2019-06-18
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Wildtiere im Einklang mit Windenergie

Windenergie mit wild lebenden Tieren in der unmittelbaren Umgebung – das ist kein Widerspruch mehr. Erfreulicherweise sind die Zeiten vorbei, in denen Windkraftanlagen für viele Vögel und Fledermäuse zur Todesfalle wurden, denn die Systeme zum Schutz der Tiere werden immer besser.

Windenergie und Vogelschutz gehören mittlerweile zusammen (Bild: Pixabay)Windenergie und Vogelschutz gehören mittlerweile zusammen (Bild: Pixabay)

Eigentlich sollten die künstlichen Nistboxen in der Umgebung des Crystal Rig-Windparks in Schottland dazu dienen, Waldohreulen ein neues Heim zu bieten. Die Boxen wurden als Vogelschutzmaßnahme aufgehängt, da durch den Bau des Windparks einige Teile des Waldes gerodet werden mussten. Als die Mitarbeiter von Energieversorger Natural Power im Zuge der Vogelüberwachung einen Blick in die Nistboxen warfen, gab es eine Überraschung: Statt der erwarteten Waldohreulen brüteten dort Schleiereulen, die es in der Gegend schon gar nicht mehr gegeben hatte.

Künstliche Nistplätze bieten Schutz

Pawel Plonczkier, Umweltberater bei Natural Power, erklärt den Hintergrund: „Die Bereitstellung von künstlichen Nistplätzen ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Schutzinitiative für Schleiereulen, da moderne Landschaft nur wenige Nistmöglichkeiten für diese Art bietet. Anschließend haben wir überwacht, wie viele Boxen besetzt waren und erfassten den Zuchterfolg. Die Unterstützung der Schleiereulen durch die Bereitstellung künstlicher Nistplätze ist nicht nur für die brütenden Vögel wichtig, sondern auch für die nicht brütenden Tiere sowie flügge gewordene Jungvögel, die die Kisten zum Verstecken und Schlafen nutzen, was ihre Überlebenschancen erhöht.“

Die Schleiereulen nutzen die bereit gestellten Nistplätze von Natural Power (Bild: Natural Power)

Auch bei Vattenfall können erste Erfolge aus den Vogelschutzmaßnahmen der vergangenen Jahre vorgewiesen werden. So konnten im vergangenen Jahr in der Nähe des Ray-Windparks im Norden Englands erneut einige junge Zwergfalken beringt werden, die dort aufgewachsen sind. Diese Vogelart ist in den vergangenen Jahren in Großbritannien fast ausgestorben und steht auf der Roten Liste. Es gibt in Großbritannien nur noch etwa 1000 bis 1500 Paare.

Lebensraum wird renaturiert

Vattenfall hofft nun, neben einer breiteren ornithologischen Überwachung in der Umgebung des Windparks auch weiterhin den Trend zu erfolgreichen Zuchtversuchen bei Zwergfalken und anderen Bergspezialisten wie Brachvogel und Goldregenpfeifer beobachten zu können.

Im Rahmen des Habitatmanagementplans wurden von dem Unternehmen auch Arbeiten an den hochsensiblen Lebensräumen der Vögel durchgeführt. So wurden unter anderem Hochmoore durch erneute Bewässerung renaturiert. Ziel ist es, die Biodiversität der örtlichen Flora zu erhöhen, was wiederum dazu beitragen soll, mehr Insekten und Käfern einen Lebensraum zu bieten. Da diese wiederum als Nahrungsquelle für eine Reihe von Vögeln dienen, profitiert das gesamte Wildleben vor Ort davon.

Einer der beringten Zwergfalken (in Großbritannien Merlin genannt) (Bild: Vattenfall)

Auch in den USA setzen Energieunternehmen und Umweltschützer mittlerweile auf ein Miteinander. So feierte im vergangenen Jahr das American Wind Wildlife Institute (AWWI) seinen zehnten Geburtstag. Dabei handelt es sich um eine von der Windindustrie gegründete Einrichtung, die die Schutzmöglichkeiten, die durch die Windenergie entstehen, durch Zusammenarbeit und Forschung maximieren möchte. Dazu wurde 2018 der Wind Wildlife Research Fund ins Leben gerufen.

Ein Fond zur Forschung

Dieser Fond finanziert vor allem Forschungsprojekte, die sich mit der Interaktion zwischen Wildtieren und Windenergie beschäftigen. Darüber hinaus werden Technologien und Methoden erforscht, die genutzt werden können, um Auswirkungen der Windkraft auf Wildtiere zu minimieren oder zu eliminieren. Die Initiative wird von Windkraftunternehmen finanziert, weitere Mittel kommen von Naturschutzverbänden.

"Dieser einzigartige Fonds ermöglicht es, die Entwicklung der Windenergie weiter auszubauen und gleichzeitig die Wildtierbestände zu schützen und zu erhalten", erklärt Greg Wolf, CEO von Leeward Renewable Energy. "Es spricht Bände über die Werte der Windindustrie, das so viele Unternehmen in den Fonds investiert haben."

Weniger tote Fledermäuse

Einige Unternehmen arbeiten auch direkt daran, die negativen Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Natur und Tiere zu reduzieren. So hat das amerikanische Unternehmen NRG Systems ein System entwickelt, das den Zusammenstoß von Fledermäusen und Windkraftanlagen reduziert. Bei den zweijährigen Tests im texanischen Los Vientos-Windpark konnten die tödlichen Zusammenstöße einiger Fledermausarten so um 54 Prozent verringert werden.

Mit diesem System sollen künftig Fledermäuse von den Anlagen ferngehalten werden (Bild: NRG Systems)

Das System arbeitet mit Ultraschallsignalen. Es basiert auf dem 'Jamming' - der Echoortungsfunktion von Fledermäusen, auf die sie sich zur Orientierung, Nahrungssuche und Kommunikation verlassen - ohne dabei die Tiere, die sich im Luftraum um die Anlagen herum bewegen, zu beeinträchtigen.

Sara Weaver, Leiterin der Studie und Doktorantin an der Texas State Universityt, betont den Erfolg des Systems, das dieses Jahr auf den Markt kommen wird: „Die Ergebnisse unserer soliden, zweijährigen Studie an einer laufenden Windkraftanlage in Texas zeigen, dass die akustische Abschreckung von NRG die Todesfälle von Brasilianischen Bulldoggfledermäusen und Weißgrauen Fledermäusen deutlich reduziert. Basierend auf diesen Ergebnissen ist die Technologie ein vielversprechendes Instrument zur Reduzierung des Fledermausschlags an Windkraftanlagen."

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Wildtiere, Vogel, Fledermaus, Windenergie, Windkraftanlage, Schutz, Umweltschutz, Nistplatz, Habitat, Lebensraum
Windenergie Wiki:
Windpark



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