2020-12-03
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Boris Johnson verspricht "grüne industrielle Revolution" – aber nicht alle glauben ihm

Der britische Premierminister Boris Johnson hat in einer Rede auf dem Parteitag seiner Konservativen eine grüne Zukunft für Großbritannien aufgemalt. Doch ausgerechnet die betroffenen Arbeiter scheinen ihm keinen Glauben zu schenken.

Boris Johnson kommt nicht überall gut an (Bild: Pixabay)Boris Johnson kommt nicht überall gut an (Bild: Pixabay)

Es sind große Ziele, die Boris Johnson gestern in seiner Rede umrissen hat: Das Ausbauziel für Offshore-Windenergie bis 2030 wird von 30 auf 40 Gigawatt angehoben. Dabei soll 1 GW Leistung von schwimmenden Offshore-Windparks kommen – eine Technologie, die sich gerade in den Startlöchern zur kommerziellen Nutzung befindet.

Zusätzlich will die Regierung 160 Millionen Pfund in den Ausbau der notwendigen Infrastruktur an den Küsten investieren. Fabriken sollen damit modernisiert und Häfen ausgebaut werden, 2.000 Arbeitsplätze im Baugewerbe geschaffen und 60.000 weitere in den Zulieferbetrieben entstehen.

Diese Aussagen sind die erste Stufe eines 10-Punkte-Plans der Regierung für eine "grüne industrielle Revolution", deren weitere Stufen noch im Verlauf diesen Jahres bekannt gegeben werden, um "unseren Fortschritt in Richtung Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu beschleunigen".

„Ihr Wasserkocher, Ihre Waschmaschine, Ihr Herd, Ihre Heizung, Ihr Plug-in-Elektrofahrzeug - sie alle werden ihren Strom sauber und ohne Schuldgefühle von dem Wind bekommen, der um diese Inseln weht“, so Johnson. „Weit draußen in den tiefsten Gewässern werden wir die Böen ernten, und durch den Ausbau der Infrastruktur an Orten wie Teesside und Humber und Schottland und Wales werden wir eine Offshore-Windkapazität erhöhen, die bereits jetzt die größte der Welt ist.“

Der Premierminister wiederholte auch sein kürzlich gegebenes Versprechen, dass Großbritannien bald das „Saudi-Arabien der Windenergie“ werde, und fügte hinzu: "Das was für Saudi-Arabien das Öl ist, wird für Großbritannien der Wind - etwas mit nahezu unbegrenzten Ressourcen, aber im Falle des Windes ohne Kohlenstoffemissionen und ohne Umweltschäden.“

Offshore-Wind für jeden Bürger verspricht Boris Johnson (Bild: Pixabay)

Angesichts dieser großen Worte zeigten sich Energieunternehmen allerdings skeptisch. Verschiedene Unternehmen wie Ørsted, ScottishPower oder Vattenfall begrüßten zwar die Ankündigung, forderten aber gleichzeitig, den Worten auch Taten folgen zu lassen. Danielle Lane, Vattenfall UK Country Manager: "Damit die Rhetorik Wirklichkeit werden kann, ist es wichtig, dass die Regierung einige bedeutende Hürden nicht übersieht. Planungsentscheidungen dauern immer noch viel zu lange, was bedeutet, dass erneuerbare Energieprojekte jahrelang in der Schwebe gelassen werden können, bevor sie wissen, ob sie genehmigt werden. Wir brauchen auch eine klare Strategie im bevorstehenden Energie-Weißbuch, die über das bloße Nachdenken darüber hinausgeht, wie die Stromerzeugung umweltfreundlicher gestaltet werden kann, und die darlegt, wie kohlenstoffarme Energie - einschließlich Technologien wie Wind- und Solarenergie an Land - zur Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr eingesetzt werden soll."

Auch das Committee on Climate Change (CCC) mahnte an, dass weitere Sektoren ähnliche Unterstützung brauchen: „Wir begrüßen nachdrücklich das Engagement der Regierung, im nächsten Jahrzehnt mehr Strom aus Offshore-Windenergie zu liefern, der bis 2030 auf 40 GW ansteigen soll. Wenn wir aber bis 2050 die britischen Netto-Null-Emissionen erreichen wollen, brauchen wir ähnlich mutige Verpflichtungen zur Senkung der Emissionen unserer Gebäude, unserer Industrie, unseres Verkehrs und unseres Bodens. Aber die heutige Zusage ist, wenn sie eingehalten wird, ein positives Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Jude Brimble, Nationaler Sekretär der GMB, mit 600.000 Mitgliedern Großbritanniens größte Gewerkschaft, hatte dagegen eine ganz klare Meinung: „Der Premierminister liebt es, zu versprechen, dass das Gras in den sonnenbeschienenen Hochebenen grüner ist - ohne irgendeinen richtigen Plan. Das funktioniert aber nicht mehr. Großbritannien braucht dringend riesige Investitionen in die Infrastruktur für grüne Energie und die Millionen von Arbeitsplätzen, die dadurch entstehen würden. Aber frühere Versprechungen von grünen Arbeitsplätzen haben dazu geführt, dass Werften in Großbritannien eingemottet und Fertigungsaufträge ins Ausland ausgelagert wurden. Der Premierminister verlässt sich auf Befugnisse, die Großbritannien nach dem Brexit haben könnte oder auch nicht. Wieder einmal sehen seine Versprechungen wie nichts anderes als heiße Luft aus.“

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Großbritannien, Boris Johnson, offshore, Gigawatt, Rede, Ankündigung, Unternehmen, Vattenfall, CCC, GMB, Gewerkschaft, Ausbau, Ziel, Klimaschutz
Windenergie Wiki:
Windpark, Dekarbonisierung, Brexit



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