2020-05-28
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Der Neuling startet durch: Floating Offshore Wind kommt endlich aus den Startlöchern

Floating Offshore Wind hat ein Momentum: Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht neue Projekte und Innovationen zum jüngsten Kind der Erneuerbare-Energien-Branche vermeldet werden. Das Potenzial ist weltweit riesig, allerdings muss Europa seine Vorherrschaft schnell untermauern, forderte daher Giles Dickson vom europäischen Verband WindEurope erst kürzlich.

Grafik des sich im Bau befindenden Hywind-Parks (Bild: Statoil)Grafik des sich im Bau befindenden Hywind-Parks (Bild: Statoil)

Der Marktführer legt ein ordentliches Tempo vor

Angesichts des Brexit und eines möglichen erneuten Memorandums über den Verbleib in Großbritannien verstärkt die schottische Regierung ihr Engagement in innovativen Industriezweigen, mit denen sich auch zukünftig Geld verdienen lässt. Und gerade im Bereich der erneuerbaren Energien verfügt Schottland über riesiges Potenzial. Neben den On- und Offshore-Windparks, von denen es bereits jede Menge im Land gibt, ist nun auch die Floating-Technolgie in den Fokus gerückt. Durch die schwimmenden Anlagen ist man beim Bau nicht mehr an geringe Wassertiefen gebunden, was ganz neue Gebiete erschließbar macht.

Zur Zeit entsteht der erste schwimmende Windpark der Welt rund 25 Kilometer vor der Küste von Peterhead an der Ostküste Schottlands. Der Hywind-Park, dessen Turbinen im Sommer aufgestellt werden, soll ab Ende des Jahres Strom für rund 20.000 Haushalte liefern. Gebaut wird das Projekt unter anderem vom norwegischen Energieriesen Statoil, allerdings durfte man im Januar bereits interessiert aufhorchen, als sich Masdar mit 25 Prozent in das Projekt einkaufte. Der Spezialist für erneuerbare Energien aus Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) hat ebenfalls das Potenzial für schwimmende Windparks erkannt und sich frühzeitig Anteile gesichert.

In den vergangenen zwei Wochen hat die schottische Regierung Floating-Projekte Nummer 2 und 3 durchgewunken: 15 Kilometer vor Küste von Aberdeen werden acht 6 MW-Turbinen im Kincardine-Windpark errichtet. Der Park soll nach Fertigstellung weitere 56.000 schottische Haushalte mit Grünstrom versorgen.

Knapp eine Woche später kam aus Edinburgh das OK für den Bau des Dounreay Tri-Projekts, das Testzwecken dienen soll. Das Projekt besteht aus zwei Turbinen und wird sechs Kilometer vor Caithness vor der Nordküste Schottlands entstehen. Dadurch setzt sich das Land mit 92 Megawatt genehmigten Floating-Projekten an die Spitze der weltweiten Entwicklung.

„Die Projekte werden unseren Platz als eine der weltweit führenden Nationen in Innovation und Einsatz von schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen zementieren. Wenn sich die Technologie im großen Maßstab bewährt, hat sie enormes Potenzial, Schottland dabei zu helfen, seinen Energiebedarf zu erfüllen und eine Zuliefererkette zu entwickeln, die ganz Europa und andere Märkte wie Südostasien und Nordamerika versorgen kann“, erklärt Paul Wheelhouse, schottischer Minister für Wirtschaft, Innovation und Energie.

Vor Peterhead und Aberdeen sollen u.a. schwimmende Windparks entstehen (Bild: Statoil)

Auch Frankreich steht in den Startlöchern

Streitig machen kann den Schotten im Moment höchstens Frankreich die Position an der Spitze des Marktes. Das französische Unternehmen Ideol hat ebenfalls schwimmende Anlagen entwickelt und bereits Testturbinen in Japan und vor der französischen Küste im Wasser. Allerdings handelt es sich dabei bislang nur um einzelne Prototypen, nicht um einen ganzen Windpark. In den französischen Ausschreibungsrunden war man zwar ebenfalls erfolgreich, aber man ist noch weit davon entfernt, die Projekte in kommerziell sinnvollen Größenordnungen zu präsentieren.

