2019-06-17
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Südafrikas Windindustrie kommt nicht zur Ruhe

Nachdem fast drei Jahre lang alle Vorhaben zum Ausbau der erneuerbaren Energien auf Eis lagen, bestand in den letzten Monaten in Südafrika Grund zur Hoffnung, dass es nun endlich wieder vorangeht. Der seit Februar 2018 im Amt stehende Präsident Cyril Ramaphosa hatte vollmundig angekündigt, den Ausbau wieder anzustoßen. Doch nun tauchen neue Probleme auf.

Der Tafelberg in Kapstadt (Bild: Pixabay)Der Tafelberg in Kapstadt (Bild: Pixabay)

Die Windindustrie in Südafrika hat in der jüngeren Vergangenheit bereits ein Wechselbad der Gefühle durchleben müssen. Nachdem das Land von 2010 bis 2015 einen der aufstrebendsten Windmärkte der Welt stellte, kam der Ausbau zuletzt unter Präsident Zuma fast zum Erliegen. Neue Hoffnung keimte erst im Vorjahr auf, als Cyril Ramaphosa das Präsidentenamt übernahm und als eine der ersten Amtshandlungen zunächst 27 Stromabnahmeverträge für Solar- und Windparks unterzeichnet wurden.

Mittlerweile ist die Euphorie allerdings weitestgehend erneuter Ernüchterung gewichen: Der staatliche Energievesorger Eskom ist in beträchtliche Schieflage geraten. Schon jahrelang wird dem Unternehmen Korruption unterstellt und nun ist  auch noch der Schuldenberg so groß, dass die Regierung auf die Notbremse tritt.

Das Problem für die Windbranche liegt darin, dass Eskom den Strom von unabhängigen Produzenten vor allem aus dem Bereich der Erneuerbaren über Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements = PPA) bezieht. Kann Eskom nicht mehr zahlen, hat das weitreichende Auswirkungen.

In seiner Rede an die Nation zu Beginn der Woche deutete Ramaphosa laut Times Live an, Eskom zu zerschlagen und daraus drei Unternehmen machen zu wollen: „Eskom steckt in der Krise und die Risiken, die das für Südafrika mit sich bringt, sind groß. Es könnte unseren Ambitionen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung schweren Schaden zufügen. Wir müssen mutige Entscheidungen treffen und entschlossen handeln. Die Folgen mögen schmerzhaft sein, aber sie werden noch verheerender sein, wenn wir es aufschieben."

Sein Plan stieß jedoch umgehend auf heftigen Widerstand aus verschiedenen Ecken. Vor allem die Kohleindustrie, die noch immer mit über 80 Prozent den größten Anteil an der Stromversorgung Südafrikas stellt, hat Angst vor Veränderung. Bereits vor einem Jahr versuchte sie, per Gerichtsbeschluss den weiteren Ausbau der Erneuerbaren zu verhindern aus Angst um den Verlust von Arbeitsplätzen. Auch jetzt geht diese Angst wieder um.

Ramaphosa, der schon bei seinem Amtsantritt angekündigt hatte, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, versuchte, diese Angst zu dämpfen: „Wir gestalten und positionieren Eskom für die Zukunft neu. Dabei geht es nicht um die 'Privatisierung' von Eskom, sondern um die Trennung und Abwägung von Abläufen, um die Effizienz des Unternehmens deutlich zu steigern. Staatliche Unternehmen müssen vollständig unabhängig sein und in der Lage, ihre entwicklungspolitischen und wirtschaftlichen Aufgaben zu erfüllen. Dies setzt daher voraus, dass die Verbraucher von Dienstleistungen, einschließlich Strom, dafür bezahlen müssen.“

Unterdessen wird in Südafrika zunächst einmal weiter gebaut. So startete Enel Green Energy (Bild rechts) den Bau des 140 MW Nxuba-Windparks in der Provinz Eastern Cape und setzt gleichzeitig auf eine Einbindung der lokalen Bevölkerung. Zusammen mit seinen lokalen Partnern hat sich Enel verpflichtet, vor Ort Arbeitsplätze zu schaffen und lokale Unternehmen als Lieferanten einzubeziehen. Auch die sozioökonomische Entwicklung der ländlichen Gemeinden wird vorangetrieben: So sollen die Ortschaften in der Region kostenloses WiFi zur Verfügung gestellt bekommen und Schulungen für Einheimische durchgeführt werden. Schulen werden mit Energie über Mini-PV-Systeme versorgt, Stipendien an Schüler vergeben und ein Schulernährungsprogramm wird ebenfalls unterstützt.

Allein Enel hat noch eine volle Pipeline mit über 500 MW über weitere Wind- und Solarprojekte in Südafrika. Denn nur wenn die lokale Bevölkerung dauerhaft mit einbezogen und davon überzeugt werden kann, dass die Erneuerbaren eine lohnende Alternative sein können, kann langfristig auf ihre Unterstützung gesetzt werden. Dann wird auch die Kohleindustrie weiter an Einfluss verlieren.

Autor:
Katrin radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Südafrika, Windindustrie, PPA, Enel, Eskom, Energieversorger, Stromabnahmevertrag, Präsident
Windenergie Wiki:
Windpark, MW



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