2024-04-21
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Spaniens Erneuerbare arbeiten sich aus der Krise

Die zu Beginn des Jahres veröffentlichten Zahlen glichen einer Katastrophe: Nicht ein einziges Megawatt an Windenergie kam im letzten Jahr in Spanien dazu - der Tiefpunkt einer langen Entwicklung, die nun anscheinend ein Ende gefunden hat. Denn ein Wind des Wandels weht durch das südeuropäische Land.

Unternehmen und Investmentfonds waren auf Einkaufstour und nutzen nun das noch vorhandene Know-How und die Wachstumsaussichten eines Sektors, der sich mit kleinen Schritten aus der Krise kämpft.

Investitionen im Milliardenbereich

„Das Gesamtvolumen der Investitionen erreichte im vergangenen Jahr 5 Milliarden Euro“, erklärte Joao Saint-Abyn der französischen Nachrichtenagentur AFP kürzlich. Saint-Abyn arbeitet als Energieexperte beim weltweit tätigen Beratungsunternehmen Roland Berger.

Die größte Investition war der Kauf von Renovalia, einem Unternehmen, das sich auf Planung, Errichtung und Management von Erneuerbaren spezialisiert hat, durch die amerikanische Investorengruppe Cerberus, die dafür gut 1 Milliarde Euro bezahlte. Eine ähnliche Summe dürfte beim Verkauf der Solarsparte von Gestamp an KKR den Besitzer gewechselt haben.

Auch deutsche Unternehmen investieren wieder in Spanien: Kürzlich gaben Acciona Windpower und Nordex bekannt, künftig zusammen arbeiten zu wollen. Und prominentestes Beispiel in der Windbranche sind die seit einigen Monaten laufenden Verhandlungen zwischen Siemens und Gamesa zur Übernahme des spanischen Turbinenherstellers.

Spanien steht weltweit immer noch gut da

„Spaniens Sektor für erneuerbare Energien ist einer der größten in der Welt“, erklärt Saint-Aubyn. Im vergangenen Jahr lag Spanien weltweit noch immer an fünfter Stelle bei Windkraft, mit einer installierten Leistung von 23 Gigawatt – trotz der Bauflaute der jüngeren Vergangenheit. Auch im Solarbereich steht das Land nach wie vor gut dar und belegt weltweit den achten Rang.

Diese positiven Zahlen sind darauf zurück zu führen, dass die geographischen Gegebenheiten für Solar- und Windenergie in Spanien hervorragend sind. Das erkannte die Regierung schon früh im neuen Jahrtausend und lockte Investoren mit hohen Subventionen. Als dann die Wirtschaftskrise 2008 das Land am Mittelmeer traf, musste alles auf Null gefahren werden, um die Staatspleite zu verhindern, wovon sich der Sektor der Erneuerbaren auf Jahre nicht erholte.

Wege aus der Krise

Doch nun kehrt die Investitionslust zurück: Die spanische Wirtschaft wuchs letztes Jahr um 3,2 Prozent und die Behörden haben erkannt, dass ständige Gesetzesänderungen Investitionen verhindern. Von daher sind zunächst keine weiteren energiepolitischen Systemwechsel geplant.

Aber auch im Sektor der Erneuerbaren hat sich einiges getan: Unternehmen, denen es zu Krisenzeiten möglich war, streckten ihre Fühler in internationale Märkte aus. Mittel- und Südamerika boten sich der Sprache wegen an. Mittlerweile stehen dort nun einige spanische Unternehmen mit einer hervorragenden Marktposition da.

Gamesa zum Beispiel gehört zu den fünf größten Windturbinenherstellern der Welt und hat sich in verschiedenen Schwellenländern wie Indien, Brasilien und China gut etabliert. Um weiter zu wachsen, benötigt man allerdings Geld – wo wiederum Siemens ins Spiel kommt.

Gamesa verhandelt aktuell mit Siemens um eine Übernahme (Foto: Gamesa)

Der spanische Verband AEE weist allerdings auch auf die Kehrseite der Medaille hin: „Viele kleine Windpark-Besitzer haben noch mit ihren Schulden zu kämpfen...“, die durch den Rückgang der öffentlichen Subventionen entstanden sind. Die Situation in der Solarbranche sieht nicht viel besser aus: T-Solar zum Beispiel ist stark verschuldet und der Erneuerbare-Energien-Riese Abengoa steht noch immer am Rande des Bankrotts.

Trotzdem ist vorsichtiger Optimismus angebracht, denn das Klimaabkommen von Paris zwingt auch den spanischen Staat zur Einhaltung des Klimaschutzes. Und da wird man auf Dauer nicht mit einer Neuinstallation von 0 Megawatt durchkommen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
kr@windmesse.de
Windenergie Wiki:
Windpark, Megawatt



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