2024-03-03
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Kasachstan: 'Kleines' Land ganz groß

Nicht erst seit Russlands Überfall auf die Ukraine ist die globale Geopolitik in Bewegung. China hat sich längst als starke Macht im Osten etabliert und drängt weltweit immer mehr in den Mittelpunkt. Aber auch die Ölmächte aus dem Nahen Osten versuchen sich mit ihrem Geld Einfluss zu erkaufen. Die sogenannten Mittelmächte und kleinere Staaten haben mittlerweile eine immer größere Auswahl, mit wem sie Geschäfte machen wollen. So auch Kasachstan – mit einer geografisch heiklen Lage.

Astana ist die Hauptstadt Kasachstans und nach Almaty mit 1,35 Millionen Einwohner*innen die zweitgrößte Stadt des Landes (Bild: Pixabay)Astana ist die Hauptstadt Kasachstans und nach Almaty mit 1,35 Millionen Einwohner*innen die zweitgrößte Stadt des Landes (Bild: Pixabay)

Kasachstan ist mit mehr als 2,7 Millionen Quadratkilometern Landesfläche der größte Binnenstaat und der neuntgrößte Staat der Welt. Trotzdem leben in dem riesigen Gebiet, das landschaftlich vor allem von der Kasachensteppe geprägt ist, nur knapp 19 Millionen Einwohner*innen.

Geografisch trennt die ehemalige Sowjetrepublik eine über 7600 Kilometer lange Grenze zu Russland. Geopolitisch ist die Zusammenarbeit mit Russland aufgrund des Krieges in der Ukraine momentan allerdings auf Eis gelegt. Stattdessen buhlen weitere Großmächte um die Aufmerksamkeit des rohstoffreichen Landes, das unter anderem über verschiedene Seltene Erden verfügt, die besonders für die Energiegewinnung vonnöten sind.

Und Kasachstan ist sich seiner Position im Mittelpunkt des Interesses bewusst. Das wurde vergangene Woche auf dem Astana International Forum (AIF) deutlich, das globalen Mittelmächten als Plattform dienen soll, eigene Ansichten und Positionen in den Mittelpunkt zu stellen und Gehör zu finden. „Das Astana International Forum wurde geschaffen, um auf globale Herausforderungen zu reagieren, wobei die Zusammenarbeit als Grundprinzip des internationalen Systems im Vordergrund steht. Kasachstan kann auf eine lange Geschichte der Entwicklung konstruktiver internationaler Beziehungen zurückblicken und dient als Brücke zwischen Ost und West“, so Präsident Qassym-Schomart Toqajew.

Astana hat sich in den letzten Jahren zu einer modernen Stadt gewandelt (Bild: Pixabay)

Schon lange tobt in Kasachstan ein Konkurrenzkampf um Einfluss zwischen Russland auf der einen und den USA als zweitgrößtem ausländischen Investor auf der andere Seite. Hinzu kommen in den letzten Jahren neben den schwerreichen Ölmächten aus dem Nahen Osten auch verstärkt die Chinesen, mit denen sich das Land eine 1800 Kilometer lange Grenze teilt. Traditionell hat Russland in der Vergangenheit in Zentralasien als Ordnungsmacht fungiert, während China sich dort vorrangig wirtschaftlich betätigte. Doch diese Zeiten sind nun vorbei, da Russland international isoliert dasteht.

Und so hat auch Europa zunehmend Interesse an Kasachstan entdeckt. Im Zuge des AIF fanden verschiedene Gespräche mit Vertreter*innen europäischer Länder und Unternehmen statt, um „neue Etappen der Zusammenarbeit“ zu erreichen, wie die Regierung erklärte. Dabei ging es auch um die Umsetzung der Strategie für Kasachstan zur Erreichung der Kohlenstoffneutralität bis 2060 und die damit verbundene schrittweise Transformation der Wirtschaftssektoren.

Das Erreichen der Klimaziele stellt Kasachstan vor eine große Herausforderung. Die Verringerung der Treibhausgasemissionen erfordert grundlegende Änderungen der Produktions- und Verbrauchsmodelle, einen raschen und effizienten Übergang von der nicht-ökologischen Verbrennung fossiler Energieressourcen zu kohlenstoffneutralen Technologien, eine groß angelegte technologische Modernisierung und das Anziehen "grüner" Investitionen in allen Sektoren der nationalen Wirtschaft. Und so ist es sicher kein Zufall, dass in der kommenden Woche der deutsche Präsident Frank-Walter Steinmeier mit einer Wirtschaftsdelegation nach Kasachstan reist.

Werbung für den kommende Woche anstehenden Besuch aus dem Westen (Bild: Kazakh Invest)

Dabei geht es auch darum, dass Europa eine starke Antwort auf die Aktivitäten der Konkurrenz aus dem nahen und fernen Osten findet. So wurden in den vergangenen Tagen gleich zwei Großprojekte im Bereich der erneuerbaren Energien mit arabischen Unternehmen verkündet: Masdar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hat einen Fahrplan für die Entwicklung von Windkraftanlagen mit einer Leistung von bis zu einem Gigawatt in Kasachstan unterzeichnet, um das Ziel des Landes zu unterstützen, bis 2050 die Hälfte seines Energiemixes aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. „Die VAE und Masdar sind stolz darauf, die Ziele Kasachstans im Bereich der erneuerbaren Energien zu unterstützen. Dieses Windprojekt, das bis zu 1 GW sauberen Strom für Haushalte und zur Emissionssenkung erzeugen wird, zeigt nachhaltige Entwicklung in Aktion. […] Als stolze Gastgeber des COP28 sind die VAE fest entschlossen, in Länder zu investieren und mit ihnen zusammenzuarbeiten, um saubere Energie auf der ganzen Welt zu fördern.“

Das Astana International Forum diente auch dem Abschluss verschiedener Geschäfte (Bild: Masdar)

Und auch ACWA Power aus Saudi-Arabien verkündete ein solches Projekt in der vergangenen Woche. Mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar ist die Vereinbarung zugleich die bisher größte saudische Investition in den kasachischen Energiesektor. Da müssen Europa und China aufpassen, dass ihnen nicht ganz schnell das Wasser abgegraben wird.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Kasachstan, Astana International Forum, Mittelmacht, Russland, China, Europa, Naher Osten, Einfluss, erneuerbare Energie, Investition, Markt, Rohstoff



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