2024-02-28
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USA: Stau im Netz sorgt für Stillstand der Windenergieanlagen

Die flachen, windreichen Prärien des Mittleren Westens der USA sind der Ort, an dem momentan eine Energietransformation stattfindet, mit der die Stromnetze nicht fertig werden.

Reich an Wind, arm an Netzen

Immer mehr Windturbinen zieren die ländlichen Regionen im sogenannten 'Heartland' der USA. Die Energieversorger entdecken zunehmend, dass dort viel Potenzial liegt und bauen darauf, dort der Verwirklichung der Energieziele der Regierung nahezukommen. Allerdings gibt es ein Problem: Das veraltete Stromnetz des Landes kann nicht Schritt halten.

Ende letzten Jahres wurden laut 'National Renewables Energy Laboratory' 60 GW Leistung aus Wind gewonnen, das entspricht 5 Prozent der gesamten Produktionskapazität des Landes. Weitere 135 GW, so schätzt die Branche, wären problemlos aus dem Stand möglich, man müsste bloß noch die Turbinen aufstellen und sie ans Netz anschließen.

Michael Goggin, ein Analyst der AWEA, sagt dazu gegenüber der Seite McClatchyDC.com: „In den letzten 20 Jahren wurde kein Geld in die Netze investiert. Wir haben also schlichtweg dort kein starkes Netz, wo der Wind besonders stark weht.“ Knapp eine Generation ist es nun her, dass die Netze gebaut wurden – für Strom aus Kohle, Atom- und Wasserkraft. Ohne den Anforderungen für erneuerbare Energien Rechnung zu tragen. Dies macht heute den Transport der Energie von den Windparks auf dem Land schwierig und kostspielig.

Die Defizite des Netzes sind mittlerweile augenfällig, selbst bei den Politikern ist das Problem angekommen. Gil Bindewald, ein Projektmanager des Energieministeriums, sagte, dass die Entscheidungsträger für eine Modernisierung der Netze Politik, Technik und Finanzen im Auge haben müssen. Keine einfache Situation also. „Es gibt keinen Masterplan für den Fall, Windenergie ins Netz integrieren zu müssen“, sagte Bindewald.

Das Wachstum der amerikanischen Windindustrie wird besonders deutlich, wenn man mit dem Auto zum Beispiel den Highway 23 in Kansas hinunterfährt. In der Nähe der Stadt Cimarron ist man umgeben von Windturbinen. Der Windpark, in dem auf einer Fläche von 16.000 Morgen 57 Turbinen stehen, kann 40.000 Haushalte mit Strom versorgen. Er produziert eine Leistung von 131 MW. Aber das Unternehmen 'Duke Energy and Sumitomo Corp', das den Park 2012 ans Netz genommen hat, sieht sich massiven Problemen und einem wahren 'Energiestau' gegenüber, wenn es darum geht, den Strom ins Netz einzuspeisen. Greg Wolf, der sich um die erneuerbaren Energien bei Duke Energy kümmert, wollte gegenüber McClatchyDC.com keinen genauen Umfang des Staus nennen, aber er betonte, dass es ein sehr großes Problem sei: „Die erneuerbaren Energien wie die Windkraft schwanken im Vergleich zu einem herkömmlichen Gaskraftwerk in den Leistungen. Das war zunächst neu, deshalb hat es auch bei uns eine Lernkurve geben müssen. Hinzu kommt, dass wir innerhalb einer recht kurzen Zeit eine enorme Anzahl an zusätzlichen Megawatt zur Verfügung gestellt haben.“

 

Stau sorgt für Stillstand

Wolf erklärt weiterhin, dass Defizite am Netz und unterschiedliche Politik der einzelnen Bundesstaaten, was die Platzierung der Trassen angeht, zu diesem Stau führten. Das Unternehmen 'Southwest Power Pool', das von der 'Federal Energy Regulatory Commission' eingesetzt wurde, das Netz in der Region zu betreiben, gibt an, dass es 4 bis 5 Engpässe bei der Übertragung in der Woche gibt. Das sind die Zeiten, in denen der Stau dazu führt, dass Windturbinen aufgrund des Überangebots komplett heruntergefahren werden müssen. In den letzten acht Monaten waren von diesen Engpässen 7 Standorte betroffen.

