2022-10-06
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Die Energiewende Europas steht auf dem Spiel

Angesichts des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, ging die Vorstellung des aktuellen IPCC-Berichts zu Beginn der Woche fast unter. Uno-Generalsekretär António Guterres fand deutliche Worte. Klar ist aber auch: Es geht in der Ukraine um nicht weniger als die Energiewende Europas.

Welchen Einfluss hat der Krieg Russlands gegen die Ukraine für Auswirkungen auf die europäische Energiewende? (Bild: Pixabay)Welchen Einfluss hat der Krieg Russlands gegen die Ukraine für Auswirkungen auf die europäische Energiewende? (Bild: Pixabay)

Uno-Generalsekretär António Guterres kritisierte nach der Veröffentlichung des aktuellen IPCC-Berichts das Verhalten von Regierungen und Wirtschaft gleichermaßen: „Der jüngste IPCC-Bericht ist eine Litanei der gebrochenen Klimaversprechen. Einige Regierungs- und Wirtschaftsführer sagen das eine, tun aber etwas anderes. Sie lügen“, so der Portugiese bei Twitter. Und auch in einer später veröffentlichten Videobotschaft sprach er von einer „Schande“ angesichts der bisher ergriffenen Maßnahmen.

Auch Klimaaktivistin Greta Thunberg wies bei Twitter darauf hin, dass man beim Lesen des Berichts im Hinterkopf haben müsse, „dass die Wissenschaft vorsichtig ist und dieser Bericht von den Ländern in den Verhandlungen verwässert wurde“. Noch immer versuchen zu viele „den Verursachern des Problems falsche Hoffnungen zu machen, anstatt die unverblümte Wahrheit zu sagen, die uns eine Chance zum Handeln geben würde“.

In der Tat ist der neueste Bericht des Weltklimarats einmal mehr ein eindringlicher Appell an die Weltgemeinschaft, dass gemeinsames Handeln dringlichst erforderlich ist, um ein Überleben des Planeten zu sichern. „In den von uns bewerteten Szenarien erfordert die Begrenzung der Erwärmung auf etwa 1,5 °C, dass die globalen Treibhausgasemissionen spätestens 2025 ihren Höchststand erreichen und bis 2030 um 43 % gesenkt werden; gleichzeitig müsste auch der Methanausstoß um etwa ein Drittel reduziert werden. Wenn wir die globale Erwärmung auf 1,5 °C begrenzen wollen, heißt es jetzt oder nie“, verdeutlicht Jim Skea, Co-Virsitzender der IPCC-Arbeitsgruppe. „Ohne sofortige und tief greifende Emissionssenkungen in allen Sektoren wird das nicht möglich sein.“

Der Krieg gegen die Ukraine ist gleichzeitig ein Konflikt Russlands mit der restlichen (westlichen) Welt (Bild: Pixabay)

Allein die Welt ist momentan mit anderen Dingen beschäftigt – wie so oft. Aktuell hält der Krieg in der Ukraine vor allem die europäischen Staaten in Atem, steht doch die bisherige Energieversorgung und -sicherheit – und damit nicht weniger als die europäische Energiewende – auf dem Spiel. Die starke Abhängigkeit vieler Staaten von russischen Rohstoffen wie Öl, Kohle und Gas verdeutlicht auf erschreckende Weise, dass in den vergangenen Jahren nicht genug getan wurde, um die europäische Energiewende konsequent voranzutreiben. Zu oft standen der eigene Wohlstand und die Bequemlichkeit harten Entscheidungen im Weg.

Dabei liegt die Lösung dieses Problems auf der Hand: „Wie oft müssen wir noch daran erinnert werden, dass es dringend notwendig ist, den Einsatz sauberer Energien aggressiv voranzutreiben? Wir verfügen bereits über kohlenstofffreie Energiequellen, die erschwinglich und zuverlässig sind und die Widerstandsfähigkeit erhöhen“, betonte in diesem Zusammenhang Heather Zichal, CEO der American Clean Power Association (ACP).

Wie entscheidend die kommenden Wochen und Monate werden, verdeutlicht auch ein aktueller Bericht von DNV. Dabei hängt es vor allem davon ab, wie lange der Krieg noch andauern wird, denn noch besteht sogar die Möglichkeit, durch schnelles Handeln eine leichte Beschleunigung der europäischen Energiewende auszulösen. „Wir betonen, dass unsere Prognose mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist. Diese beziehen sich in erster Linie auf die Dauer und den Ausgang des Krieges selbst sowie auf die Dauer der politischen Maßnahmen, die von den europäischen Staaten zur Verbesserung der Energiesicherheit und Nachhaltigkeit durchgesetzt werden“, so der Bericht.

Der Energieverbrauch könnte durch den Krieg insgesamt sinken, aber die Prognosen sind mit vielen Unsicherheiten verbunden (Bild: DNV)

Vieles wird davon abhängen, wie die Politik in den einzelnen europäischen Länder aussieht. Stimmt Deutschland, das in hohem Maße abhängig von russischem Gas ist, doch noch einem Embargo zu? Eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten ist hierzulande bereits vom Tisch, anders als in Belgien, das einige seiner alten Meiler länger laufen lassen will.

Aktuell wurde in Deutschland ein neues Paket verabschiedet, um den Ausbau der Windkraft entscheidend zu beschleunigen. Aber wie schnell es künftig tatsächlich vorangeht beim Bau von Windparks, muss erst noch die Praxis zeigen. Bei der Unabhängigmachung von russischem Gas hat Deutschand in den vergangenen Tagen bereits ein ordentliches Tempo vorgelegt: So verkündete Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am Mittwoch, dass statt 55 aktuell nur noch 40 Prozent des Gases, das in Deutschland genutzt wird, aus Russland stammt.

Es bleibt also nur zu hoffen, dass neben einem schnellen Kriegsende die Politik ihre derzeit an den Tag gelegte Entscheidungsfreude beibehält und dann tatsächlich demgemäß handelt.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Europa, Energiewende, Russland, ukraine, krieg, IPCC, UNO, Bericht, DNV, Ausgang, erneuerbare Energie, Maßnahmen, Geschwindigkeit, Abhängigkeit
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