2019-09-22
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Interview mit Dr. Michael Magerstädt, Corporate Manager Marketing Industry General ROSEN Group ROPLAST, im Windmesse Newsletter

Windmesse: Herr Dr. Magerstädt, die ROSEN Gruppe ist bekannt für Ihre Inspektionstechnologie für Pipelines. Wo liegen die aus diesen Erfahrungen resultierenden Anwendungsfelder für die Windenergie?

ROPLAST Lochhülsen für WindturmfundamenteROPLAST Lochhülsen für Windturmfundamente
Dr. Michael Magerstädt: Technisch gesehen finden sich überall dort Anwendungsfelder, wo Einsatz der Kernkompetenzen der ROSEN Gruppe zu wesentlichen Verbesserungen für den Betrieb von Windkraftanlagen führen können. Diese Kernkompetenzen sind einerseits die Entwicklung und Herstellung von Hochleistungselastomeren mit maßgeschneiderten Eigenschaften und andererseits Sensorik, die auf minimalen Energieverbrauch bei höchster Sensitivität und kleinster Baugröße optimiert ist. Für die Praxis bedeutet dies: a.) die gezielt eingestellte Dämpfung von Schwingungen durch Hochleistungselastomere und so die Vermeidung von Schäden an Turmfundamenten, bei Motor- und Getriebeaufhängungen; b.) der Einsatz von ROSEN Sensortechnologie in Kombination mit drahtloser Datenübertragung und spezieller Auswertungssoftware für die Online Zustandsüberwachung von Windkraftanlagen; c.) Die Kombination der herausragenden Materialeigenschaften der Hochleistungselastomere mit miniaturisierter Sensorik/Übertragungstechnik, um Zustandssensoren an bisher unzugänglichen Orten oder für bisher nicht erfassbare Daten in Windkraftanlagen zu integrieren (z.B. Eis- oder Dehnungssensoren, welche in die Struktur von Rotorblättern integriert sind und somit Gewicht sparen und auch an Stellen, an denen bisher keine Sensoren montiert werden konnten, Messungen ermöglichen). In der Pipelineinspektion müssen Sensoren unter extremen Bedingungen (Temperatur, Druck, Medien) mit minimalem Energieverbrauch und bestmöglicher Datenkomprimierung eingesetzt werden, um ein Inspektionsgerät, das über Strecken von bis zu 1200 km (Weltrekord, von ROSEN 2010 aufgestellt) vom Medium durch die Leitung gespült wird (mit ca. 3-5 m/s) effizient einsetzen zu können. Mit limitierter Energiemenge an Bord (Li-Batterien) und einer riesigen Menge Messpunkten müssen über den gesamten Zeitraum alle Informationen lückenlos gesammelt und gespeichert werden (Terabyte-Bereich). Der Vortrieb dieser Geräte wird durch Manschetten aus Hochleistungs-Polyurethan, entwickelt und hergestellt von ROPLAST, erzeugt. Diese Manschetten dichten gegen die Rohrinnenwand ab und erzeugen so die Fortbewegung mit dem Medium. Bei den hier vorherrschenden Kräften (hoher Druck, tonnenschwere Messgeräte, Schleifen der Manschetten an der Wand (sie müssen ja abdichten) bedeutet dies, dass die Materialeigenschaften der Manschetten ganz genau auf die Anwendung abgestimmt sein müssen. Dies fängt bei Hydrolysestabilität und ausreichender Reißfestigkeit an, erstreckt sich aber auch ganz besonders auf die Abriebfestigkeit. Das Elastomer darf sich auch auf 1200 km nicht so weit abnutzen, dass "Bypass" des Mediums entsteht, wodurch das Gerät stehen bleiben würde. Auch darf das Elastomer nicht im Eigenfrequenzbereich des Instruments Schwingungen erzeugen, weshalb die Schwingungsdämpfung des Hochleistungselastomers ebenfalls genau eingestellt werden muss. Erfahrung in Entwicklung, jahrelanger erfolgreicher Herstellung und Einsatz der optimierten ROSEN Sensortechnik und der RoPlasthan® Hochleistungselastomere in der Pipelineinspektion hat uns in die ideale Lage versetzt, anderen Industriezweigen maßgeschneiderte Problemlösungen anzubieten. Diese Übertragung der ROPLAST Kernkompetenzen auf andere Industriezweige hat uns innerhalb weniger Jahre zu einem der weltweit größten Herstellern von PUR Gießelastomeren wachsen lassen. Die Windenergiebranche ist für uns fast ein "Heimspiel", denn sie ist einerseits eine "verwandte" Branche des Energiebereichs und andererseits haben Windtürme, speziell im Offshore Bereich, sehr ähnliche Fragestellungen wie z.B. Förderplattformen.


