2024-07-15
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'Don Quijote' Trump for President: Kampf gegen Windmühlen

Während sich die demokratischen Bewerber um das Präsidentenamt in den USA, Hillary Clinton und Bernie Sanders, darum bemühen, ihre Pläne für Klimaschutz und den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Öffentlichkeit darzulegen, geht die Gegenseite in die andere Richtung: Donald Trumps Gehabe um einen schottischen Windpark zeigt ein weiteres Mal seine reaktionäre Geisteshaltung.

Donald Trump, amerikanischer Multimillionär und Bewerber um das Präsidentschaftsamt in den USA, ist nicht eben bekannt für seine fortschrittlichen Ansichten. Als wären seine fragwürdigen Äußerungen, wie etwa die Forderung, keine Muslime mehr in die USA einreisen zu lassen, nicht schon genug. Auch Befürworter der Windenergie, der gesamte Industriezweig der amerikanischen Windbranche und schlussendlich jeder einzelne amerikanische Wähler, dessen Weltanschauung nicht beim Scheffeln eigener Millionen endet, sollten sich genau überlegen, ob sie diesen Mann im Amt des Präsidenten einer der mächtigsten Nationen dieser Erde sehen wollen. Sollte er es stattdessen nicht lieber beim Golf spielen belassen, Ladies and Gentlemen?

In Schottland wird er dies allerdings wohl nicht mehr tun (das Golf spielen!), denn während der Republikaner bei den Vorwahlen von Sieg zu Sieg eilt, dürfte diese Meldung dem exzentrischen Milliardär eher die Zornesröte ins Gesicht treiben: Vor der Küste der schottischen Stadt Aberdeen haben in dieser Woche erste Vorarbeiten für den Bau des European Offshore Wind Deployment Centres (EOWDC) begonnen.

Beim EOWDC handelt es sich um einen 100MW-Offshore-Windpark, der spätestens 2018 ans Netz gehen und Strom für mehr als 68.000 britische Haushalte liefern soll.

Das niederländische Unternehmen Fugro hat mittlerweile damit begonnen, den Seeboden im Areal näher zu untersuchen, um das endgültige Design und den genauen Standort der geplanten 11 Turbinen festzulegen. Mit dem Bau des Parks soll nach derzeitigem Stand Ende 2017 oder Anfang 2018 begonnen werden, wie das Unternehmen Vattenfall als Teil des Betreiber-Konsortiums mitteilte. Zuvor wird im weiteren Verlauf diesen Jahres eine Investitionsentscheidung bezüglich der Kosten fallen, die sich auf etwa 230 Millionen Pfund belaufen.

Die Vorsitzende des Stadtrates von Aberdeen, Jenny Laing, sagte dazu: „Das EOWDC ist ein wichtiges Projekt für den Nordosten von Schottland und hat jetzt einen wichtigen Punkt in seiner Entwicklung erreicht. Es wird helfen, erhebliche und langfristige wirtschaftliche Vorteile für die Region zu sichern und birgt enorme Möglichkeiten für lokale Energieunternehmen. Der EOWDC-Windpark trägt dazu bei, Aberdeens Ruf als globaler Energiestadt und einem weltweit führenden Zentrum für Innovationen zu festigen. Deshalb hat das EOWDC eine langjährige Priorität für den Stadtrat und die Region.“

By Lotus Head from Johannesburg, Gauteng, South Africa (sxc.hu) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/), CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0) or Copyrighted free use], via Wikimedia CommonsErste Pläne für den Windpark gab es bereits im Jahr 2003 – und fast ebenso lang hat der Park einen prominenten Gegner: Donald Trump. Er liefert sich seit Jahren einen Kleinkrieg mit den zuständigen Behörden vor britischen Gerichten, um den Bau des Parks zu verhindern. Der Tycoon besitzt einen Landstrich an der Küste von Aberdeen, auf dem er ein Golf-Hotel und mehrere Wohnhäuser errichten wollte und ließ sich bereits 2006 von der BBC mit den Worten zitieren: „Ich möchte den Ozean sehen, keine Windmühlen.“

Seine Briefe an den schottischen Ministerpräsidenten wurden im Lauf der Jahre allerdings ebenso abschlägig behandelt, wie die Klagen vor verschiedenen Gerichten, die dem Bau allesamt zustimmten. Die Gerichte wiesen dabei sowohl seine Klage wegen negativer Einflüsse auf den Tourismus als auch zum Schutz der örtlichen Vogelwelt ab, für die Trump plötzlich großes Interesse zeigte. Seitdem hat er geschworen, dass er „alles Geld, was nötig ist, dafür ausgeben wird, damit diese großen hässlichen Turbinen niemals gebaut werden“.

Das letzte Mal beschäftigte sich der britische Supreme Court im Dezember 2015 mit Trumps Anliegen. Auch hier wurde seine Klage abgewiesen. Doch schon im Vorfeld hatte der Amerikaner angekündigt, damit notfalls bis vor den europäischen Gerichtshof zu ziehen, um seine persönlichen Interessen durchzusetzen.

Auf eines kann er dabei jedoch nicht hoffen: Die Unterstützung der örtlichen Bevölkerung. So betonten erst kürzlich in einer Umfrage von YouGov, die im Vorfeld der schottischen Wahlen am 5. Mai durchgeführt wurde, 70 Prozent der befragten Schotten, dass sie sich von ihrer neuen Regierung auch weiterhin die Priorisierung von erneuerbaren Energien wünschen, um CO2-Emmissionen und Klimawandel zu bekämpfen. Niall Stuart, Chef des schottischen Verbands für erneuerbare Energien, sagte dazu: „Diese Umfrage zeigt, dass die Menschen in Schottland auch weiterhin das Wachstum der Erneuerbaren unterstützen – weit mehr als andere Arten der Energiegewinnung.“

Dass Donald Trump mit seinen Klagen auch sämtlichen Kredit bei seinen möglichen Nachbarn verspielt hat, wurde zu Beginn dieses Jahres deutlich, als eine Frau aus Aberdeen eine Online-Petition startete, um ihm zukünftig die Einreise nach Großbritannien zu verweigern. Die Nachricht machte schnell die Runde und in der Folge unterschrieben zunächst vor allem Schotten den Aufruf. Zwar stimmte das britische Unterhaus der Petition nicht zu, aber es zeigt sehr deutlich, was Trump auch in Zukunft von Schottland zu erwarten hat: Widerstand.

Photo by VattenfallNimmt man das Gehabe von Trump in Europa als Beispiel, dürften auf die amerikanische Offshore-Industrie, die noch immer in den Kinderschuhen steckt, ungemütliche Zeiten zukommen. Aber auch die Onshore-Industrie täte gut daran, sich Trump und seinen reaktionären Ansichten beizeiten - nämlich jetzt! - zu widersetzen und nicht zuzulassen, dass er Präsident wird. Gerade erst haben die USA mit hervorragenden Installationszaheln unter Beweis gestellt, was das Land im Sektor der erneuerbaren Energien leisten kann. Da passt ein Trump als Präsident, der Windturbinen als "ökologisch unverantwortlich" bezeichnete, so gar nicht rein. Das Beispiel Spaniens, einst eine große Nummer auf dem Weltmarkt der Windenergie, zeigt eindrucksvoll, wie schnell es gehen kann, dass ein ganzer Industriezweig von ganz oben in die Bedeutungslosigkeit stürzt. Die Amerikaner sollten daher - unter anderem - einen großen Bogen um 'Don Quijote' und seinen Kampf gegen Windmühlen machen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
kr@windmesse.de
Windenergie Wiki:
Windpark, Turbine, Trump, Offshore



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