2023-02-07
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Feiern, während draußen die Hütte brennt? GWEC erwartet deutlich weniger Wind-Wachstum

Der Global Wind Energy Council (GWEC) erwartet in den nächsten fünf Jahren ein deutlich geringeres Wachstum der Windenergienutzung. 2009 stieg demnach die weltweit neu installierte Leistung noch um 42 % auf 38,3 Gigawatt an, bedingt durch die starken Konjunkturprogramme insbesondere in den USA. Aufgrund der Finanzkrise erwartet der Weltwindenergieverband nun für die nächsten Jahren ein deutlich abgeschwächtes Wachstum, wie GWEC-Pressesprecherin Angelika Pullen auf dem „Global Wind Day“ am 15. Juni in Berlin ausführte. Demnach wird der Weltmarkt dieses Jahr nur noch um 6,6 % im Vergleich zum Vorjahreswachstum ansteigen und in 2011 wären dies etwa 7,8 %. Erst ab 2014 wird der Weltmarkt mit 14,7 % und einer prognostizierten Zunahme von 62,5 neuen Gigawatt wieder deutlich mehr Fahrt aufnehmen. In den vergangenen 15 Jahren betrug das jährliche Wachstum nach GWEC-Angaben durchschnittlich 25 Prozent.

Allerdings scheint in dem GWEC-Szenario das globale Maximum der Ölförderung (Peak Oil) nicht berücksichtigt, das für konventionelles Erdöl bereits als erreicht gilt. Trotz eines Preisanstiegs um den Faktor 4 ist jährliche Ölfördermenge seit 2004 nicht mehr gestiegen, sondern lediglich konstant geblieben. Der weltweit bereits in den nächsten Jahren zu erwartende Rückgang beim Angebot fossiler Energieträger wird ein energisches Umsteuern im Energiesektor und damit auch einen beschleunigten Ausbau der Windenergie erfordern.

Für Europa erwartet der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau), dass der jährliche Zubau bis 2030 von jetzt 10 GW auf durchschnittlich 15 GW steigt. Durch die Notwendigkeit, auch zunehmend alternde Anlagen zu ersetzen, ergebe sich bis 2030 ein Neubau von 326 Gigawatt bei einem Rückbau von 103 GW. Fast die Hälfte der Stromproduktion soll dann aus erneuerbaren Energien stammen, davon wiederum die Hälfte aus Windenergie. Für den Bundesverband Windenergie wies dessen stellvertretende Präsidentin Silvia Pilarsky-Grosch auf dem „Global Wind Day“ darauf hin, dass man nach einem Szenario des Bundesverbandes Erneuerbare Energien in Deutschland bereits 2020 einen Regenerativstromanteil von 47 % erreichen kann und schon heute 80% der Wertschöpfung der deutschen Windenergie-Industrie exportiert wird. Am Rande der Präsentation der Leitmesse Husum WindEnergy (21.-24. September) auf dem Global Wind Day kam es fast zu einem Eklat.

„Wir haben hier eine explodierende Situation. Wir drohen, unsere technologische Marktführerschaft in Deutschland und Europa zu verlieren – und machen hier Smalltalk“, sagte der energiepolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Hans-Josef Fell. Der Abgeordnete, der als einer der Väter des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) gilt, drohte damit, zu solchen Treffen künftig nicht mehr zu erscheinen. „In Spanien und Frankreich ist ein Zusammenbruch zu erwarten, Osteuropa ist ein retandierender Windmarkt. Wenn wir die Vorherrschaft verlieren, werden die USA und China den Weltmarkt erobern“.
Quelle:
Windmesse.de
Autor:
Björn Johnsen, Martin Tschierschke
Email:
info@windmesse.de
Link:
www.Windmesse.de/...



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