2019-09-15
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EU-Pläne: Rückkehr zur Atomenergie

Neue Pläne sehen eine Gleichstellung von Atomenergie mit grünem Strom vor. Zusätzlich unterschätzt die EU die Kosten für Atomenergie.

Offenbar plant die EU eine Rückkehr zur Atomenergie. Dies sehen Pläne vor, die die EU-Kommission derzeit erarbeitet und die der Süddeutschen vorliegen. Demnach sollen europäische Länder künftig Unternehmen leichter subventionieren können, die Atommeiler bauen und betreiben wollen. So soll ein Regelwerk entstehen, dass möglichen Investoren Rechtssicherheit gibt und dem Staat die Handhabe erleichtert, gezielte Finanzspritzen zu setzen.

Deutschland hat diesem Plan bereits widersprochen, verfügt aber nicht über ein Veto-Recht, da es sich dabei um Wettbewerbsregeln handelt. Unterstützung erhalten die Pläne dagegen aus verschiedenen anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Litauen und Tschechien, die alle derzeit neue Meiler bauen oder druckreife Pläne in der Schublade liegen haben.

Wenn diese Pläne durchgesetzt werden, käme das faktisch der Gleichstellung von Atomstrom mit grünem Strom gleich, der bisher als einziger von den Staaten gefördert werden durfte.

Da verwundert es auch nicht, dass die EU bei den Plänen für ihre Energiepolitik die Kosten von Atomkraftwerken unterschätzt, während die Kosten von erneuerbaren Energien konsequent überschätzt werden. Zu diesem Ergebnis kam vor ein paar Tagen eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Demnach liegen den Berechnungen der EU noch immer alte Modellrechnungen vor, die der heutigen Preisentwicklung nicht angepasst wurden. So sind die Kosten der Photovoltaik schon heute teilweise niedriger als für das Jahr 2050 erwartet wurde. Dagegen beinhalten die üblichen Kostenschätzungen für Atomenergie meist nicht den Rückbau der Anlagen und die Endlagerung des anfallenden Mülls. Wäre das der Fall, müsste man zu dem Ergebnis kommen, dass Atomstrom auf jeden Fall sehr viel teurer ist als grüne Energie und unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten kein Atomkraftwerk gebaut werden kann.

Zudem fordert das DIW die EU als Fazit seiner Studie dazu auf, für feste, anspruchsvolle Pläne zum Ausbau der erneuerbaren Energien über das Jahr 2020 hinaus zu sorgen. Das würde möglichen Investoren Planungssicherheit geben und stellt einen Anreiz für die einzelnen Länder dar, die Energiewende auch wirklich konsequent voranzutreiben. Ein Plan für 2030 ist dringend notwendig, wird aber derzeit verschleppt.

Wenn man die aktuellen Pläne der EU sieht, weiß man auch warum.

 

Artikel Süddeutsche: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/europaeische-kommission-bruessel-will-bau-von-atomkraftwerken-erleichtern-1.1725328#

Artikel DIW: http://www.diw.de/de/diw_01.c.424659.de/umstieg_auf_erneuerbare_energien_schneller_moeglich_als_geplant.html

Quelle:
Süddeutsche, DIW, Katrin Radtke (Windmesse Online-Redaktion)
Email:
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