2020-04-03
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‚Oriental Nights‘ powered by Sonnen- und Windenergie: Der arabische Raum drängt zu Erneuerbaren

Die Ölvorräte der Welt gehen langsam aber sicher zur Neige, daran gibt es nichts zu rütteln. Allerdings befindet sich der Ölpreis ohnehin schon seit Jahren im Sinkflug – was unter anderem mit der Erfolgsgeschichte der erneuerbaren Energien zu tun hat. Aus diesem Grund stellen auch immer mehr Öl exportierende Länder aus dem arabischen Raum ihre Energieversorgung um.

Nacht in Masjid Al-Nabawi in Medina (Foto von Omar Chatriwala from Doha, Qatar (The "Enlightened" City) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons)Nacht in Masjid Al-Nabawi in Medina (Foto von Omar Chatriwala from Doha, Qatar (The "Enlightened" City) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons)

Wind hat im einstigen Ölstaat Texas längst das 'schwarze Gold' als Energiequelle Nummer 1 abgelöst. Nun drängen auch immer mehr Länder aus dem arabischen Raum nach, von denen einige ihr Geld bislang vor allem mit Öl gemacht haben. Die Möglichkeit, durch Sonnen- und Windenergie seine Stromversorgung sicher zu stellen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass bisher nicht an die Infrastruktur angeschlossene Gebiete elektrifiziert werden, erscheint mittlerweile vielerorts lukrativer, als weiter nach dem fossilen Rohstoff zu bohren.

Der arabische Raum hat dabei einige Vorreiter zu bieten, die schon seit Längerem die Alternativen für teure Energieimporte aus den Ölstaaten nutzen, allen voran das Königreich Marokko in Nordafrika. Das Land hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2020 sollen 42, bis 2030 sogar 52 Prozent der Energie aus Erneuerbaren gewonnen werden. Das entspricht einer Kapazität von 10 Gigawatt. Die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien bei gleichzeitiger Steigerung der Energieeffizienz, die im Rahmen des Nationalen Energieplans vorangetrieben wird, gilt als wichtigste Aufgabe der aktuellen Politik.

So hat der marokkanische König Mohammed VI. erst kürzlich den ‚Energy Efficiency Visionary Award‘ entgegen nehmen dürfen. In seiner Dankesrede betonte er: „Die dringende Herausforderung für unsere heutige Welt ist nicht so sehr, dem Mangel an Energieressourcen zu begegnen, als die in diesem Bereich benötigten Investitionen zu mobilisieren. Es ist daher notwendig, die benötigte Energieinfrastruktur aufzubauen und alternative Technologien zu entwickeln.“ Neben riesigen Windparks und Solarkraftwerken, die vor allem in den Wüstenregionen des Landes aufgestellt werden, sollen in Zukunft auch verstärkt Solarpanels auf privaten Hausdächern zum Einsatz kommen.

Im kleinen Jordanien hat der Boom in den vergangenen zwei bis drei Jahren eingesetzt. Aktuell kommt das Land auf eine Kapazität an Erneuerbaren von 480 MW, davon 295 MW Solar und 184 MW Wind. 10 Prozent soll der Anteil der Erneuerbaren bis 2020 betragen, Aufträge über 1.600 MW werden noch bis Ende des Jahres vergeben. Bislang musste man vor allem aus Saudi-Arabien teures Öl importieren, was unter anderem zur chronisch defizitäre Handelsbilanz des Landes beigetragen hat.

„Länder, die erneuerbare Energien gefördert haben, konnten positive Ergebnisse erzielen. Investitionen kommen ins Land, Arbeitsplätze entstehen, und es gibt wirtschaftliche Vorteile auf der ganzen Linie. Der Nahe Osten ist da keine Ausnahme“, sagt Karl Ove Ingebrigsten, der bei Lloyd‘s Register die Abteilung für emissionsarme Energiegewinnung leitet.

Der 2007 in Betrieb genommene Windpark Amogdoul in der Nähe von Essaouira (Bild: sqala from Biarritz, France (Eolienne cap sim) [CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)

Selbst Öl-König Saudi-Arabien kann mittlerweile nicht mehr darüber hinweg sehen, dass das Geschäft mit dem Rohstoff immer schlechter läuft. Aus diesem Grund hat man 2013 erstmals ein umfassendes Programm zum Ausbau der erneuerbaren Energien gestartet: 54 Gigawatt Erneuerbare sollten es bis 2032 sein. Da das ganze aber äußerst schleppend anlief, wie u.a. Gulf News berichtete, übernahm das saudische Energieministerium kurzerhand selbst das Programm.

Der Plan: 30 bis 50 Milliarden Dollar wird das Königreich bis 2023 investieren, um auf eine Kapazität von 10 GW zu kommen, wie Your Middle East berichtet. Ob diese ambitionierten Ziele tatsächlich erreicht werden, bleibt aber noch abzuwarten. Aktuell laufen Ausschreibungsrunden für 700 MW Solar- und Windkraftanlagen, bei denen auch viele internationale Firmen wie u.a. Acciona, Iberdrola, First Solar, Total und Enel dabei sind.

Dass Saudi-Arabien den Schritt hin zu Erneuerbaren macht, ist nicht nur gut für die Wirtschaft, sondern vor allem auch für das Klima: Derzeit belegt das Land laut einer Studie der Weltbank den 8. Platz, was CO2-Emmissionen pro Kopf angeht. Allerdings liegen die Saudis damit noch hinter Katar, Kuwait und Bahrain. Doch auch in diesen Ländern arbeitet man an seiner Klimabilanz: Katar wird im Juni mit dem Bau des landesgrößten Solarkraftwerks beginnen, das bis 2020 fertig gestellt werden soll.

Kuwait bekommt Unterstützung aus den USA: Zu Beginn des Monats kündigte das amerikanische Zentrum für Atmosphärenforschung für das Land ein neues Projekt an, mit dem Wettervorhersagen verbessert werden. Die Ergebnisse sollen vor allem Solar- und Windkraftanlagen zugute kommen, die vor Ort errichten werden und dem Land dabei helfen, sein Ziel von 15% Erneuerbaren bis 2030 zu erreichen. Kann man beispielsweise Sandstürme präziser vorhersagen, können andere Kraftwerke gezielter auf- und abgeregelt werden, um eine gleichmäßige Energieversorgung zu garantieren.

Diese Erkenntnisse wiederum kommen auch anderen Ländern in den Wüstenregionen wie Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten zugute, die den Fokus zunächst vor allem auf Solarkraftwerke gelegt haben. Das Potenzial ist vorhanden und die Aussichten sind gut, dass zukünftig die orientalischen Nächte auch mit erneuerbaren Energien erleuchtet werden.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Saudi-Arabien, Kuwait, Jordanien, Marokko, erneuerbare Energie, Solar, Windenergie
Windenergie Wiki:
Windpark, MW



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