Nichtsdestotrotz versucht auch Ideol bereits, neue Märkte zu erschließen. Zu Beginn dieser Woche verkündete man seine Zusammenarbeit mit Gaelectric, einem Energieversorger aus Irland. Auch die irische Insel bietet großes Potenzial: Rund 27.000 Megawatt sollen vor der Küste für Floating-Projekte erschlossen werden, hat die irische Regierung erklärt. Um dieses Potenzial vor allem im Westen der Insel auszuschöpfen, wird nun zunächst nach geeigneten Gebieten gesucht, im nächsten Schritt soll dann auch hier ein Prototyp aufgestellt werden.

„In Irland sind wir mit bedeutenden Windenergiereserven gesegnet, die sehr spürbare Auswirkungen auf die Energiepreise haben und die Nachhaltigkeit der Stromerzeugung verbessern. Die Entwicklung von Onshore-Windprojekten ist mittlerweile gängig. Allerdings ist das Potenzial für die Offshore-Generation enorm und hält die Aussicht auf erhebliche Vorteile für Irland. Die Windgeschwindigkeiten sind offshore höher und konstanter. Wir sollten dort auch größere Turbinen einsetzen können – mit der Aussicht auf 10 MW-Turbinen – während wir uns onshore derzeit im Bereich von 2-3 MW befinden“, macht Gaelectric-Gründer Brendan McGrath deutlich.

Giles Dickson betonte die Notwendigkeit der Kostensenkung, aber auch das große Potenzial (Bild: WindEurope)

Konkurrenz aus Übersee?

Der europäische Windenergieverband WindEurope beziffert das Potenzial in Europas Gewässern für schwimmende Anlagen mit bis zu 4000 MW. Um diese Möglichkeiten voll auszuschöpfen, müssen allerdings auch die Kosten sinken. Bis zu 10 Prozent Einsparungen bis zum Jahr 2020 hält Giles Dickson, Vorsitzender von WindEurope, für machbar. Die Offshore-Windbranche hat in den letzten Jahren bereits eindrucksvoll vorgemacht, wie schnell es gehen kann, wenn man Innovationen konsequent vorantreibt. Bei einer Veranstaltung in Marseille wies Dickson kürzlich darauf hin, dass es dazu nötig sei, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen, denn es gehe darum, dass Europa seine Vorrangstellung in diesem Industriezweig auch dauerhaft halten kann.

Zwar sind die Amerikaner erst im letzten Jahr mit einem ersten Offshore-Windpark an den Start gegangen, aber auch für die USA bietet sich die neue Floating-Technologie an: Die gesamte Westküste ist für herkömmliche Offshore-Windparks nicht geeignet, da der Meeresboden vor der Küstenlinie schnell steil abfällt. Aber auch im Atlantik bieten sich bisher nicht nutzbare Flächen für Floating-Projekte an. Und auch aus Fernost könnte Europa noch Konkurrenz bekommen, da Japans Küste ebenfalls nur für schwimmende Anlagen geeignet ist.

Europa müsse nun auch für mögliche Investoren schnell zeigen, dass man diese neue Technologie im kommerziellen Umfang betreiben kann und das Momentum nutzen, betonte Dickson. Dann stehe der Erschließung dieser neuen Art der Energiegewinnung nichts mehr im Wege.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
floating, Windfraftanlage, schwimmend, Floater, offshore, Potenzial, MW, Schottland, frankreich, Ideol, Hywind, Statoil, Masdar, Irland, Gaelectric
Windenergie Wiki:
Windpark, Turbine, Megawatt, Giles Dickson, Brexit



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