2020-02-29
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Ungenutztes Potenzial der Ostsee

Der europäische Windenergieverband WindEurope fordert von den Ostsee-Anrainerstaaten ehrgeizige Ziele, um das vorhandene Potenzial der Ostsee möglichst schnell für die Offshore-Windenergie zugänglich zu machen.

Bild: WindEuropeBild: WindEurope

Lange Zeit galt die Ostsee als schwieriges Terrain für Offshore-Windenergie. Im Vergleich zur bereits gut erschlossenen Nordsee sind allein die Bodenverhältnisse viel komplizierter. Durch die Eiszeiten ist der Boden geprägt von verschiedenen Gesteinsarten, von denen sich nicht alle gleichmäßig gut bearbeiten lassen. Doch die fortschreitende technologische Entwicklung der Offshore-Industrie und ein wachsender Erfahrungspool aus der Nordsee lassen auch die Ostsee immer mehr in den Fokus des Interesses rücken.

Der europäische Windenergieverband WindEurope stellte kürzlich auf einer Veranstaltung in Finnland den aktuellen Stand und das große Potenzial von Offshore-Wind für den weiteren Einsatz in der Ostsee vor. Derzeit sind 1,5 Gigawatt im Ostseebecken installiert und an das Netz angeschlossen. Bis Ende 2030 könnte sich dies auf eine Leistung von 9 GW anheben. Damit wäre die Ostsee nach der Nordsee der zweitgrößte Offshore-Standort weltweit. Angesichts dieses enormen Potenzials ist es daher unerlässlich, dass die Länder des Ostseeraums schnell mit der Festlegung ehrgeiziger Ziele beginnen.

Derzeit liegt die Ostsee noch auf Platz 3 hinter der Nordsee und der Irischen See, wo Großbritannien einige Windparks errichtet hat (Grafik: WindEurope)

Als bestes System für den Ausbau haben sich in den vergangen Jahren Ausschreibungen erwiesen, da sie für einen starken Preisdruck sorgen. Bislang haben allerdings nur Deutschland und die Niederlande dieses System auch für Offshore-Wind implementiert. Mit entsprechenden Erfolgen, wie die aktuelle Ausschreibung in den Niederlanden unter Beweise stellt: In dieser Woche erhielt Vattenfall den Zuschlag für das Offshore-Wind-Projekt „Hollandse Kust Zuid“, das erste Projekt in den Niederlanden, das gänzlich ohne Förderung umgesetzt wird (Windmesse berichtete).

Um aber die Mindestmenge von 4 Gigawatt neu installierter Leistung jährlich zu erreichen, die laut WindEurope nötig sind, um durch stetiges Wachstum der Lieferkette weitere Kostensenkungen in der Branche zu schaffen, müssen mehr Länder für die kommenden Jahre feste Ausbauziele festlegen.

In drei verschiedenen Ausbauszenarien rechnet der Verband vor, wie sich die Offshore-Windenergie künftig entwickeln könnte. (Grafik: WindEurope)

Außerdem müssen auch in der Ostsee Konzepte für einen gemeinsamen Netzausbau gefunden werden, ähnlich des Konzept von TenneT für die Nordsee. Bereits vor zwei Jahren hatte der deutsch-niederländische Übertragungsnetzbetreiber die Idee eines künstlichen Verteilkreuzes in der Nordsee, dass es langfristig ermöglichen würde, Offshore-Windparks mit den Strommärken von Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Belgien, Norwegen und Dänemark zu verbinden.

So soll das Verteilkreuz in der Nordsee aussehen. (Grafik: TenneT)

Ähnliches ist auch in der Ostsee als Mesh-Grid-Ansatz denkbar. Dies würde aber ebenfalls bedeuten, eine Verbindung zwischen verschiedenen Mitgliedstaaten - und damit unterschiedlichen Rechtssystemen - innerhalb der Europäischen Union zu schaffen. Kein einfaches Unterfangen, aber auch nicht komplett undenkbar wie die Erfahrung zeigt.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Ostsee, Nordsee, TenneT, WindEurope, offshore, Windpark, Ausbauziel
Windenergie Wiki:
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