2018-11-15
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Was wäre wenn… US-Offshore-Projektierer veröffentlicht interessantes Gedankenspiel

In den USA steckt die Offshore-Windbranche noch immer in den Kinderschuhen. Zwar steht seit Ende 2016 auch in US-Gewässern der erste Offshore-Park, doch noch immer scheinen Einwohner und Regierung nicht recht von der Technik überzeugt zu sein. Umso interessanter ist daher die Studie, die nun von einem US-Offshore-Projektierer veröffentlicht wurde. Darin werden die Auswirkungen eines Offshore-Windparks auf das Stromnetz während des schweren Schneesturms zu Beginn des Jahres untersucht.

Bilder: PixabayBilder: Pixabay

Hintergrund

Im August 2016 verabschiedete der US-Bundesstaat Massachusetts eine umfassende Gesetzgebung zur Energievielfalt als Teil einer breit angelegten Anstrengung, die Energiekosten zu senken, die saubere Energiewirtschaft des Staates zu stärken und die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionswerte zu erfüllen.

Im Dezember 2017 hat der US-Projektierer Vineyard Wind daraufhin den Vorschlag für den Bau eines 800 MW Offshore-Windparks etwa 15 Meilen südlich von Martha's Vineyard eingereicht. Zusätzlich sollen die Netze so weit ausgebaut werden, dass sie in der Lage sind, 1.600 MW Strom aus sämtlichen Windparks von Massachusetts abzutransportieren. Vorgesehener Baubeginn für das Projekt ist laut Plan 2019, Betriebsstart 2021.

Zu Beginn des Jahres wurden die USA von einem besonders schweren Schneesturm heimgesucht, einem sogenannten 'Bomb Cyclone'. Was einen Sturm dabei zur 'Bombe' macht, ist die Geschwindigkeit, mit der der Luftdruck fällt. Definitionsgemäß muss der barometrische Druck innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Millibar fallen, damit ein Sturm als 'Bomb Cyclone' bezeichnet wird, wie die New York Times erklärt. Eine Kälteperiode, die nach Weihnachten 2017 einsetzte und gut 14 Tage andauerte, paarte sich dann mit einem schweren Schneesturm namens ‚Grayson‘. Gemeinsam hatten sie fast die kompletten USA im Griff.

Der US-Projektierer Vineyard Wind hat dazu nun ein Gedankenspiel veröffentlicht: Was wäre, wenn zu diesem Zeitpunkt vor der Küste Neuenglands ein 800 Megawatt starker Offshore-Windpark gestanden hätte – so wie ihn das Unternehmen bis 2021 bauen möchte? Um der Frage nachzugehen, hat Daymark Energy Advisors eine Studie angefertig, die die Auswirkungen näher untersucht.

Untersuchungszeitraum waren die Tage vom 4. Januar bis zum 7. Januar 2018, als der Schneesturm an der Küste von New England  besonders heftig tobte. Im Fokus standen wirtschaftliche und ökologische Aspekte sowie die Zuverlässigkeit der Stromversorgung vor Ort, besonders in der Region von Cape Cod.

Ergebnis

Der Windpark* hätte die Auswirkungen des Sturms auf die Umwelt und das Stromnetz erheblich verringert. Es hätte 31 Millionen Dollar an Energieeinsparungen im Großhandel gegeben und man hätte 67.485 Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart.

„Der Bericht zeigt deutlich die Bedeutung der Entwicklung von Offshore-Windenergie zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Massachusetts", erklärt Erich Stephens, Chief Development Officer von Vineyard Wind. „Je früher wir mit dem Bau des ersten Offshore-Windprojekts vor Ort beginnen, desto eher werden Anwohner und Unternehmen von den zahlreichen ökologischen und wirtschaftlichen Vorteilen profitieren, die mit der großflächigen Nutzung erneuerbarer und nachhaltiger Offshore-Windenergie verbunden sind.“

Auswirkungen

Der nach den Plänen von Vineyard Wind vorgeschlagene Windpark mit einer Leistung von 800 MW ist in der Lage, genug Strom für 400.000 Haushalte zu erzeugen. In den vier Tagen des Untersuchungszeitraums hätte er 61 Millionen Kilowattstunden saubere, emissionsfreie Energie produziert – basierend auf den tatsächlichen Windverhältnissen, die von einer Offshore-Messstation vor Ort aufgezeichnet wurden.

Zusätzlich hätte die Menge an produziertem Strom die regionalen Großhandelspreise für Strom um fast 20 $ pro Megawattstunde (MWh) gesenkt, wodurch Kunden in New England über 31 Millionen $ und Kunden in Massachusetts fast 15 Millionen $ gespart hätten.

Hinzu kommt eine Reduktion der CO2-Emissionen in Neuengland um 67.485 Tonnen, was den jährlichen Abgasen von 14.358 Autos entspricht. Weiter hätte die Direkteinspeisung des Stroms in die Netze der Region um Cape Cod dazu geführt, das örtliche Stromnetz deutlich zu stabilisieren. Stattdessen drohte es durch den Schneesturm mehrfach zu kollabieren.

Ohne Offshore-Windpark konnte die Region all diese Vorteile natürlich noch nicht nutzen. Die örtlichen Stromversorger griffen auf ihre Gas- und Ölreserven zurück, deren Rohstoffpreise in Folge der großen Nachfrage kräftig angestiegen sind. Allein in dem Zeitraum der insgesamt 14 Tage dauernden Kälte nach Weihnachten bis zum Ende des Sturms verbrannten die Stromerzeuger in Neuengland fast 2 Millionen Barrel Öl – mehr als sie 2016 und 2017 zusammen verbrauchten.

Fazit

Natürlich möchte der Projektierer mit dieser Studie vor allem Werbung für sein Projekt machen. Allerdings gelten ähnliche Vorteile auch für viele andere Regionen in den USA, wo die örtlichen Regierungen (sowie Anwohner) gut daran täten, ihren Widerstand gegen Offshore-Windenergie endlich aufzugeben und die Vorteile zu nutzen.

 

* Die Studie geht davon aus, dass der Offshore-Windpark während fast der gesamten Dauer des Sturms unter Volllast hätte laufen können.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
USA, Vineyard Wind, offshore, Windpark, New England, Emission, CO2, Projektierer
Windenergie Wiki:
MW, Megawatt



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