2019-10-14
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Deutschland als Hort der Umweltsünder

Eine neue Studie nimmt die gesundheitlichen Auswirkungen der europäische Kohleindustrie ins Visier. Heraus kommt, dass gerade Deutschland, das sich selbst gerne als Ökopionier inszeniert, nicht nur den größten Kohleverbrauch der EU hat, sondern auch gleich vier der zehn schmutzigsten Kohleunternehmen beherbergt. Die deutschen Unternehmen sind zudem für einen Großteil der durch Kohlekraftwerke verursachten Gesundheitsschäden verantwortlich.

Protest vor dem Bundeskanzleramt (Bild: Greenpeace)Protest vor dem Bundeskanzleramt (Bild: Greenpeace)

Kohlekraftwerke als Luftverschmutzer

Noch immer betreiben 103 Unternehmen Kohlekraftwerke in der EU, wie die neue Studie ‚Der letzte Atemzug‘ von verschiedenen Umweltinitiativen, darunter Greenpeace, belegt. Zehn von ihnen verursachten rein rechnerisch allein im Jahr 2016 mit ihren Meilern zwei Drittel aller Gesundheitsschäden durch Kohlekraftwerke. Denn neben dem klimaschädlichen CO2, das für einen Großteil der Erderwärmung verantwortlich ist, stoßen Kohlekraftwerke verschiedene weitere gesundheitsschädliche Stoffe aus, wie Feinstaub, Schwefeldioxid oder Stickoxide, aber auch Quecksilber und andere giftige Schwermetalle.

Vier der zehn größten Verschmutzer sitzen in Deutschland: Den Spitzenplatz belegt der Energiekonzern RWE, auf Platz 2 folgt mit EPH der heutige Betreiber der ehemaligen Vattenfall-Kraftwerke in der Lausitz. Platz 5 wird von Uniper belegt, dem Konzern, der aus der Abspaltung der Kraftwerkssparte von E.ON entstanden ist. Auf Platz 8 liegt die Steag mit Sitz in Essen.

Die Top 10 der größten Kohleunternehmen im Jahr 2016 (Grafik: Greenpeace)

Die zusammengefassten Gesundheitsschäden dieser vier Unternehmen entsprechen einem modellierten Wert von 4.220 vorzeitigen Todesfällen, 72.000 Tagen, an denen Kinder Asthma-Symptome zeigen und über einer Million Krankheitstage. Dadurch entstehen zeitgleich wirtschaftliche Schäden in einer Höhe von bis zu 12 Milliarden Euro pro Geschäftsjahr.

„RWE und andere Kohlekonzerne handeln doppelt rücksichtslos“, macht Greenpeace-Sprecher Christoph Lieven deutlich. „Während ihre Kraftwerke mit Klimazerstörung Geld verdienen, lassen sie die Bevölkerung für Asthmafälle, Herzinfarkte und Diabeteserkrankungen zahlen.“

Deutsche Dominanz geht auch auf Versagen der Politik zurück

Die Gründe für die deutsche Dominanz in dieser Liste sind vielfältig. Zum einen ist Deutschland allein für 36% der gesamten kohlebasierten Stromerzeugung in der EU verantwortlich. Zum anderen sorgt die hohe Bevölkerungsdichte in Deutschland dafür, dass viele Menschen in unmittelbarer Nähe der Kraftwerke leben und der Luftverschmutzung direkt ausgesetzt sind. So leben beispielsweise 46 Millionen Menschen nur maximal 200 km von den RWE-Braunkohlekraftwerken entfernt.

Aber auch die deutsche Politik trägt eine Mitschuld, denn in den letzten Jahren hat es kaum noch Fortschritte bei der Anpassung der Grenzwerte für Luftverschmutzung gegeben. Zwar waren die deutschen Kraftwerke in der Vergangenheit zunächst oftmals sauberer als die in anderen Ländern, doch die Nachbarn haben in den letzten Jahren bei den Umweltschutzbestimmungen aufgeholt. Deutschlands Grenzwerte liegen mittlerweile auf einem Niveau mit Polen oder der Tschechischen Republik, beide europaweit bekannt für ihre Kohleaffinität.

Kohleausstieg wird verschleppt

Andere europäische Länder sind beim Thema Kohleausstieg auch bereits weiter. So haben Großbritannien und Frankreich konkrete Daten für ihren Ausstieg bekannt gegeben. In Spanien wie in Deutschland wird darüber diskutiert. Der deutsche Ausstieg würde ein wichtiges Signal an weitere Staaten senden. Zur Zeit lassen erste Informationen aus der Kohlekommission aber befürchten, dass die Ausstiegspläne viel zu zögerlich ausfallen.

Status des Kohleausstiegs in den einzelnen europäischen Ländern (Grafik: Greenpeace)

Konkrete Forderungen werden laut

Die Studie kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass Regierungen Richtlinien verabschieden müssen, die die Stilllegung der Kohlekraftwerke bis 2030 sicherstellen. Aber auch an die Unternehmen werden Forderungen gestellt. Dazu gehört ein sofortiger Investitionsstopp in Stein- und Braunkohle sowie das Bekenntnis zur Stilllegung aller Kraftwerke bis zum Jahr 2030. Nur dann sei ein gelungener, sozialverträglicher Übergang möglich. Damit wäre nicht nur der Umwelt geholfen, sondern auch allen Menschen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Greenpeace, Studie, Kohle, Kraftwerk, Stilllegung, Ausstieg, Kohlekommission, Gesundheit, Luftverschmutzung, Klimaschutz, Europa



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