2019-11-21
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Blau, rot – oder doch grün?

Neue Farbenlehre aus den USA. Dort wo die Zugehörigkeit entweder zu den Republikanern mit rot oder den Demokraten mit blau gekennzeichnet wird, könnte im nächsten Jahr eine neue Farbe dazu kommen. Texas könnte 2020 einen bemerkenswerten Schritt Richtung grün machen.

So bunt wie hier ist das politische Farbspektrum in den USA nicht (Bild: Pixabay)So bunt wie hier ist das politische Farbspektrum in den USA nicht (Bild: Pixabay)

Dabei geht es zwar nicht um die politische Zugehörigkeit zu den in den USA unbedeutenden Grünen, sondern um die Energieversorgung des Staates. Nichtsdestotrotz hat das klassisch von den Republikanern gehaltene Land in den letzten Jahren eine beachtliche Entwicklung durchgemacht. Nächstes Jahr könnte dort die Stromerzeugung aus Windenergie erstmals die aus Kohle überholen, wie das unabhängige Unternehmen für Energieforschung Rystad Energy vorhersagt.

Texas kann auf eine lange Geschichte in der Energieerzeugung zurückblicken. Noch heute sorgt der Staat im Süden der USA für 40 Prozent der gesamten US-Öl- und fast 25 Prozent der Gasproduktion. So verwundert es nicht, dass auch der heimische Energiemix von Erdgas geprägt ist.

Die Gasnutzung in Texas liegt weit vorne, aber dahinter tut sich etwas (Grafik: Rystad Energy)

Mittlerweile findet das Wachstum im Bereich der Energieerzeugung allerdings vorwiegend im Windbereich statt. Und hier könnten die Erneuerbaren 2020 einen ersten Teilerfolg gegen die fossile Stromerzeugung erzielen: „Unsere Prognosen deuten darauf hin, dass der Onshore-Wind in Texas bis 2020 rund 87 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugen wird, gegenüber den erwarteten 84,4 TWh aus Kohle“, erklärt Carlos Torres-Diaz, Leiter der Gasmarktforschung bei Rystad Energy. „Texas ist nur einer von vielen roten Staaten, die kürzlich grün geworden sind, indem sie ihr großes Winderzeugungspotenzial genutzt haben.“

In der Tat ist es bemerkenswert, dass ausgerechnet die republikanisch dominierten Staaten, die bei der Präsidentschaftswahl 2016 für den bekennenden Windkraftgegner Donald Trump gestimmt haben, mittlerweile die Treiber der Energiewende in den USA sind. Bislang war der Anteil von erneuerbarer Energie, also Wind, Solar, Biomasse und Wasserkraft, in demokratisch geprägten Staaten stets höher, allerdings ändert sich dies langsam. So stammen insgesamt 27 Prozent der Energie in blauen Staaten aus Erneuerbaren, während die roten Staaten auf 13 Prozent kommen.

Die republikanischen (roten) Staaten sind ganz vorne bei der Windenergienutzung dabei (Grafik: Rystad Energy)

„Wir sind aber der Ansicht, dass die Technologien für erneuerbare Energien mittlerweile ein Niveau erreichen, bei dem neue Anlagen nicht nur von Politik oder Subventionen, sondern auch von der Wirtschaft angetrieben werden“, kommentiert Torres-Diaz diese Zahlen.

Und in der Wirtschaft ist eindeutig ein Trend hin zu grüner Energie zu erkennen. Angeführt von den großen IT-Unternehmen des Landes setzen immer mehr amerikanischen Firmen auf Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA), über die sie Ökostrom generieren. Die Unterstützung geht durch sämtliche Industriezweige, egal ob es sich um die Lebensmittelindustrie (Budweiser) oder den Einzelhandel (Walmart) handelt. Daran kann auch ein Präsident nichts ausrichten, der bei jeder Gelegenheit erneut seine Abneigung gegen Windenergie Kund tut.

Werbewirksam: Beim diesjährigen Superbowl ließ Budweiser einen Spot laufen, der auf das PPA hinwies (Grafik: Enel)

Ganz im Gegenteil, denn gerade in den 'Heartlands' in der Mitte des Kontinents können die Erneuerbaren mittlerweile ohnehin auf Unterstützung aus beiden politischen Lagern zählen. Dieser immer noch aufstrebende Wirtschaftszweig sorgt für neue Arbeitsplätze und bringt den Kommunen hohe Steuereinnahmen.

Selbst nach dem Auslaufen der staatlichen Förderung Ende des Jahres dürfte der Markt stabil bleiben und sogar weiter wachsen. „Auch ohne staatliche Subventionen wird der Wind in den Märkten im Mittleren Westen und im südlichen Zentralraum der USA voraussichtlich wettbewerbsfähig bleiben. Eine weitere Expansion in den Rockys und Kalifornien ist wahrscheinlich, da die Landesregierungen kohlenstofffreundlichere Energielösungen verfolgen“, so Rystad Energy.

Zusätzlich zu dem bislang dominierenden Onshore-Wind könnte sich in absehbarer Zeit auch noch die Energiegewinnung aus Offshore-Wind gesellen, wenn die regulatorischen Hürden beseitigt sind. Momentan sind vor allem die Küstenanrainer am Atlantik daran interessiert, diese neue Industrie in ihren Bundesstaaten aufzubauen. Gute Aussichten für weitere grüne Staaten also.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
USA, onshore, offshore, Texas, blau, rot, grün, PPA, Kohle, Donald Trump, Gas, fossil, erneuerbare Energie, Demokraten, Republikaner
Windenergie Wiki:
Trump, Energiewende



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