2020-04-01
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Kommentar: Siemens - Heute Geld verdienen ist wichtiger als morgen leben

„Ich bin ja für Klimaschutz, aber… die Windräder sollen doch bitte woanders gebaut werden.“ Diese im Englischen als „Not in my Backyard“ bezeichnete Mentalität konnte man in den vergangenen Tagen in ähnlicher Form auch bei Joe Kaeser beobachten, seines Zeichens CEO von Siemens.

Bild: PixabayBild: Pixabay

Der Konzern war heftig in die Kritik geraten, weil er eine Signalanlage für das Adani-Carmichael-Kohlebergwerk liefern wird, das zur Zeit in Australien erschlossen wird. In jenem Land, das gerade von heftigen Waldbränden heimgesucht wird – die durch den Klimawandel nochmals verstärkt werden. Gleichzeitig befeuert Australien als weltgrößter Kohle-Exporteur eben genau diesen Klimawandel.

Nachdem sich Kaeser öffentlichkeitswirksam mit der Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer (Fridays for Future) getroffen hatte, folgte am Wochenende die – erwartbare – Meldung, dass der Konzern seinen Vertrag erfüllen und die Signalanlage für das Bergwerk liefern werde.

Dass Siemens aber nicht einfach zum Tagesgeschäft übergehen konnte, zeigt immerhin das persönliche Statement, das Joe Kaeser herausgab – und das durchzogen ist von „Not in my Backyard“-Argumenten.

„Ich habe zwar viel Einfühlungsvermögen für Umweltfragen, ABER ich muss die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Stakeholder ausgleichen, solange sie für ihr Handeln eine legitime Legitimation haben.“ Und weiter: „Wäre es mein eigenes Unternehmen gewesen, hätte ich vielleicht anders gehandelt, obwohl faktisch klar ist, dass die Installation unseres Signalsystems – und das damit die bereits bestehende Bahnstrecke sicherer macht – keinen Einfluss darauf hat, ob die Kohlemine erschlossen wird oder nicht.“

Fassen wir zusammen: "Siemens ist zwar für Klimaschutz, ABER wenn es unseren eigenen wirtschaftlichen Interessen entgegensteht, dann ist das schon wichtiger. Davon abgesehen, wird die Mine ohnehin erschlossen, egal ob wir mithelfen oder nicht. Also ist es besser, wir verdienen erst noch etwas daran!"

Da hilft es auch nicht, dass im Anschluss lang und breit dargelegt wird, was Siemens nicht schon alles für den Klimaschutz getan hat. Das Signal ist ein anderes: "Machen Sie mit uns Geschäfte – egal ob mit oder ohne Klimaschutz!"

Autor:
K. Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Siemens, Kohle, Fridays for Future, Klimaschutz, Bergwerk, Adani Carmichael, Kommentar, Windrad, Stakeholder



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