2022-08-08
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Ukraine-Krieg trifft Energiemarkt

Die Augen der Welt sind zur Zeit auf die Ukraine gerichtet, wo Russland in den vergangenen Monaten ein Bedrohungsszenario aufgebaut hat, das am Donnerstag eskaliert ist. Die Folgen sind gravierend, auch auf dem Energiemarkt.

Wie entwickelt sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine weiter? (Bild: Pixabay)Wie entwickelt sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine weiter? (Bild: Pixabay)

„Ich verurteile den Bruch des Völkerrechts durch Russland scharf. Es handelt sich um einen schweren Bruch des Völkerrechts – ohne erkennbaren Grund, kühl und strategisch geplant. Wir werden mit abgestimmten wirtschaftlichen Sanktionen reagieren und klare Antworten finden. Die Genehmigung für Nord Stream 2 haben wir heute vorerst gestoppt. Die geopolitische Lage macht eine Neubewertung von Nord Stream 2 zwingend erforderlich.“ Deutliche Worte, die der deutsche Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck fand, nachdem wenige Stunden zuvor Bundeskanzler Olaf Scholz erste Sanktionen gegen Russland angekündigt hatte.

Der Stopp der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs, der die Energiemärkte weltweit treffen könnte. Das Projekt, das von der Regierung unter Angela Merkel gegen alle Bedenken durchgedrückt wurde, steht seit Monaten in der Kritik. Nicht nur in Europa – wo sich vor allem die Ukraine benachteiligt sah, da die bisherigen Leitungen durch ihr Staatsgebiet liefen. Auch beim Bündnispartner USA kam der Alleingang der Deutschen nicht gut an. Vor einer Abhängigkeit von Russland warnte Joe Biden – nicht ganz uneigennützig natürlich, denn auch die USA würden ihr Gas gerne nach Deutschland liefern. Und so muss es für Robert Habeck eine stille Genugtuung gewesen sein, dass er nun als Bundeswirtschaftsminister das Projekt stoppen konnte, gegen das er sich bereits als Parteichef der Grünen stark gemacht hatte.

Ob Europa und vor allem Deutschland künftig auch ohne russisches Gas auskommen können, darüber sind sich die Expert*innen aktuell noch uneins. Viel wird auch davon abhängen, wie sich die angespannte Situation in Osteuropa weiter entwickelt.

Unterdessen hat die Krise in der Ukraine aber bereits weitere Auswirkungen auf den Energiesektor. So legte der norwegische Projektentwickler Emergy das Windparkprojekt Zophia in der Ukraine vorerst auf Eis. Ursprünglich war geplant, dass Zophia in der Region Saporischschja im Südosten der Ukraine nach der Fertigstellung einer der größten Onshore-Windparks in Europa sein sollte.

Die angespannte Lage in der Ukraine hat bereits erste Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte (Bild: Pixabay).

Nach Angaben von Emergy erfolgte der Planungsstopp aufgrund von anhaltenden Zahlungsproblemen des Abnehmers für den Windstrom. Außerdem hatte der Projektentwickler zunehmend Schwierigkeiten, ausländische Direktinvestitionen in großem Umfang in den ukrainischen Markt für erneuerbare Energien zu locken – was zumindest teilweise auf der geopolitischen Situation mit Russland basieren soll. Angesichts der eskalierenden Lage ist unklar, ob das Projekt nun überhaupt noch gebaut werden kann.

Auch ein weiteres Unternehmen aus der Windbranche verkündete gestern Konsequenzen: So hat die norwegische Reederei Fred. Olsen Windcarrier ihren angekündigten Börsengang in Norwegen vorerst gestoppt. Das Unternehmen verweist in einer Mitteilung auf die geopolitischen Spannungen, die einen Börsengang momentan stark beeinträchtigen würden.

Ob der Konflikt auch Auswirkungen auf den russischen Windenergiemarkt haben wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Erst in den vergangenen Jahren startete die Regierung in Moskau die ersten Schritte in den Bereich der erneuerbaren Energien und führte gleich zu Beginn eine Länderklausel ein, die es ausländischen Unternehmen vorschrieb, eigene Produktionsstätten in Russland aufbauen zu müssen, um auf dem russischen Markt tätig werden zu dürfen. Die Projektentwicklung lag zumeist in den Händen der Staatsunternehmen wie Rosatom, die auch den atomaren und fossilen Kraftwerkspark kontrollieren.

Der dänische Turbinenhersteller Vestas gehörte zu den ersten westlichen Unternehmen, die daraufhin nach Russland expandierten. So betreibt das Unternehmen eine Fabrik für Rotorblätter und eine für Gondeln im Westen Russlands. Inwieweit die verhängten Sanktionen des Westens gegenüber Moskau die Produktion beeinträchtigen, wird sicher auch von der Entwicklung in der Ukraine abhängen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Ukraine, Russland, Krise, Konflikt, Vestas, Windbranche, Emergy, Projekt, Windpark, Stopp, Produktion, Rotorblatt, Turbine, Windpark, onshore, Europa, USA
Windenergie Wiki:
Gondel



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