2021-03-08
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windcomm schleswig-holstein e.V. diskutiert über Fachkräftebedarf

Leerstellen und Lehrstellen in der Windbranche

Etwa 9.000 Menschen arbeiten in der Windkraft-Branche in Schleswig-Holstein, vor allem im Bereich Planung, Betrieb, Service und Wartung. Da zusätzlich zu den knapp 3.000 Windkraftanlagen im Land allein im laufenden Jahr voraussichtlich 500 neue Anlagen gebaut werden, steigt der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. Darüber diskutierten die Mitglieder des windcomm schleswig-holstein e. V. im Osterberg-Institut der Karl-Kübel-Stiftung, einem Weiterbildungsinstitut in Niederkleveez bei Plön. Dort fand der 4. Stammtisch des Branchenclusters statt.

Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium, präsentierte als Gast der Podiumsdiskussion des windcomm-e.V.-Stammtisches die Maßnahmen der Landesregierung. Er rief die anwesenden Unternehmensvertreter auf, sich an der Fachkräfte-Initiative zu beteiligen, bei der das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden, Kammern, der Bundesagentur für Arbeit, Gewerkschaften, Hochschulen und den kommunalen Spitzenverbänden unter anderem die Attraktivität und Qualität der dualen Ausbildung verbessern will.

In der Ausbildung für die Windbranche seien zwar schon erste Standards gesetzt worden, aber die Entwicklung der Berufsbilder und Qualitätsrichtlinien müsse weiter vorangetrieben werden. „Zum Beispiel wird die smarte Steuerung im Netzbereich immer wichtiger. Hier werden wir in Zukunft zielgerichteter ausbilden müssen.“

Petra Scherweit, Personalmanagerin des Windkraftanlagen-Herstellers Senvion SE, stimmte zu: „Neue Berufsbilder werden entstehen.“ Senvion beteilige sich an Kampagnen wie dem „Girl’s Day“, um gezielt Schülerinnen für technische Ausbildungsberufe zu gewinnen.

Sie wünsche sich eine Stärkung der technischen Fächer an den Schulen, räumte aber auch ein, dass das Interesse an Technik maßgeblich im Elternhaus vorgelebt werde. Scherweit, die selbst aus Bayern stammt, ging außerdem darauf ein, dass die Unternehmen in Norddeutschland mit einem attraktiven Lebensumfeld um Mitarbeiter werben können: „Viel Platz, viel Natur – das sind wichtige Aspekte.“ Vielen Mitarbeitern sei es zudem wichtig, für nachhaltige Produkte zu arbeiten. Die Windkraft erfülle diesen Anspruch.

Mitglieder im windcomm schleswig-holstein e.V. sind 96 Unternehmen aus der Windkraft-Branche in Norddeutschland, von Anlagenherstellern über Zulieferer bis hin zu Planern, der Finanzierungsbranche und weiteren Dienstleistern. Jürgen Meereis, Leiter des Osterberg-Instituts, das selbst Mitglied im windcomm schleswig-holstein e.V. ist, stellte das Programm seiner Einrichtung vor. Neben Personalmanagement-Kursen für Führungskräfte finden unter anderem Kurse für Ausbilder („Lust auf Arbeit machen“) und für Auszubildende („Lust auf Arbeit haben“) in Zusammenarbeit mit dem Unternehmensverband Kiel statt.

Zwei weitere Mitglieder des windcomm schleswig-holstein e.V. nutzten die Gelegenheit, ihre Fortbildungsangebote vorzustellen. Die auf das Energierecht spezialisierte Kanzlei Becker Büttner Held veranstaltet für ihre Mandanten, unter ihnen viele Energieversorger, Seminare zu Fragen des Energiewirtschaftsrechts, zum Recht der Erneuerbaren Energien und zu anderen Rechtsthemen der Branche. PROkultur Projektservice aus Flensburg berät bei der  Arbeitsorganisation, dem Projektmanagement und der Ausarbeitung von Förderanträgen.
 

Quelle:
windcomm
Link:
www.windcomm.de/...



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