2018-12-12
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Blickpunkt Afrika: Gigantische Herausforderungen für die Windbranche

Afrika, ein Kontinent der Gegensätze. Das wird auch mit Blick auf die Energieversorgung immer wieder deutlich. Zwei Projekte aus ganz unterschiedlichen Ländern zeigen die Herausforderungen, vor denen die Windbranche steht, wenn sie sich vor Ort engagieren will.

Hört man sich in der Windenergiebranche um und erkundigt sich nach den Zukunftsmärkten, dann fällt recht schnell das Wort Südafrika. Ohne Frage hat sich das Land am Südzipfel des afrikanischen Kontinents in den vergangenen Jahren auf die Visitenkarten der Branche katapultiert. Aktuell verfügt es laut SAWEA (South African Wind Energy Association) über ca. 1053 Megawatt an Leistung in Windenergie, während für weitere 2000 Megawatt bereits Baugenehmigungen erteilt wurden. Im Vergleich zu europäischen Märkten sind das zwar relativ geringe Zahlen, aber wenn man sich vor Augen hält, dass bis zum Jahr 2011 in Südafrika nur etwa 10 Megawatt installiert waren, hat das Land einen großen Sprung gemacht.

Aktuell vermeldet der Projektierer Mainstream Renewable Power mit Hauptsitz in Irland, dass beim Bau des südafrikanischen Loeriesfontain-Windparks gerade die nächste wichtige Bauphase begonnen hat: Der Startschuss für die Installation der 61 Turbinen ist gefallen. Bis Ende 2017 soll es noch dauern, bis dieser 140 MW-Park Energie für 120.000  Haushalte liefert.

Größtes Problem auch in Südafrika ist immer noch die fehlende Infrastruktur. So ist ein Grund für die Lage des Loeriesfontain-Windparks neben den hervorragenden Windbedingungen auch die Nähe zu bereits bestehenden Straßen. So ist für einen reibungslosen Transport der Turbinen gesorgt. Fast noch wichtiger ist das Vorhandensein eines Umspannwerks in 11 Kilometer Entfernung zum Park. Und obwohl sich die Regierung intensiv bemüht und neben Investitionen in die Infrastruktur bereits mehrere Ausschreibungsrunden ausgegeben hat, um Investoren ins Land zu locken, ist es eine Herausforderung, die schweren Einzelteile dorthin zu transportieren, wo sie benötigt werden. So wiegt allein die Gondel einer Turbine, die im Loeriesfontein-Park aufgestellt werden sollen, bereits 82,5 Tonnen.

„Der Prozess des Aufbaus einer Anlage macht zwei Kräne gleichzeitig notwendig; das Anheben des massiven Rotors mit einem Durchmesser von 108 Metern erfordert große Geschicklichkeit und ist ein wirklich beeindruckendes Manöver“, sagt Projektmanager Leo Quinn. Kein Wunder, dass man dafür gerne auf europäische Erfahrung zurückgreift – in diesem Fall übernimmt Siemens mit weiteren Subunternehmern den Aufbau der eigenen Anlagen.

Das sind Dimensionen, von denen man im Tschad noch weit entfernt ist. Dort wird aktuell der Amdjarass-Windpark errichtet. Das französische Unternehmen Vergnet, das darauf spezialisiert ist, Windenergie auch an abgelegene Orte zu bringen, hat im Februar vier seiner 275 Kilowatt-Anlagen in Amdjarass aufgestellt. Die kleine Stadt soll ab Ende des Jahres der erste Ort im Tschad sein, der sich zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt. Dazu werden aktuell ein Speicher sowie zwei Generatoren aufgestellt und die Übertragungskabel vom Park in den Ort verlegt.

Drei Jahre Forschung stecken in der Ausarbeitung des Projekts. Die Turbinen, die zusammen über 1,1 MW verfügen, sollen vor allem dazu dienen, dass die Dieselgeneratoren, die den Ort bisher mit Strom versorgt haben, häufiger ausgeschaltet werden können. In Zukunft soll saubere Windenergie für eine sichere Energieversorgung der Bevölkerung sorgen.

Damit gehören die Einwohner Amdjarass zu einer Minderheit: Von den fast 13 Millionen Einwohnern des Tschad leben mehr als 80 Prozent in absoluter Armut und nicht einmal jeder Zweite hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Im ganzen Land, das von der Fläche her auf Platz 20 in der Welt liegt, gibt es nur 267 Kilometer befestigte Straßen. An den Aufbau von großen Wind- oder Solarparks ist hier also nicht einmal im Traum zu denken – von der politisch instabilen Situation, die Nachbarn wie Libyen oder der Sudan mit sich bringen, mal ganz abgesehen.

Afrika bleibt also auch in Bezug auf die Energieversorgung ein Kontinent der Gegensätze. Einige Staaten sind bereits auf einem guten Weg und können die Fehler der Industrienationen mit ihrem Fokus auf eine fossile Energieversorgung umgehen. Doch es ist ein langer Weg, allen Menschen in Afrika überhaupt Zugang zu einer Stromversorgung zu gewährleisten.

 

Letztes Bild: Lage des Tschad in Afrika (Kreiert von TUBS - CC BY-SA 3.0)

Autor:
Katrin Radtke
Email:
kr@windmesse.de
Keywords:
MW, Windpark, Turbinen, Infrastruktur, Logistik, Afrika, Siemens, Vergnet, Südafrika, Tschad
Windenergie Wiki:
Turbine, Megawatt, Gondel



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