„In unserer Region sind diese Standorte weit vor dem Netzausbau bereits ins Netz aufgenommen worden“, sagt Don Shipley von Southwest Power Pool dazu. „Einige der Windparks haben dadurch massive Einschränkungen von bis zu 50 Prozent ihrer möglichen Produktion hinnehmen müssen.“

Mit anderen Worten: Viel von der Energie, die von diesen Parks produziert wurde, ist nie auf beim Verbraucher angekommen. Aufgrund dieser Engpässe kommt es laut Shipley nun zu finanziellen Verlusten für die Windparks und die Energieversorger.

Laut einer Studie aus dem letzten Jahr müsste allein im Mittleren Westen an 17 Stellen das Netz weitflächig ausgebaut werden. Dadurch würde der Stau verhindert und die Netzstabilität verbessert. Als zusätzlichem Nebeneffekt würde man damit den festgelegten Produktionszielen des Staates für saubere Energie genügen. Dieser Netzausbau würden wiederum Windenergieprojekte mit einer Leistung von zusätzlichen 41 MW-Stunden ermöglichen – genug Energie, um damit 3,5 Millionen Haushalte zu versorgen. Kritiker werfen der Industrie allerdings vor, dass dies mit einer erheblichen Erhöhung des Strompreises einher gehen würde, was von der Industrie zurückgewiesen wird. „Es hätte nur geringe Auswirkungen, das bringen Investitionen nun mal so mit sich“, betont Natalie Hocken, eine Sprecherin von PacifiCorp, einem Energieversorger aus dem Nordwesten.

In der erwähnten Studie wird vorgerechnet, dass ein durchschnittlicher Energieverbraucher aus dem nördlichen Teil des Mittleren Westens im Jahr sogar bis zu 17,50 Dollar sparen könnte, wenn bis zum Jahr 2020 zusätzliche 20 GW Windstrom in die Netze eingespeist werden könnten.

 

Die Politik ist gefragt

Die Energieversorger und lokale Politiker machen das föderale System und dadurch oftmals komplizierte politische Verhältnisse für die Probleme beim Netzausbau verantwortlich. Laut PacifiCorp dauert es mindestens drei Jahre allein auf der föderalen Ebene, um eine Genehmigung für einen Ausbau zu erhalten. Rechnet man zum eigentlichen Bau also die Genehmigungsdauer hinzu, können Netzbauprojekte schon mal acht Jahre andauern.

Die Politik bezüglich des Netzbaus stammt wie die Netze selbst noch aus einer anderen Zeit. „Der Markt hat sich verändert. Mittlerweile liegen Energiegewinnung und -transport nicht mehr in den Händen von ein und demselben Unternehmen“, sagt Goggin von der AWEA. „Daher sind die Gesetze, die es früher brauchte, heute nutzlos.“

Die Federal Energy Regulatory Commission dient im Streitfall als Entscheidungsorgan. Dort arbeitet man daran, in Zukunft den Netzausbau zwischen verschiedenen Bundesstaaten zu vereinfachen. Southwest Power Pool arbeitet derweil an der Kommunikation mit den Windparks selbst, die das Unternehmen betreut. Man hofft, dass man so in Zukunft schneller auf Stau reagieren kann. Shipley hofft, dass durch den schon laufenden Ausbau der Netze die Probleme bis 2015 endlich in den Griff bekommen werden.

Die Verteilung der Energie ist dabei der Schlüssel zur Erschließung von neuen Flächen und zur Ausweitung der gesamten Windindustrie. Goggin betont: „Wir haben genug natürliche Ressourcen, um die USA dutzendfach mit erneuerbaren Energien zu versorgen.“ Viele dieser Ressourcen befinden sich im Mittleren Westen, dem Herzstück des Landes – weit weg von den Gegenden, wo viele Menschen wohnen, die diese Entscheidungen zu treffen haben.

Der Wind dort weht stetig – er kann bisher nur nicht eingefangen werden, weil er nicht von dort wegtransportiert werden kann.

Quelle:
McClatchyDC.com / Katrin Radtke (Windmesse)
Email:
presse@windmesse.de
Link:
www.mcclatchydc.com/...
Windenergie Wiki:
Windpark, Turbine, MW, Megawatt



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