2021-06-25
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Am Earth Day die Welt retten?

Joe Biden ruft – und die Welt kommt, zumindest virtuell. Am heutigen Earth Day beginnt der von US-Präsident Biden einberufene Klimagipfel. Insgesamt sollen 40 Staats- und Regierungschefs teilnehmen und ihre Pläne zum Klimaschutz vorstellen. Und der Druck auf die Teilnehmer*innen zeigte schon im Vorfeld erste Wirkung.

Bild: PixabayBild: Pixabay

Nach den Jahren des Stillstands unter Donald Trump kommt nun wieder Bewegung in die Klimaschutzbemühungen. So trafen sich US-Sonderbeauftragter für das Klima, John Kerry, und sein chinesischer Amtskollege Xie Zhenhua vergangene Woche zu einem Sondergifel, um anschließend öffentlichkeitswirksam zu verkünden, dass beide Länder beim Klimaschutz künftig wieder zusammen arbeiten wollen -  unter Trump undenkbar.

Aber die Zeit drängt, wie Zahlen von der Internationalen Energieagentur IEA deutlich machen: Die zeigen, dass die globalen energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen in diesem Jahr um 1,5 Milliarden Tonnen ansteigen – der zweitgrößte Anstieg in der Geschichte – und damit den Rückgang des letzten Jahres, der durch die Covid-19-Pandemie verursacht wurde, größtenteils wieder rückgängig machen. Dies wäre der größte jährliche Anstieg der Emissionen seit 2010.

Der Global Energy Review 2021 der IEA schätzt, dass die CO2-Emissionen in diesem Jahr um fast 5% auf 33 Milliarden Tonnen ansteigen werden. Hauptantreiber ist die große Nachfrage nach Kohle, die um 4,5 % wachsen und damit das Niveau von 2019 übertreffen wird.

„Dies ist eine eindringliche Warnung, dass die wirtschaftliche Erholung von der Coronakrise derzeit alles andere als nachhaltig für unser Klima ist“, erklärte Fatih Birol, der Exekutivdirektor der IEA. „Wenn die Regierungen auf der ganzen Welt nicht schnell damit beginnen, die Emissionen zu senken, werden wir im Jahr 2022 wahrscheinlich mit einer noch schlimmeren Situation konfrontiert sein. Der Leaders Summit on Climate, der diese Woche von US-Präsident Joe Biden ausgerichtet wird, ist ein kritischer Moment, um sich zu klaren und sofortigen Maßnahmen vor dem COP26 in Glasgow zu verpflichten.“

Der virtuelle Klimagipfel am 22. und 23. April war auch der Grund für Kerrys Besuch in China. Der Gipfel soll ein erneutes Engagement der USA signalisieren, den globalen Kampf gegen den Klimawandel anzuführen – nach vier Jahren, in denen die Trump-Administration die Bedrohung heruntergespielt hat. Es wird erwartet, dass von US-Seite zum Start neue Reduktionsziele bei den CO2-Emissionen verkünden werden.

Der Gipfel wirft seinen Schatten voraus, denn mittlerweile haben 40 Staats- und Regierungschefs ihre Teilnahme angekündigt, darunter Hochkaräter wie Frankreichs Emanuel Macron, Deutschlands Angela Merkel und sogar Russlands Vladimir Putin sowie der chinesische Staatschef Xi Jinping.

Und die gemeinsame Mitteilung der USA und Chinas zeigt offenbar jetzt schon ihre erhoffte Sogwirkung: So kündigte Großbritannien recht überraschend an, dass es seine bisher festgelegten Klimaschutzziele zur Emissionsreduktion drastisch verschärfen wird. Demnach will das Land seine Emissionen bis 2035 um 78 Prozent (im Vergleich zu 1990) reduzieren. Offenbar sieht sich Premierminister Boris Johnson in der Pflicht, bis zum nächsten COP26-Klimagipfel, der dieses Jahr im schottischen Glasgow stattfinden wird, die eigene Bilanz nochmals aufzubessern.

„Die Demonstration von Führungsstärke bei diesem Thema ist entscheidend. Die Präsidentschaft des wichtigsten globalen Klimagipfels seit Paris im Jahr 2015 bedeutet, dass Großbritannien eine wichtige Rolle bei der Erreichung eines ehrgeizigen Abkommens in Glasgow später in diesem Jahr spielen wird. Ein wichtiges Ziel im Vorfeld der COP26 ist es, mehr Länder zu ermutigen, sich ehrgeizige Zwischenziele für Emissionen zu setzen, anstatt nur langfristige Netto-Null-Ziele. Aufgrund einer schnell wachsenden CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist das Tempo der Dekarbonisierung ebenso wichtig wie das Endziel. Indem wir uns in Großbritannien ein solch herausforderndes Ziel für 2035 setzen (neben seinem bestehenden 68%-Ziel für 2030), hoffen wir, dass andere diesem Beispiel folgen“, so Tom Heggarty, Principal Analyst bei Wood Mackenzie.

Auch die Amerikaner sind sich ihrer Vorbildrolle bewusst, wie Secretary of State Anthony J. Blinken diese Woche deutlich machte: „Wenn Amerika es nicht schafft, die Welt bei der Bewältigung der Klimakrise anzuführen, wird von der Welt nicht viel übrig bleiben. Wenn wir erfolgreich sind, werden wir die größte Chance seit Generationen nutzen, um hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen; wir werden eine gerechtere, gesündere und nachhaltigere Gesellschaft aufbauen; und wir werden diesen wunderbaren Planeten schützen. Das ist der Test, vor dem wir jetzt stehen.“

Spätestens am Ende dieser Woche wird die Welt wissen, ob diesen Worten auch Taten folgen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Earth Day, Klimagipfel, COP26, USA, China, Emissionen, Großbritannien, IEA, Corona, Klimawandel, Reduktion, Druck, virtuell, Wirkung, Sog
Windenergie Wiki:
Trump, Dekarbonisierung



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