pixabay)

Nun hatten die Australier*innen offenbar genug davon: Am Wochenende fanden Parlamentswahlen statt – und die Konservativen wurde abgewählt. Der neue Premierminister der Labor-Partei heißt Anthony Albanese und hat bei seiner Antrittsrede sofort einen neuen Kurs der Regierung angekündigt: „Gemeinsam können wir die Klimakriege beenden. Gemeinsam können wir die Chance nutzen, Australien zu einer Supermacht für erneuerbare Energien zu machen.“

Gegenüber der BBC betonte der 59-jährige Albanese: „Australische Unternehmen wissen, dass gute Maßnahmen gegen den Klimawandel gut für die Arbeitsplätze und unsere Wirtschaft sind, und ich möchte mich den weltweiten Bemühungen anschließen.“ Dazu gehört unter anderem eine drastische Verschärfung der Emissionsziele und der Ausbau von erneuerbaren Energien.

Schon einen Tag nach seiner Vereidigung als Premierminister kündigte Albanese auf dem ‚Quad Meeting‘ laut RenewEconomy neue Ziele an: "Wir wissen, dass der Klimawandel die größte wirtschaftliche und sicherheitspolitische Herausforderung für die Inselstaaten des Pazifiks darstellt. Unter meiner Regierung wird Australien sich ein neues Ziel setzen, um die Emissionen bis 2030 um 43 Prozent zu reduzieren, so dass wir auf dem besten Weg sind, bis 2050 netto null Emissionen zu erreichen.“

Wie ambitioniert der neue Premier wirklich ist, bleibt allerdings abzuwarten, denn von den vier ‚Quad‘-Nationen USA, Japan, Indien und Australien sind das immer noch die schwächsten Ziele: Die USA haben sich verpflichtet, die Emissionen bis 2030 um 50 bis 52 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken, und Japan strebt eine Reduzierung um 46 Prozent bis 2030 an. Indiens Ziel liegt mit 33 bis 35 Prozent zwar darunter, verfügt aber nicht über die gleiche Wirtschaftskraft wie Australien. Und auch bei Forderungen nach einem Ausstieg aus der Kohleverwendung oder einer Blockade der Eröffnung neuer Kohlebergwerke äußert sich Albanese bislang zurückhaltend.

Es bleibt also abzuwarten, wie groß der Druck der Bundesstaaten noch werden muss, ehe auch die Zentralregierung mitzieht.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Australien, Klimawandel, Wahl, Premierminister, Labor, Buschfeuer, Kohle, SIPRI, Krise, Ressourcen, Überschwemmung, erneuerbare Energie, Emissionen
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