2024-04-17
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Hype nicht gerechtfertigt: Windkraftanlagen ohne Rotoren bringen's nicht

Kein Wurfschatten durch Rotorblätter, fast keine Geräusche, keine Schäden für vorbeifliegende Vögel: Das Konzept für eine neue Windkraftanlage ohne Rotorblätter begeisterte vor ein paar Wochen die Medien.

Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass das Konzept, das das spanische Unternehmen Vortex vorgestellt hat, nicht wirklich geeignet ist, um die herkömmlichen Turbinen in Bedrängnis zu bringen.

Da wäre zum einen die Leistung der Anlagen, die optisch nur aus einer Art Pfahl bestehen: 2016 will Vortex ein 4KW-System vorstellen, bis 2018 soll daraus ein 1MW-System entwickelt werden. Damit bewegt sich das Unternehmen im Kleinwindanlagen-Bereich – nicht jedoch wie man selbst behauptet im Bereich der kommerziellen Windenergiegewinnung, wo die Anlagen standardmäßig oft schon bei mindestens 2,5 – 3MW liegen, offshore sogar bei 8MW.

Der CleanTechnica-Blog macht auf weitere Schwierigkeiten aufmerksam: Herkömmliche Windkraftanalgen durchstreichen mit ihren Rotorblättern ein Areal von gewisser Größe, während man bei Vortex nur in dem Bereich der Stange Energie gewinnen kann. Während man die Größe des durchstrichenen Feldes herkömmlicher Turbinen durch längere Rotorblätter vergrößern kann, kann man mit den Vortext-Anlagen nur weiter in die Höhe gehen, um die Leistung zu steigern. Dadurch ist das Design bereits limitiert, denn der Pfahl kann nicht mehrere hundert Meter hoch sein, um mit der Leistung konventioneller Turbinen mithalten zu können.

Zwar behauptet der Hersteller, dass es durch das schlanke Design möglich wäre, auch in der Nähe von Häusern die Anlagen aufzustellen, allerdings stellen Gebäude Hindernisse im Windstrom dar, sodass sich die Leistung noch weiter verringern würde.

Technology Review weist unterdessen auf ein weiteres Problem hin: Entgegen der Behauptungen der Hersteller, dass die Vortex-Turbinen geräuschlos seien, sehen Experten eher das genaue Gegenteil voraus: Die Oszillation, die die Zylinder in dem Pfahl antreiben soll, verursacht knarrende Geräusche. Je unregelmäßiger die Frequenz ist, desto schlimmer das Geräusch, dass dadurch noch störender wirkt, als das relativ stetige Rauschen eines herkömmlichen Rotorblatts.

Letztlich muss man also sagen, dass entgegen des ersten Hypes, den die Ankündigung dieser „revolutionären Turbine“ begleitet hat, auch in Zukunft eher herkömmliche Turbinen gebaut werden. Denn bisher bringen rotorblattlose Turbinen einfach nicht die gleiche Leistung.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
kr@windmesse.de
Windenergie Wiki:
Turbine, Offshore



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