Windmesse: Seit wann ist die ROSEN Gruppe, bzw. die ROPLAST, im Windenergiebereich tätig?

Dr. Michael Magerstädt: Einzelne Produktentwicklungen gehen mehr als 5 Jahre zurück; unser erstes gezieltes Auftreten in der Windbranche war auf der HusumWind 2007, übrigens am Gemeinschaftsstand von Windmesse.de!


Windmesse: Welche Bedeutung messen Sie diesem Bereich im Blick auf die zukünftige Entwicklung Ihres Unternehmens zu?

Dr. Michael Magerstädt: Wir sehen den weltweit steigenden Anteil der Windenergie an der Gesamtenergieversorgung. Da wir global agieren, sind wir in der Lage, dem regional sehr unterschiedlichen Wachstum in den entsprechenden Regionen die dort benötigten Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Zusätzlich zum Marktwachstum sehen wir für uns im Windenergiebereich überproportionale Wachstumschancen einerseits durch den gerade erst beginnenden Trend zu Offshore Windanlagen (welche den Herstellern und Betreibern neue Aufgaben wie z.B. Unterwasser-Kabelschutz, Korrosionsschutz, sowie ganz andere Anforderungen an die Zustandssensorik stellen, zu denen wir aus unserer Erfahrung Problemlösungen anbieten können). Andererseits durch unsere Fähigkeit, innerhalb kürzester Zeit Entwicklungen von der Idee bis zur Serienproduktion umzusetzen; diese speziell auch bei großen Projekten. In dieser Hinsicht sind wir den meisten Anbietern weit voraus.


Windmesse: ROPLAST ist einer der größten Hersteller von Polyurethan Hochleistungselastomeren in Europa und produziert u.a. Lochhülsen für Stahlbetonfundamente für Windenergieanlagen. Gibt es daneben noch weitere Kernprodukte für Windkraftanlagen?

Dr. Michael Magerstädt: Wie schon erwähnt gibt es eine Reihe von Produkten für die Zustandssensorik, speziell in Verbindung mit autarken drahtlosen Sensornetzwerken, die für den einzelnen Kunden spezifisch zugeschnitten werden. Daneben bieten wir eine große Zahl von Schwingungsdämpfern an; wir können die RoPlasthan-Eigenschaften auf die jeweiligen Anforderungen anpassen; so kann z.B. die Rückprallelastizität zwischen hoher "Federwirkung" und einer starken Dämpferwirkung (<<10% Rückprallelastizität) im Herstellprozess eingestellt werden. Für Offshore Anwendungen arbeiten wir an einem völlig neuen Produkt im Bereich Kabelschutz und Knickschutz, das insbesondere teure Arbeitszeit vor Ort einsparen wird; wir hoffen, noch in diesem Jahr dieses zum Patent angemeldete Produkt vorstellen zu können.


Windmesse: Herzlichen Dank für das Gespräch.
Quelle:
Windmesse.de
Autor:
Windmesse Onlineredaktion
Email:
redaktion@windmesse.de
Link:
www.windmesse.de/...
Windenergie Wiki:
Offshore



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